Labormobil kommt nach Sehnde: Brunnenwasseruntersuchung auf dem Marktplatz

Für Gartenbesitzer wird Brunnenwasser immer wichtiger. Gerade in der Corona-Pandemie haben viele Menschen die Freude am Gemüseanbau entdeckt und festgestellt, dass das Planschbecken den Besuch im Freibad ersetzen kann. „Bevor jedoch das Wasser aus dem eigenen Brunnen zum Gießen von Gemüse oder zum Planschen verwendet wird, raten wir dringend zu einer Untersuchung, um Gesundheitsgefahren auszuschließen“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Das Grundwasser kann durch die intensive Landwirtschaft mit Nitrat und Pestiziden belastet sein. Eine weitere Gefahr stellen Krankheitserreger dar, die durch verschiedene Einflüsse ins Brunnenwasser geraten können.

Diplom-Physiker Harald Gülzow untersucht einen Brunnenwasserprobe – Foto: VSR

Die gemeinnützige Organisation VSR-Gewässerschutz bietet am Mittwoch, 7. Juli, auf dem Marktplatz in Sehnde eine Untersuchung des eigenen Brunnenwassers an. Wasserproben können von 15 bis 17 Uhr am Labormobil bei Diplom-Physiker Harald Gülzow und Michael Cohausz, ehrenamtlicher Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst, abgegeben werden. Eine Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt wird gegen eine geringe Kostenbeteiligung von zwölf Euro angeboten. Diese Untersuchung wird bereits vor Ort vorgenommen, so dass man seine Ergebnisse schon gegen Ende der Aktion abholen kann.

Durch die Einhaltung der Corona-Maßnahmen ist auch dieses Jahr wieder eine ausführliche Beratung am Informationsstand möglich. Gegen eine weitere Kostenbeteiligung werden die Wasserproben auf weitere Parameter und Bakterien untersucht. Das Team vom VSR-Gewässerschutz erstellt nach dieser Analyse ein ausführliches Gutachten, das dann nach zwei bis drei Wochen mit der Post zugesendet wird. „Es ist wichtig, dass jeder Brunnenbesitzer weiß, wofür er das Wasser bedenkenlos nutzen kann und wegen welcher Belastungen es zu Einschränkungen kommt“, so Susanne Bareiß-Gülzow. Die Brunnenbesitzer werden aber mit ihren Messwerten nicht allein gelassen und können immer montags zwischen 14 und 16 Uhr unter der Telefonnummer 02831/97 31 084 anrufen und noch Fragen zu den Messwerten klären.

Nitrate im Grundwasser

Das Grundwasser ist vielerorts stark mit Nitrat belastet. Der Hauptgrund dafür ist die intensive Landwirtschaft. Insbesondere der übermäßige Einsatz von Dünger auf Ackerflächen führt dazu, dass Brunnenwasser im Garten häufig nicht mehr uneingeschränkt verwendet werden kann. Allerdings sind nicht alle Brunnen in der Region mit Nitrat belastet. Selbst bei benachbarten Brunnen gibt es große Unterschiede, je nachdem aus welcher Tiefe das Wasser gefördert wird. Wasser mit höheren Nitratkonzentrationen ist aus gesundheitlichen Gründen nicht zum Trinken geeignet. Auch die Verwendung zum Befüllen eines Planschbeckens oder Teichs ist eingeschränkt. Beim Gießen ist es wichtig, die Nitratkonzentration zu kennen. Eine Nitratanreicherung im Gemüse kann man verhindern, indem Nährstoffe aus dem Gießwasser bei der Düngung angerechnet werden.

Eisen im Grundwasser – Hinweis auf guten Nitratabbau

Nitrat kann im Grundwasser auch abgebaut werden. Allerdings entsteht dabei gelöstes Eisen. So stellen viele Brunnenbesitzer in den letzten Jahren fest, dass ihr Brunnenwasser immer eisenhaltiger wird. Das ist Segen und Fluch zugleich: Ihr Wasser weist immer noch eine sehr geringe Nitratbelastung auf. Doch eine hohe Eisenkonzentration im Brunnenwasser kann das Wasser gelb/orange verfärben. Schön ist das nicht – besonders nicht in einem Planschbecken oder an weißen Mauern. Außerdem kann es beim Gießen zu Pflanzenschäden kommen. Durch die Ablagerungen kommt es zu verstopften Leitungen und Schäden an Geräten.

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