Traditionsgeschäft in Sehnde schließt: Danke für so viel

Traditionsgeschäft in Sehnde schließt: Danke für so viel
Monika Hoppe sagt Ade zur Mittelstraße und schließt das Geschäft nach 111 Jahren – Foto: JPH

Noch einmal zog Waffelduft durch die Mittelstraße an der Ecke zum Marktplatz – dort wo das Geschäft von Monika Hoppe seit rund 111 Jahren – unbelegt sogar 122 – die Bürger mit vielen Dingen des täglichen Bedarfs und des Hausrats versorgt. Monika Hoppe, die aus Hannover kommt, hat das Geschäft im Jahr 1978 von der Schwiegermutter übernommen und seitdem geführt. „Eröffnet hat das Geschäft unser Urgroßvater“, sagt Hoppe zum Abschied am vergangenen Sonnabend.

„Ich war immer mit dem Herzen dabei“, erzählt Hoppe und das können die Sehnder auch ganz sicher bestätigen. Denn wann immer in der Mittelstraße etwas los war, sei es von der IGS oder dem Stadtmarketing – oft auch mal allein – war Monika Hope vom liebevoll „Hoppeladen“ genannten Geschäft mittendrin. Sei es die Stuhlaktion zum Frühjahr, Reifen bemalen und bepflanzen, Fahrräder aufstellen oder die Baumstrickaktion – für alles hatte Monika Hoppe Engagement gezeigt und mitgemacht. Das hat nun ein Ende, zumindest was den Geschäftsbetrieb betrifft. „Ich freue mich, in Sehnde bleiben zu können“, sagt die Geschäftsfrau, „und so mit meinen Freunden und Kunden weiterhin in Kontakt zu bleiben.“

Richtig viel los war am letzten Öffnungstag – und die Regale leer – Foto: JPH

Viele davon kamen am letzten Verkaufstag auch und brachten Abschiedsgeschenke mit, darunter auch der ehemalige Sehnder Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke und seine Frau. Zu diesem Zeitpunkt gab es Glühwein, Kinderpunsch und die – schon fast als Sehnder Wahrzeichen zu bezeichnenden – Hoppe-Waffeln als Abschiedsangebot. Einen Kalender mit historischen Bildern des Geschäftes über die Zeit hatte Hoppe auch bekommen – von der Sehnder Fotografin Brigitte Thomas. Eine schöne Dokumentation über die Vergangenheit des Geschäftes, wie Hoppe es nannte. Der Laden selbst war beim letzten Öffnungstag schon sehr gut leer gekauft – alles ein „Sale“, wobei Monika Hoppe auf diesen neudeutschen Sprech angenehmerweise immer verzichtet hatte.

Aber es sei nun die richtige Zeit, das Geschäft zu schließen, ist sich Hoppe sicher. „Das Internet hat viel verändert“, sagt sie. „Das Kaufverhalten geschieht nicht mehr vor Ort, aber wir werden das Rad nicht zurückdrehen können.“ Vermissen wird sie in dem nun beginnenden „Ruhestand“ – den man ihr wirklich eigentlich kaum glaubt – vor allem ihre Kunden und die Gemeinschaft mit den vielen guten Gesprächen. Sie hat aber auch schon weiterhin ihre Unterstützung angeboten für die IGS beim kommenden Fest und fürs Stadtmarketing , aber bis dahin heißt es von ihr erst einmal an alle Sehnder: „Vielen Dank für so viel!“

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