Sehnder Ortsfeuerwehren bauen Mitgliederzahlen aus – Stadtfeuerwehrtag gut besucht

14. Mai 2019 @

Die 13 Ortsfeuerwehren der Stadt Sehnde trafen sich mit den Mitgliedern in der Mensa der KGS in Sehnde zum Stadtfeuerwehrtag 2019, der von der Ortsfeuerwehr Höver ausgerichtet wurde. Dabei gab es viele Informationen zum Feuerwehrwesen in Sehnde, zur Entwicklung der Ortsfeuerwehren und zu den Planungen der Stadt bezüglich der Fahrzeuge und Feuerwehrhäuser.

Rund 200 Mitglieder der Ortsfeuerwehren waren mit dabei – Foto: JPH

Dabei haben die Sehnder Ortsfeuerwehren entgegen dem bundesweiten Trend auch im vergangenen Jahr ihre Mitgliederzahlen ausbauen können. Am 31. Dezember versahen 510 Männer und 68 Frauen ehrenamtlichen Dienst, was 28 mehr als im Vorjahr sind. Mit dieser Erfolgsstatik wartete Stadtbrandmeister Jochen Köpfer bei seinem Bericht im Rahmen des Stadtfeuerwehrtages auf. „Diese Zahlen zeigen trotz aller Befürchtungen durch die demografische Entwicklung, dass es sich lohnt, für eine Mitgliedschaft in den Feuerwehren zu werben“, sagte Köpfer vor rund 200 Mitgliedern und Gästen – darunter Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke und der Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing.

Wie sehr sich die Sehnder auf ihre Feuerwehr verlassen können, zeigt ein Blick in die Statistik, die der Stadtbrandmeister den Zuhörern vortrug: 57 (im Vorjahr 30) Brände wurden bekämpft, darunter ein Großbrand. Zu Verkehrs- und Gefahrgutunfällen, die zur technischen Hilfe zählen, wurden  die Ehrenamtlichen 134 (130 im Vorjahr) gerufen. Die Zahl der Fehlalarme ist mit 49 (Vorjahr 50) etwa gleich geblieben. Es gab acht nachbarliche Hilfeleistungen (im Vorjahr 9), was auch einem Gleichstand entspricht.

Besondere Einsätze waren ein Brand in den Kellerräumen der JVA. Hier gestaltete sich die Be– und Entlüftung besonders schwierig, da sich die Fenster in derartigen Einrichtungen nicht öffnen lassen. Auch ein Unwetter zog wieder über die Stadt Sehnde hinweg und bescherte den Feuerwehren 34 Einsätze. Mitte März musste aus einem Teich bei Bilm zudem eine Leiche geborgen werden. Einen Tag später gab es in Müllingen, Wirringen, Wehmingen, Bolzum und Teilen von Wassel und Sehnde einen totalen Stromausfall. Die Feuerwehr in Müllingen-Wirringen, Wehmingen und Bolzum wurden besetzt und ein Krisenstab eingerichtet. Nach fast 13 Stunden war die Stromversorgung wieder hergestellt.

Stadtbrandmeister Jochen Köpfer sprach zur Situation der Feuerwehr in Sehnde – Foto: JPH

Ein Wassereinbruch in einem Binnenschiff auf dem Mittellandkanal forderte den Einsatz der Feuerwehr mit der Tauchergruppe. Im April beginnend gab es eine Brandserie auf dem Gelände der Keramischen Hütte. Gerade als am 30.06. 2018 die Sternfahrt der Ortsfeuerwehren im Rahmen des Ferienpasses stattfinden sollte, kam es in Rethmar zu einem Großbrand. Hohes Medieninteresse erweckte auch ein Sattelzug, der in das Regenrückhaltebecken vor dem Feuerwehrhaus in Höver gefahren war.

Kritisch berichtete Köpfer über das Löschgruppenfahrzeug des Katastrophenschutzes, das zwar ausgesondert und aber noch nicht ersetzt worden ist, obwohl ständig neue KatS-Fahrzeuge in die verschiedensten Bereiche zulaufen. Als das Fahrzeug einst in Dienst gestellt wurde, waren Einsätze der Feuerwehrbereitschaften eher selten. Aber inzwischen ist es Bestandteil des regelmäßigen Bedarfs, das der Bund im Rahmen des Bevölkerungsschutzes eigentlich erneuern müsste. Und so fehlte das ausgesonderte Fahrzeug bereits kurz danach beim Hochwassereinsatz im Landkreis Hildesheim. Hier stellt sich die Frage, ob der Bund seinen Verpflichtungen im Bevölkerungsschutz qualitativ und quantitativ nachkommt –  oder sich mal wieder auf die Kommunen verlässt.

