Wassel bekommt eine neue Mitte: Aktiv Wohnen am Oelkershof

Wassel bekommt eine neue Mitte: Aktiv Wohnen am Oelkershof

(Bild oben: Der erste Spatenstich mit Godehard Kraft, Mirja und Philip Köhler, Thomas Franz, Almuth Gellermann und Ulrike Dohrs (v.li.) – Foto: JPH)

Bislang lag der Oelkershof zentral in Wassels Mitte – jedoch weitgehend ungenutzt. Dann hatten die Besitzer Philip und Mirja Köhler gemeinsam mit Thomas Franz, Chef der Pflegestation Dr. Krüger und Mobile Pflege Dr. Krüger, eine hervorragende Idee, diese Mitte wieder zu beleben: Das Projekt „Aktiv Wohnen am Oelkershof“ an der Großen Kampstraße 16.

Nach einer Planungsphase und den erforderlichen Abrissarbeiten erfolgte am Freitag, 08.04.2022, in Anwesenheit der beiden Familien der Projektinitiatoren, der Ortsbürgermeisterin Almuth Gellermann, ihrer Stellvertreterin Ulrike Dohrs und Fachdienstleiter Stadtentwicklung Godehard Kraft der erste Spatenstich für den Neubau und das neue Konzept altersgerechten Wohnens am Ort.

Von der alten zur neuen Mitte

Die Südseite des neuen Oelkershof für das aktive Wohnen – Foto: JPH

Sie stellten in einem kurzen Abriss die Geschichte zur Entwicklung des von Köhler geerbten Hofes dar, sprachen über die 2016 entstandene Idee des altersgerechten Wohnens als Angebot für Senioren und die Pläne für den Neubau als Wassels neue Mitte. In einer mehrjährigen Überlegungsphase – von der Erbschaft bis hin zum Konzept – entwickelten Köhler und Franz, ebenfalls in Wassel ansässig, das  Projekt. Dann folgten die Gespräche mit der Stadtverwaltung und die Bauplanung. „Bisher mussten die Menschen aus Wassel beispielsweise immer woandershin umziehen, wenn sie nicht mehr in ihrem Haus oder ihrer großen Wohnung leben wollten oder konnten“, so Köhler. „Nun bekommen sie eine Alternative vor Ort – die ihnen die Freiheiten lässt, die sie sich selbst wünschen.“ Dabei denkt die Familie Köhler, die ihren Hof in Wassel bereits in der 12. Generation bewirtschaftet, an das frühere Altenteil. „Wie in traditionell landwirtschaftlichen Familien vielmals üblich, wurden meine Großeltern bis zu ihrem Tod in unserem Haus gepflegt und versorgt – eine Leistung, welche die ganze Familie mit in die Verantwortung zog, aber insbesondere meine Eltern, sowohl an ihre physischen als auch psychischen Grenzen gebracht hat.“ Und das Projekt, so Philip Köhler, wäre außerdem ganz im Sinne von August Oelkers gewesen. Er war, so die Bauherren, tief im Wasseler Dorfleben verhaftet.

Im sozialen Umfeld bleiben

In dem neuen Haus, so Thomas Franz als Pächter und Betreiber von Aktiv wohnen auf dem Oelkershof, sollen die Mieter in den 18 Zwei- bis Dreizimmerwohnungen „ihren Lebensabend freudvoll verbringen, durch einen dafür zuständigen Pflegedienst Unterstützung bekommen und sorgenfrei ihren Tagesabluaf selbst in die Hand nehmen.“ Dazu ist das Mobile Pflegeteam Dr. Krüger immer vor Ort. Das und die Integration in die Gemeinschaft von Wassel sollen dabei im Mittelpunkt stehen. Auch Wassel profitiert dabei von der neuen Mitte, die sich zu einem Zentrum des Dorflebens entwickeln kann, so die Absicht von Franz. „Wir wollen auch keine Mondpreise nehmen“, verspricht er, „unser Ziel ist es, günstiger zu sein, als ein reines Pflegeheim.“

Dazu kommt ein Angebot an die Bewohner, das sowohl einen fahrplanunabhängigen Shuttleverkehr nach Sehnde und weiter beinhaltet, ein Veranstaltungsangebot, das sich auch an die Dorfbewohner richtet und der hausinterne Gemeinschaftsbereich für verschiedenste Anlässe und Kontakte. Der Pflegedienst ergänzt dann auf Wunsch das Leben in der Anlage dort, wo dazu Bedarf besteht.

Moderne Technik im Gebäude

Der Eingansbereich auf der Nordseite des Hofes – Foto: Denkste Marketing

Dabei wird an vieles gedacht und soll sich ökologisch einfügen. Das Projekt von rund vier Millionen Euro wird im KW40-Plus Standard gebaut, bekommt eine Geothermieheizung, E-Ladestationen für Fahrzeuge, einen Anschluss für Car Sharing und Solardach mit E-Speicher. „Dabei soll der Hofcharakter optisch erhalten bleiben“, so Köhler. „Dazu werden wir den Hauptdachbalken der Scheune im Eingangsbereich des Zentralgebäudes einbauen.“ Alternativ, falls dies sich nicht realisieren lässt, kommt der Balken in den geplanten Grillbereich.

Für die Unterstützung der Stadt Sehnde, angefangen vom Bürgermeister bis hin zum Stadtmarketing, bedankten sich Köhler und Franz: „Sie alle fanden das Angebot vom altersgerechten Wohnen im gewohnten sozialen Umfeld spannend.“

Projekt in Wassel willkommen

Auch die Ortsbürgermeisterin Almuth Gellermann ist mit dem Ansatz zur neuen Mitte hochzufrieden. „Es war eine geschichtsträchtige Situation“, sagte sie vor dem ersten Spatenstich. „Der Oelkershof ist weg, was kommt neu, haben wir uns gefragt. Das was nun geplant ist, ist die beste Möglichkeit, passt sich optisch gut in die dörfliche Struktur ein und wir freuen uns über die Lösung.“ Inzwischen sind, so die Bauherren, auch bereits die ersten Anfragen zum Wohnen aus Wassel eingegangen.

Vor dem folgenden ersten Spatenstich fügten Philip und Mirja Köhler noch hinzu: “ Wir wollen die Chefs des Hof-Bereiches bleiben und nichts verscherbeln.“ Dann erfolgte neben dem schon arbeitsbereiten Bagger der symbolische Spatenstich und der Bau von Aktiv Wohnen auf dem Oelkershof begann offiziell. Bis zum Frühjahr 2023 soll die Anlage dann fertig sein.

Neufreischaltung

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