Holcim informiert Bürger von Höver über Einlagerung im alten Steinbruch

7. Oktober 2020 @

Die Firma Holcim hat am Montag, 05.10.2020, die Bürger aus Höver zu einem Informationsbesuch an der Grubengrenze an der Alemanniaweg in Höver eingeladen. Dort berichteten der Werksleiter Erik Jantzen und der Umweltbeauftragte Bernd-Henning Reupke über einen geplanten Schritt bei der weiteren Umsetzung des gemeinsam am Runden Tisch 2004 erarbeiteten Plans für die Renaturierung des Steinbruches. Dabei ging es um den Alten Steinbruch, bei dem 1993 die  letzte Einlagerung erfolgte.

Grundlagen stehen seit 2004

Erik Jantzen erklärt den Besuchern den alten Steinbruch – Foto: JPH

Rund 25 Bürger waren der Einladung der Firma gefolgt, Darunter waren die Erste Stadträtin Bettina Conrady, der Ortsbürgermeister Christoph Schemschat und mehrere Ortsratsmitglieder. Das Holcim Zementwerk in Höver will in den kommenden Monaten die behördlich auferlegte Verfüllung des alten Steinbruchs weiter fortführen. So soll der geplante Strand für den späteren See weiter entstehen. Im nördlichen Bereich sollen rund fünf Millionen Kubikmeter aufgefüllt werden, von denen etwa 2,5 Millionen Kubikmeter aus dem neuen Steinbruch kommen. Aktuell geht es um die Einlagerung von rund 150 000 Kubikmeter Aushub, der von den Erweiterungsarbeiten am Salzgitter-Stichkanal anfällt. Auch an die Einbringung von Boden aus dem U-Bahnbau in Hamburg ist gedacht, um die fehlenden 2,5 Millionen Kubikmeter unbelasteten Bodens dafür zu erbringen.

Anlieferung übers Wasser

Der Aushub soll schon bald umweltfreundlich per Schiff über einen Behelfsanleger am alten Hafen in Höver geliefert und von dort mit Lastwagen in die Grube transportiert werden. Diese Lastzüge werden dabei nicht durch den Ort fahren, sondern auf einem separaten Weg die Grube vom Kanal her anfahren. Die Verfüllung des alten Steinbruchs ist in dem Planfeststellungsverfahren von 2004 festgelegt. Für die Einlagerung muss zusätzlich durch Holcim ein Bauantrag bei der Region Hannover gestellt werden. Bestandteil dieses Antrags ist auch ein Biomonitoring, auf dessen Basis die Genehmigungsbehörde später Auflagen zum Naturschutz erlassen wird.

Umweltschutz wird berücksichtigt

Das Band soll auf die rote Linie verlegt werden – Foto: JPH

„Bereits jetzt ist der Artenreichtum im Steinbruch höher als im Umfeld“, trug der Umweltschutzbeauftragte vor. Im Rahmen des Einbringens sind verschiedene Umweltauflagen zu beachten: Gemäß der Planfeststellung darf Holcim jährlich immer nur einen kleinen Bereich überdecken. Im Sommer 2020 wurden im Verfüllbereich verschiedenste Umsiedlungen, so beispielsweise für Kammmolche, vorgenommen. Damit ist sichergestellt, dass die Einwirkungen auf die Natur gering bleiben. Dies wird auch schon seit vielen Jahren mit dem Abraum aus dem Steinbruch selbst so praktiziert – etwa 16 000 Kubikmeter aus dem Bereich Bilm.. Derzeit wird zum Beispiel Abraum im Bereich der alten Bypassstaubdeponie eingebaut. Um die Entwicklung der Artenvielfalt zu fördern, werden gezielt lokale Biotope mit angelegt. Grundwasser ist durch den Einbau generell nicht betroffen, da der Mergel nahezu wasserundurchlässig ist.

Sieben Jahre für die Einlagerung

Auf der hellen Fläche im Hintergrund soll die Einlagerung erfolgen – Foto: JPH

Der erforderliche Bauantrag für die neue Einlagerung soll noch in diesem Jahr gestellt werden, informierte Reupke die Besucher. Im Rahmen des Antrages wird auch die Stadt Sehnde – und damit auch der Ortsrat Höver – durch die Region Hannover beteiligt werden. Die Einlagerung selbst soll dann 2021 beginnen und bis etwa 2028 dauern. Dabei darf nur unbelasteter Boden in die Grube gebracht werden. Dazu, so die Angabe an diesem Abend, erfolgen zwei Beprobungen. Eine vor dem Verladen am Anfallsort des Aushubes, die zweite vor der Einlagerung in die Grube. Die Prüfung in Höver erfolgt dabei von einem unabhängigen Labor.

Lärmschutz berücksichtigt

Im Zusammenhang mit der Verfüllung des alten Steinbruchs wird Holcim auch den Verlauf der Förderbandanlagen vom aktiven Steinbruch ins Zementwerk anpassen. Im Abschnitt des alten Steinbruchs wird das Förderband künftig an den Steinbruchrand verlegt. Im Bereich des Dorfes Höver wird das neue Förderband weitgehend auf einer Schneise unter Geländeniveau verlaufen, so dass Blickachsen in den alten Steinbruch nicht verdeckt und mögliche Bandlaufgeräusche abgeschirmt werden, betonte Reupke auf entsprechende Fragen der Bürger. Die waren nach eigenen Angaben am Schluss der Veranstaltung mit der Vorstellung und den Informationen an diesem Abend sehr zufrieden.

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