Klinik-Mitarbeiter bauen Stress ab: Seminar an der MHH

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Themen wie „Selbstfürsorge, Achtsamkeit und Kommunikationstraining“ stehen auf dem Stundenplan. „Wir können anderen nur helfen, wenn wir uns selbst helfen und achtsam mit uns umgehen.“ Davon ist Dr. Michael Sasse überzeugt. Er ist der leitende Oberarzt der Kinderintensivstation der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Darum haben Ärzte und Pflegekräfte der Station im vergangenen Jahr an einem Achtsamkeitskurs teilgenommen und sich gestärkt für den stressigen Alltag im Krankenhaus.

Neues Angebot von Kleine Herzen
Seminar in der MHH von den Kleinen Herzen – Foto: I. Thorsting

Etwa 100 Mitarbeiter sind auf der Intensivstation beschäftigt. Finanziert wurden deren Kurse vom Verein „Kleine Herzen Hannover“. „Dieses Angebot ergänzt hervorragend unser Programm für Krisenbegleiter“, so Vereinsvorsitzende Ira Thorsting aus Sehnde. „Kleine Herzen Hannover“ ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 2006 einmalige und bereits mehrfach bundesweit ausgezeichnete Projekte in der Kinderherzklinik der MHH anbietet.

Zusammen mit der Trainerin Tina Boll aus Hannover haben die medizinischen Mitarbeiter daran gearbeitet, für ihren mentalen Ausgleich zum aufreibenden Dienst mit den schwer erkrankten Kindern zu sorgen. Und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. „Tina hatte tolle, schnell umsetzbare und praktische Tipps für unseren Alltag auf Station, aber auch für unseren Alltag zu Hause“, betont Teilnehmerin Hannah. Einmal pro Woche konnten sich die Mitarbeiter einfach mal für 60 Minuten fallen lassen. Und die Ärzte und Pflegekräfte hatten es auch nötig – gerade jetzt während der großen Belastung durch die Corona-Pandemie. Das Training unterstützte die Teilnehmer dabei, beispielsweise mit Meditationen aus dem Gedankenkarussell auszusteigen. Außerdem wurde das Klinikpersonal darauf vorbereitet, in Stresssituationen bewusst zu agieren, statt automatisch zu reagieren. Dr. Michael Sasse: „Ohne Selbstfürsorge und Achtsamkeit in Bezug auf sich selbst ist dieser so stark fordernde Beruf nicht durchzuhalten.“

Kommunikationstraining soll wiederholt werden

Es gab im abgelaufenen Jahr noch ein zweites Angebot für die Ärzte und Pflegekräfte, das auch vom Verein Kleine Herzen finanziert wurde. In diesem Seminar ging es um die Kommunikation. Das Konzept entwickelte „Die Akademie im Gesundheitswesen“ aus Bad Honnef. Ihr Auftrag: Dafür sorgen, die mangelhafte Kommunikation sowohl innerhalb des Teams als auch zu anderen Bereichen zu reflektieren und geeignete Maßnahmen zur Verbesserung zu ergreifen. Im Kurs ging es vor allem darum, die Erwartungen der Patienten, die besondere Situation der Kinder und deren Eltern zu reflektieren und sich darauf einzustellen. „Es kommt darauf an, im richtigen Moment das Richtige zu sagen“, meinte Dozentin Jana Höhn. Auch das Verhalten in besonders schwierigen und eskalierenden Situationen wurde beleuchtet und anhand von konkreten Beispielen besprochen.

Die Teilnehmer würden sich wünschen, dass dieses Training auch in diesem Jahr fortgesetzt werden könne. Der Verein Kleine Herzen hat den dringenden Bedarf erkannt und die Finanzierung bereits zugesagt. Die Vorsitzende Ira Thorsting bekräftigte noch mal die Notwendigkeit dieser Angebote – gerade jetzt in der überaus schwierigen Corona-Krise.

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