Umweltschutz und Realität: zwei Welten prallen aufeinander

20. Januar 2020 @

Umweltschutz beginnt im Kleinen und vor unserer Haustür, meint unser Redakteur Peter Hellerling mit einem Rückblick auf Silvester 2020:

Jeden Freitag geht’s los zur Schulzeit-Demo, in unserem Fall nach Hannover. Dort wird dann in allen Variationen darauf hingewiesen, dass wir das Klima retten und die Umwelt reinhalten sollen. Weltweit, sofort und dauerhaft. Sonst kommen wir solange wieder.

Wegräumen und nicht auf andere warten – dann klappt’s auch mit dem Umweltschutz – Fotos: JPH

Und dann klappt es nicht einmal vor der eigenen Haustür? So war der Sehnder Bauhof am Tag nach Neujahr – teilweise sogar schon am Feiertag selbst – damit beschäftigt, die liegengebliebenen Hinterlassenschaften der umweltbewegten Feuerwerker (und von denen, die das Ganze nicht interessiert) wieder wegzufegen. Speziell auf der Fahrbahn sogar aus Sicherheitsgründen in Zeiten der Batterieschussgeräte erforderlich. Das sah nicht nur an der Halle in der Feldstraße – wie im Bild – so aus. Auch die Achardstraße und sicher noch andere Bereiche der Stadt glichen dem. Und teilweise liegen die Reste noch so, wie sie nach der Silvesternacht hinfielen – auf vielen Bürgersteigen. Alternative? Pfand auf Batterieschussgeräte? Geht ja heute eigentlich immer….

Tatsache und einfacher ist, dass rechtlich jeder Verursacher für die Beseitigung seines Anteils an der Verschmutzung selbst verantwortlich ist. Das war schon vor „Fridays for Future“ so und gilt auch danach weiter. Und das wird nicht durch das Zahlen von Straßenreinigungsgebühren etwa abgelöst oder gar aufgehoben. Auch die Knallerreste sind Umweltverschmutzung der nicht wirklich demonstrierten Art. Man kann nicht an einem Ort demonstrieren, weil’s schick ist, und an einem anderen sagen, dass soll wegräumen wer will. Ganz oder gar nicht – so muss es richtig heißen. Wie Lithium fürs Handy oder Taschenlampe zum Morsen. Und auch wenn es mal gerade kein Freitag ist, an dem die Straße verschmutzt wurde: Transparente eignet sich gut als Kehrblech und Schaufel und haben damit sogar einen weiteren praktischen Nutzen. Also: die nächste Silvesternacht kommt bestimmt – oder zwischendurch der Eyjafjallajökull.

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