Zum Thema Digitalfunk konnte Köpfer vermelden, dass es mit großen Schritten vorangeht. Die Ausschreibungen sind gelaufen und die Funkgeräte können in den nächsten Wochen bestellt werden. Hierbei haben die Regionsausbilder schon ihre Unterstützung bei der Ausbildung an den neuen Geräten für Sehnde zugesagt.

Angesichts der Bedeutung des Ehrenamts für die Ortsfeuerwehren in der Stadt Sehnde, berichtete Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke über Neubeschaffungen und Investitionen in die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren. Zwei TSF-W für die Ortsfeuerwehren Bilm und Klein Lobke sind bereits bestellt, die Ausschreibung eines TSF Logistik für die Ortsfeuerwehr Evern ist bereits erstellt. Ein Fahrzeug für die Ortsfeuerwehr Dolgen und ein Mehrzweckfahrzeug für die Ortsfeuerwehr Höver sind derzeit in Planung und ein Leistungsverzeichnis für die neue Drehleiter der Ortsfeuerwehr Sehnde wurde erstellt. Desweiteren befasst sich die Verwaltung mit der Ausschreibung für Digitalfunkgeräte. Problematisch gestaltet sich allerdings der Umbau des Feuerwehrhauses in Höver, da die Baufirmen derzeit alle ziemlich ausgelastet sind und es bis zu einer bestimmten Größenordnung schwer fällt, Anbieter zu finden. Trotzdem schreiten auch die Planungen für die Feuerwehrhäuser in Sehnde und Haimar voran. Zudem wurde für die Überarbeitung des Feuerwehrbedarfsplans eine externe Firma beauftragt, die das Dokument anpassen soll.

Die Nachwuchswerbung hat sich 2018 auch gut entwickelt – Foto: JPH

Die verschiedenen Fachbereiche berichteten danach über ihre Arbeit. Ralph Spannknebel als Stadtausbildungsleiter konnte Positives zur Ausbildungssituation in Celle und Loy berichten. Er teilte mit, dass 92 Lehrgänge besetzt werden konnten. Auch die Truppmannausbildung auf dem Stadtgebiet läuft mit seinem Ausbilderteam gut. Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hat mit Tim Herrmann und seinem Presseteam bei nahezu allen Einsätzen und Veranstaltungen unterstützt und Berichte erstellt. Die Mitgliederwerbung konnte einige Projekte erfolgreich umsetzen. Nach der erfolgreichen „Löscheimeraktion“ im vergangenen Jahr, mit der schon mehrere Aktive und fördernde Mitglieder in den Ortsfeuerwehren gewonnen werden konnten, wird es dieses Jahr mit neuen Aktionen weitergehen. Eine Feuerwehrmeile ist für den 24. August 2019 in Sehnde auf dem Marktplatz geplant.

Die neun Kinderfeuerwehren unter Leitung von Birgit Bettmann haben 143 Kinder, davon 56 Mädchen, in den Mitgliederlisten. Seit dem Frühjahr ist Lena Ascher aus Sehnde die neue Stellvertreterin von Bettmann. Vom Ausbilderteam  wurden 65 Zeltlagertage organisiert. Insgesamt wurden 1121 Dienststunden geleistet. Die Betreuer nahmen außerdem an sechs Fortbildungen teil.

Stadtjugendfeuerwehrwart Karsten Ude teilte mit, dass in den neun Jugendfeuerwehren derzeit 173 Jugendliche aktiv seien, wovon 62 Mädchen sind. Insgesamt wurden von ihnen 2562 Stunden in feuerwehrtechnische Ausbildung und 1695 Stunden mit jugendpflegerischem Hintergrund geleistet. Weitere 3504 Stunden wurden vor die Vor- und Nachbereitung der Dienste, Sitzungen und Fortbildung investiert. Das Highlight des Jahres war wieder das achttägige Stadtzeltlager in Hameln. Zudem wurden auf Stadtebene wieder der Hans-Oex-Pokal und die Sommer- und Winterolympiade der Ortsfeuerwehren abgehalten.

