Auf den Tag genau sechs Jahre später: Fortunas späte Revanche

21. Mai 2019 @

Für Situationen wie diese gibt es eine ganze Reihe von Weisheiten. „Man sieht sich immer zweimal im Leben“, ist eine davon. Am vergangenen Sonnabend, 18.05.2019, sahen sich Fortuna Düsseldorf und Hannover 96 wieder. Mit einer Geschichte, wie sie der Fußball so gern schreibt: Und ich war neben einer Handvoll Sportjournalisten aus Hannover mit dabei. Ein Blick zurück: Am 18. Mai 2013, dem 34. und letzten Saisonspieltag, stieg die Düsseldorfer Fortuna unter dramatischen Umständen nach nur einem Jahr aus der Eliteliga ab. In Hannover. Auf den Tag genau sechs Jahre später kam 96 zum Saisonfinale in die Düsseldorfer Arena. Als Absteiger.

Jetzt ist bei Hannover 96 alles im Umbruch – und der Präsident ist gefordert – Foto: JPH

Am 18. Mai 2019 also wurde ich Augenzeuge von Fortunas später Revanche, die sich aber in Grenzen hält und auch keine Häme rüberkommen lässt. Man hatte eh den Eindruck, als war der Abstieg von 96 nur ein skurriler Randaspekt der großen Fortuna-Party nach einer sensationellen Saison des Aufsteigers vom Rhein.

Nach dem 1:2 in der Düsseldorfer Merkur Spiel-Arena trauert die Bundesliga Hannover nicht mehr nach. Fast alle Spieler verschenkten ihr letztes Hemd an die Fans und die Mannschaft bedankte sich. Trainer Thomas Doll gab selbst zu: „35 Minuten richtig gut gespielt, da muss man einfach mal den Deckel draufmachen!“

Die Klasse für die Bundesliga hat nicht gereicht, nicht unter André Breitenreiter, nicht unter Doll. Der Fußball-Lehrer Doll hatte aber „ein paar richtig gute Jungs kennengelernt!“ Das konnte man nicht von allen sagen. Über ein Dutzend Spieler werden gehen. Einige sind bereits verkauft und wenn Angebote kommen für Elez, Ostrzolek, Korb oder Albornoz, lässt 96 auch sie ziehen.

Mannschaft, Trainer, Betreuer – der Umbruch betrifft alle Bereiche. Wie hieß es oft so schön? „Außer Sievers könnt ihr alle geh’n.“ Aber auch für Pokalheld und Torwarttrainer Jörg Sievers ist der Abstieg bitter. Er lebt und liebt diesen Verein. Von der Sorte braucht 96 mehr, damit man sich wieder sieht, in der Bundesliga.

Praktikant Tim Tscharntke/JPH

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