Bauen am Stadtrand von Sehnde unbedingt vermeiden, fordert der NABU

Böden sind natürliche Wasser- und CO2-Speicher. Sie tragen zum Schutz vor Hochwasser bei und regulieren die Grundwasserneubildung. Im Sommer sind sie Garant für die kühlende Wirkung von Grünflächen. Zudem sind sie selbst bedeutende Lebensräume mit einer riesigen Artenvielfalt. Aus Sicht des Naturschutzes und zum Erhalt des Bodens für zukünftige Generationen sollten daher keine weiteren Flächen mehr versiegelt oder bebaut,  asphaltiert oder zubetoniert werden. Das wünscht der NABU Sehnde in seinen  Zielsetzungen.

Ackerflächen erhalten statt Versiegelung

NABU will Ackerflächen erhalten – Foto: JPH

Täglich wird in Deutschland jedoch eine Fläche von mehr als 60 Hektar für Siedlungs- und Verkehrsflächen verbraucht. Dort, wo Fläche verbraucht wird, wird der Boden mitsamt seinen Funktionen unwiederbringlich zerstört. Oftmals werden dazu neben Wiesen und Wäldern vor allem fruchtbare Böden der Landwirtschaft zerstört, wie es auch in Sehnde an zahlreichen Stellen zu beobachten ist. Die globale Landwirtschaftsfläche ist jedoch begrenzt, von Dürre bedroht und die Weltbevölkerung wächst stetig. Es dauert 2000 Jahre bis eine zehn Zentimeter fruchtbare Bodenschicht entsteht. Sehnde steht daher für den Erhalt seiner fruchtbaren Ackerflächen und anderer schützenswerter Böden in besonderer Verantwortung.

Bauflächen am Stadtrand streichen

Das Ausweisen von Bauflächen am Stadtrand, wie aktuell beispielsweise für die Gewerbegebiete Sehnde-Ost und im Schnedebruch für Kali&Salz oder das Baugebiet Rethmar-West, sollte daher unbedingt vermieden werden. Hierdurch gehen besonders fruchtbare Böden verloren, die nun weder der Landwirtschaft noch Tieren und Pflanzen zur Verfügung stehen.

NABU Sehnde: Keine weitere Flächen am Schnedebruch versiegeln – Foto: JPH

Durch den Flächenverbrauch steigen auch die Luftschadstoff- und CO2-Emissionen, da neue Siedlungen mehr Verkehr verursachen. Für die Straßen werden wieder Flächen versiegelt. Und es muss auch noch weitere Infrastruktur geschaffen werden, was Energie, Ressourcen und Geld kostet. Daher sollten innerhalb der Sehnder Ortsteile alle Potenziale für Wohnraum und Gewerbe genutzt werden, die vorhanden sind: Unbebaute, aber bereits erschlossene Grundstücke bebauen, Häuser aufstocken, Gebäude sanieren und umnutzen, eine Mitwohnbörse gründen. Warum nicht mal andere Wege gehen – wie die Kombination aus Gewerbe, Einzelhandel und Wohnen? Auf den neuen Discounter-Bauten in Sehnde wäre ausreichend Platz für Wohnungen – Erschließung inbegriffen, schlägt der NABU Sehnde vor.

Vorgärten naturnah gestalten

Für die Artenvielfalt und das Klima in der Stadt haben gerade Vorgärten und kleine Grünflächen eine besondere Bedeutung. Sie bilden ökologische Trittsteine für Pflanzenarten, Insekten und Vögel, die auf der Suche nach Nahrung und Nistplätzen von Trittstein zu Trittstein wandern. Grünflächen liefern saubere, frische Luft. Kies- und Steinflächen heizen sich dagegen stärker auf, speichern Wärme und strahlen sie wieder ab. Schottergärten sind als Versiegelung einzustufen. Unter den eingezogenen Folien lebt nichts mehr und die Bodenfruchtbarkeit geht verloren.

„Wir müssen Sehnde gemeinsam weiterentwickeln“, so der NABU, „aber nachhaltig“. Das heißt, zukunftsfähige Arbeitsplätze und bezahlbaren Wohnraum schaffen, ohne unsere Natur und Lebensgrundlagen dafür weiter zu zerstören. Jeder Quadratmeter unverbauter Boden zählt.

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