Abriss eines „Traditionsgebäudes“ in Sehnde

15. Oktober 2020 @

Den Abriss eines alten Sehnder Gebäudes hat die Firma Bähre aus Lehrte übernommen. Das marode Haus an der Peiner Straße 63 am Betriebsgelände der Firma Plate Sanierungsunion weicht damit einer Weiterentwicklung des dahinterliegenden Gebäudekomplexes des Postverteilerzentrums.

Weiterentwicklung der Plate Sanierungsunion

Das alte Haus ist bereits entkernt, das Dach runter und der Innenraum in den Container entrümplet – Foto: JPH

Anfang 2019 hatte die Sanierungsunion das Haus gekauft, dass zuvor noch als Mietshaus genutzt wurde. Damit lag es als „Enklave“ im Betriebsgelände von Plate mit rund 35 000 Quadratmetern Größe. „Wir wollen dort ein multifunktionales Zentrum für Kraftfahrzeuge aufbauen“, stellte Joachim Plate die Pläne beim Abriss vor. „Dafür bauen wir an dieser Stelle ein mehrgeschossiges Geschäftshaus mit einer siebenstelligen Bausumme mit Anschluss zum Postverteilungszentrum.“ Immerhin liegt auf dem geplanten KFZ-Bereich mit rund 9000 Quadratmetern Hallenfläche unter anderem bereits die Prüfanlage der Dekra und der größte europäische Händler für gebrauchte Motorradteile sowie eine Waschanlage, führt Plate aus.

Haus mit „Background“

Abrissleiter Manuel Hermida-Lorenzo erläuert das Vorgehen – Foto: JPH

Das abgerissene Haus ist nicht unbekannt in der Stadt Sehnde. Ursprünglich diente das es den Hannoverschen Verkehrsbetrieben üstra als Stationsgebäude der Straßenbahnlinie 15, die im Jahr 1960 stillgelegt wurde. Die Linie war dabei noch als „echte“ Straßenbahn aktiv und konnte per Schiene sogar die Sehnder Zuckerfabrik erreichen. „Zuvor war es in den 20-er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein Gebäude mit einer Stückgutrampe auch als Stückgutbahnhof für Transporte bis nach Hannover.“(Quelle: Horst Moch–Straßenbahn in Hannover/ISBN 3-933613-45-0).

Abriss durch Bähre

Mit dem Abriss des Gebäudes ist die Lehrter Firma Bähre beauftragt. „Wir haben vergangene Woche mit der Entkernung und Entrümpelung des Gebäudes begonnen“, erläutert Manuel Hermida-Lorenzo, Leiter der Arbeitsstelle in Sehnde. „Dabei wurden alle Stoffe getrennt und entsprechend entsorgt. Das Dach wurde von Hand abgenommen. Jetzt sind die Außenmauern dran, die dann als Bauschutt entsorgt werden.“ Aus bautechnischer Sicht, so Plate, konnte das nur außen optisch verbesserte Haus aufgrund seiner maroden Substanz nicht in ein neues Projekt einbezogen werden.

Und dann übernahm „Lucky“ mit seinem Abrissbagger die weiteren Arbeiten, bevor das Haus dann in den nächsten Tagen auf dem Laster landet und Sehnde endgültig verlässt.

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