Holcim informiert über die geplante Verfüllung des Alten Steinbruchs

Holcim informiert über die geplante Verfüllung des Alten Steinbruchs
Holcim informiert über die Verfüllung des Alten Steibruchs - Foto: JPH
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Zu einer Informationsveranstaltung hatte die Werkeleitung der Zementwerkes Holcim in Höver die Bürger aus Sehnde eingeladen, um über die Pläne  der beginnenden Verfüllung des Alten Steinbruchs im Sinne mit dem Ergebnis des Rundes Tisches von 2004 zu unterrichten. Damals war vereinbart worden, dass die Verfüllung in möglichst großen Trancen erfolgen solle, damit keine schadstoffbelasteten Erden darin eingelagert werden.

Anfrage aus Hamburg

Nun hat die Firma die Anfrage für eine Einlagerung von Geschiebemergel und Ablagerungsmergel mit der Bodenqualität ZO+ aus Hamburg gekommen. Mit den Vertretern der Firma Holcim, Stefan Hinrichs, Werksleiter, und Björn Neuhaus, Umweltbeauftragter, waren Christoph Heckendorf von Sweco GmbH und Klaus Uphoff von der Hamburger Hochbahn (HHA) in die Werkskantine in Höver gekommen, um umfassend und offen über die Pläne zu berichten und die Fragen der rund 40 Besucher zu beantworten. Mit dabei waren neben dem Ortsrat Höver auch der Ortsrat Bilm, der Sehnder Bürgermeister Olaf Kruse und der Fachdienstleiter Stadtentwicklung, Godehard Kraft.

Der Alte Steinbruch im Norden soll Erde aus Hamburg aufnehmen zur Verfüllung – Foto: JPH

Einleitend führte Hinrichs aus, dass die Anfrage der Hamburger Hochbahn „ein Glücksfall“ für die Planungen bezüglich der Verfüllung sei. Immerhin gehe es um rund 1,5 Millionen Tonnen unbelasteter Eiszeiterden, die umweltfreundlich mit dem Schiff über die Kanäle von Hamburg kommen sollen. Der Boden fällt an, weil die HHA, wie es anschließend Uphoff vortrug, die neue U-Bahnlinie 5 bauen wird. Der Aushub muss „exportiert“ werden, weil es in Hamburg keine Flächen zur Endeinlagerung gäbe. Die Erde aus dem Bau der 25 Kilometer langen neuen Strecke mit 23 Bahnhöfen durch die City wird dazu zunächst auf einer angemieteten Hafenfläche zwischengelagert, überprüft und dann nach Höver verschifft. Dazu soll am Mittellandkanal ein Interimsanleger gebaut werden, der neben dem Holcim-Anleger betrieben wird. Von dort geht es über eine kurze Strecke per Lastwagen in den Alten Steinbruch. Auch hier erfolgt noch eine Beprobung durch Holcim und – falls gewünscht – auch von einer unabhängigen Firma. Insgesamt werden bis 2040 beim Bau der neuen Linie in Hamburg rund sieben Millionen Tonnen Erdaushub von Sedimentgestein anfallen. Über einen Anschlussauftrag, so Hinrichs, sei jedoch noch nicht gesprochen worden.

Böden sind unbelastet

Mit zahlreichen Querschnitten wurde die Lage der Böden im Baugebiet dargestellt und die Auswahl des Standortes Höver in beiderseitigem Interesse von Christof Heckendorf vorgetragen. Der Ingenieur hatte im Auftrag der HHA die beste Ablagerungsmöglichkeit für die Bodenaushübe eruiert und war dabei auf Hövers Holcim gestoßen – zudem kommt er selbst aus Ilten. „Im Umfeld von Hamburg liegt kein geeigneterer Standort als der Alte Steinbruch in Höver. Hier geht es fast bis an die Steinbruchkante“, trug er vor. „Wir erreichen ihn direkt auf dem Wasserweg, was in keinem anderen Bereich der Fall gewesen wäre.“ So sollen die 1,5 Millionen Tonnen täglich mit zwei Schiffen den Anleger erreichen.

Fragen ausgiebig beantwortet

Stefan Hinrichs, Björn Neuhaus, Klaus Uphoff und Christof Heckendorf (v.re.) beantworteten alle Fragen der Besucher – Foto: JPH

Die Fragen der Bürger wurden danach in einer angehm offen Atmosphäre beantwortet. So hatten die Ortsräte zahlreiche Fragen zu möglichen Belastungen und zur Anlieferung selbst. Sie wurden nach den ersten Anfragen bezüglich der Belastungen von dem ebenfalls anwesenden Gerrit Hahn, Mitarbeiter beim Fachbereich Umwelt der Unteren Abfallbehörde der Region Hannover, umfassend beantwortet. Er attestierte den Böden eine unbelastete Qualität, zumal sie aus Zeiten stammen, in denen der Mensch noch nicht in die Natur eingegriffen hat.

Zudem gab es Fragen um den Naturschutz der Kammmolche im Alten Steinbruch, die umgesiedelt werden sollen vor der Verfüllung, um den Anleger, der neu gebaut werden soll – und der nicht oder doch im Naturschutzgebiet liegt. Hier wurden die Besucher eingeladen, sich selbst ein Bild von der tatsächlichen Lage zu machen. Zugesagt wurde außerdem, dass es keine Änderung an der Planung des Runden Tisches von 2004 gibt und auch die Flutung im neuen Abbaugebiet erfolgen wird.

Mit einem guten Gefühl gingen die Lokalpolitiker und auch die Besucher an diesem Abend nach Hause.

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