Lesung mit Igal Avidan im Kurt-Hirschfeld-Forum in Lehrte

9. September 2020 @

Gemeinsam laden der Präventionsrat Lehrte, das Antikriegshaus Sievershausen und die Deutsch-Israelische Gesellschaft für Freitag, 11.09.2020, um 19 Uhr zu einer Lesung ins Kurt-Hirschfeld-Forum in Lehrte ein: Der Autor, Journalist und Politikwissenschaftler Igal Avidan zeichnet in seinem Buch die einzigartige Geschichte des arabischen Arztes Mod Helmy nach, der in Berlin lebte und praktizierte.

Lesung zu Mod Helmy in Lehrte – Plakat: Präventionsrat Lehrte

2013 ehrte die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zum ersten Mal einen Ägypter als „Gerechten unter den Völkern“ mit der Begründung: „Trotz eigener Verfolgung durch die Nationalsozialisten hat Helmy sich gegen die herrschende Politik ausgesprochen und sein Leben für seine jüdischen Freunde riskiert.“

Mohamed Helmy, in Ägypten geboren, ging 1922 nach Deutschland, um Medizin zu studieren. Ab 1931 arbeitete er am Krankenhaus Moabit. Hier waren rund zwei Drittel der Ärzte jüdisch. Sie alle wurden am 1. April 1933 entlassen und teils ermordet. Helmy war Muslim. Er galt den Nazis zwar als „nicht-arisch“, wurde jedoch nicht verfolgt und durfte weiter als Arzt praktizieren. Bei Kriegsausbruch wurde er, weil Ägypten britisches Protektorat war, mit anderen Ägyptern interniert, im Mai 1940 aber wieder freigelassen. Er hatte danach eine eigene Praxis. Hier nahm Helmy das 17-jährige rumänisch-jüdische Mädchen Anna Boros auf und versteckte sie bei Gefahr in einer Gartenlaube in Berlin-Buch. Ihre Großmutter, Cecilie Rudnik, brachte er zu einer Patientin, der er vertraute, in ein Versteck. Diese Vertraute war Frieda Szturmann, die von Yad Vashem gemeinsam mit Helmy geehrt wurde. Großmutter und Enkelin überlebten dank dieser Hilfe die Shoah.

Igal Avidan, der seit 1990 in Berlin für deutsche und israelische Zeitungen arbeitet, recherchierte die Lebensgeschichte von Mod Helmy und veröffentlichte sie als Buch. Er glaubt, dass Helmy etliche Juden gerettet hat, belegen kann er dies nur für Cecilie Rudnik und Anna Boros. Dr. Kay Schweigmann-Greve wird  als Vorsitzender der Ortsgruppe Hannover der Deutsch-Jüdischen Gesellschaft eingangs den Autor des Buches vorstellen und in das Thema einführen. Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Dündar Kelloglu, Vorsitzender des Lehrter Präventionsrates.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. Aufgrund der derzeitigen Corona-bedingten Hygiene-Maßgaben ist eine vorherige Anmeldung unter Nennung der Kontaktdaten für den Besuch der Veranstaltung erforderlich per Mail an info [at] antikriegshaus [dot] de oder unter der Telefonnummer 05175/57 38. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bis zum Sitzplatz und die Abstandsregeln gelten auch hier. Der Einlass erfolgt ab 18.30 Uhr.

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