Die alljährliche Sternfahrt musste aufgrund des Großbrandes in Rethmar Allerdings ausfallen. Bei der Leistungsspangenabnahme haben zwei Gruppen erfolgreich teilgenommen. Lennard Hüsich aus der

Ortsfeuerwehr Rethmar konnte die Jugendflamme Stufe 3 erwerben, die ein Praktikum in einer sozialen Einrichtung, einen Erste-Hilfe Lehrgang sowie die bestandenen Stufen 1 und 2 voraussetzen.

Stadtsicherheitsbeauftragter Wilfried Holler musste über zwölf Unfallanzeigen berichten, wovon elf die Einsatzabteilungen und eine bei der Jugendfeuerwehr betrafen. In seiner Funktion als Zugführer des 2. Zuges der Regionsfeuerwehrbereitschaft berichtet Christoph Huch, dass man im vergangenen Jahr von Einsätzen verschont geblieben ist. In Klein Lobke wurde allerdings eine Zugübung abgehalten. Im Herbst wurde noch eine große Bereitschaftsübung an der NABK in Scheuen absolviert. Beim Jahresabschlussdienst konnte man Martin Voss als Referenten gewinnen, der über Waldbrandbekämpfung in Schweden berichtete.

Die neuen Ortsbrandmeister und ihre Vertreter bei der Ernennung – Foto: JPH

Huchs bisheriger Stellvertreter Torsten Eckert wurde im vergangenen Jahr verabschiedet und Thomas Meine, der ebenfalls aus der Ortsfeuerwehr Müllingen-Wirringen stammt, als sein Nachfolger vorgestellt. Ein Mano, das Huch ansprach, war die schwierige Situation der Fahrzeuge. Das Fahrzeug, welches für den Katastrophenschutz in der Ortsfeuerwehr Rethmar stationiert war, musste stillgelegt werden und wurde ebenfalls bislang nicht durch den Bund ersetzt . Glücklicherweise tut das der Motivation der Kameradinnen und Kameraden auf diesem Spezialfahrzeug bis jetzt noch keinen Abbruch.

Am Schluss der Veranstaltung gab es wieder die Beförderungen und die Bekanntgabe von Neu- oder Wiederwahlen in der Ortsfeuerwehen. So wurden

  • Thomas Beckner, Ortsbrandmeister Bilm
  • Martin Koch, stellvertretender Ortsbrandmeister Bilm
  • Matthias Söchtig, Ortsbrandmeister Evern
  • Markus Meyer, Ortsbrandmeister Höver
  • Ralf Heger, stellvertretender Ortsbrandmeister Höver
  • Bernhard Fricke, Ortsbrandmeister Klein Lobke
  • Karsten Herbing, Ortsbrandmeister Wehmingen
  • Oke Fedders, stellvertretender Ortsbrandmeister Wehmingen
  • Kommissarisch als stellvertretender Ortsbrandmeister Klein Lobke wurde Hans-Heinrich Meyer ernannt – die endgültige Ernennung gibt es nach Absolvieren der erforderlichen Lehrgänge.

Ralf Heger, stellvertretender Ortsbrandmeister in Höver, und Oke Fedders, stellvertretender Ortsbrandmeister Wehmingen wurden in das Ehrenbeamtenverhältnis berufen und legen vor der Versammlung ihren Eid ab.

Mit der Ehrennadel der Stadt Sehnde wurden sechs Personen ausgezeichnet (siehe gesonderten SN-Bericht). Die Ehrennadel des Feuerwehrverbandes Region Hannover erhielt Harald Wrede aus der Ortsfeuerwehr Wehmingen.

Befördert zum Oberlöschmeister wurde Oke Fedders aus Wehmingen. Hauptlöschmeister wurden Frank Ludewig aus Wehmingen, Max Digwa aus Rethmar und Daniel Gründer aus Ilten. Erster Hauptlöschmeister sind nun Thomas Meine aus Müllingen-Wirringen und Christian Huch aus Rethmar. Brandmeister wurden Karsten Herbing aus Wehmingen, Ralf Heger aus Höver und als Oberbrandmeister steht nun Fabian Lehrke in Sehnde im Dienst.

Für 40-jährige Verdienste im Löschwesen wurden schließlich Andreas Neuse und Jochen Köpfer aus Ilten geehrt. Mit der Nationalhymne wurde danach der Stadtfeuerwehrtag beendet.

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