Landeswettkampf der Johanniter: Beste Retter in Hannover gekürt

Landeswettkampf der Johanniter: Beste Retter in Hannover gekürt
Ministerpräsident Stephan Weil dankte den Johannitern für ihr Engagement - Foto: Johanniter

Erst spät am Abend standen die Sieger fest: Nach einem Tag voller Wettkämpfe und Aufgaben konnten die Johanniter aus dem Landesverband Niedersachsen/Bremen die besten Mannschaften aus ihren Reihen küren. 21 ehrenamtliche Teams waren – nach vier Jahren Corona-bedingter Pause – am Sonnabend, 24.09.2022, beim Landeswettkampf auf dem Gelände der alten Madsack-Druckerei in Bemerode angetreten. Vom sechs Jahre alten Pflasterknirps bis hin zum erfahrenen Notfallsanitäter hatten alle ihr Können gezeigt und ihre Erfahrung und Kompetenz in vielen realistisch anmutenden Notfall-Szenarien abgerufen. Die Herz-Lungen-Wiederbelebung war ebenso dabei wie ein Arbeitsunfall in einer Lagerhalle mit offener Unterarmfraktur oder ein Unfall im Sportunterricht.

Zur Siegerehrung am Abend kam prominenter Besuch. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil wandte sich als Schirmherr des Landeswettkampfes an die Johanniter: „Ich begegne Euch an jeder Ecke. Ihr seid überall, wo angepackt werden muss. Euer Gemeinschaftsgeist ist großartig. Dafür herzlichen Dank! Ihr seid ein Vorbild.“ An seiner Seite stand Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). Sie sagte zu den mehr als 500 Anwesenden: „Nach allem, was Sie geleistet haben, organisieren Sie so einen tollen Landeswettbewerb. Im Namen der Bundesregierung: Danke, dass es Sie gibt!“ Bereits seit mittag hatte sich Volker Bescht, Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe, auf dem Landeswettkampf umgesehen. Er sagte: „Es sind außerordentliche Leistungen gezeigt worden. Das Engagement und der Ehrgeiz der Wettkampfteilnehmer haben mich überzeugt.“

Die Johanniter-Jugend nahm ebenfalls am Wettbewerb teil – Foto: Johanniter

21 Mannschaften waren bei dem Landeswettkampf in sechs Kategorien angetreten, der Regionalverband Niedersachsen Mitte stellte 15 Teams davon. Fast alle (13 Teams) schafften es auf das Podest, fünf sogar als Sieger. Sie haben sich damit als Teilnehmer für den Bundeswettkampf der Johanniter im Mai 2023 in Berlin qualifiziert. Aus dem Ortsverband Hannover-Wasserturm kamen die Gewinner in den Wettkampfklassen S (Rettungsfachpersonal ab 16 Jahre), A (Sanitätshelfer ab 16 Jahre), E (pädagogisches Personal) und H (Rettungshundestaffeln), die Kinder (6 bis unter 12 Jahre) aus dem OV Landesbergen holten sich den Pokal bei den C-Mannschaften. 

Diese „Olympischen Spiele des Rettens“ finden in der Regel alle zwei Jahre als Höhepunkt des Vereinslebens der Johanniter-Unfall-Hilfe statt. Im fairen Ringen um Höchstleistungen stellen die Teilnehmenden in unterschiedlichen Wettkampfklassen ihren Ausbildungs- und Trainingsstand im Sanitäts- und Rettungsdienst sowie in den Rettungshundestaffeln unter Beweis. Komplettiert wird das Wettkampffeld durch die „E-Mannschaften“, die pädagogischen Fachkräfte aus Johanniter-Kindertagesstätten und Ganztagsschulen. Möglich machte den Wettbewerb, in dem mit zahlreichen authentisch wirkenden Notfallsituationen gearbeitet wird, das RUND-Team (Realistische Unfall- und Notfalldarstellung) der Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen. Etwa 40 Mimen sorgten am Sonnabend geschminkt und schauspielernd für annähernd reale Darstellungen von Notfallsituationen.

Auch die Rettunmgshundestaffeln kämpften um Platz und Sieg – Foto: Johanniter

Das Ehrenamt ist eine der Hauptstützen für Bevölkerungsschutz und Gefahrenabwehr in Niedersachsen. Aus diesem Grund hat der Landesverband Niedersachsen/Bremen der Johanniter-Unfall-Hilfe eine aktuelle Kampagne unter dem Motto „Kein Wir ohne euch“, die ehrenamtlich tätigen Menschen in den Fokus gerückt, gestartet. Zum Landeswettkampf wurden nicht nur Mannschaften eingeladen, sondern auch die jeweiligen Teamkollegen aus den Verbänden, die ebenfalls wie die teilnehmenden Mannschaftsmitglieder aktive ehrenamtliche Einsatzkräfte sind und regelmäßig zum Einsatz kommen. Der Landeswettkampf ist daher auch eine Dankeschön-Veranstaltung für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der JUH in Niedersachsen und Bremen.

Der Landesverband Niedersachsen/Bremen der Johanniter-Unfall-Hilfe erstreckt sich von der Nordsee bis in den Harz, zwischen der Lüneburger Heide und dem Emsland, in der Mitte das Bundesland Bremen. Ihm angeschlossen sind die fünf Regionalverbände Bremen-Verden, Harz-Heide, Niedersachsen Mitte, Südniedersachsen und Weser-Ems.  Etwa 3.700 Menschen sind in der Region hauptamtlich für die Johanniter-Unfall-Hilfe tätig. Aus Liebe zum Leben engagieren sich zudem mehr als 7.300 Helfer ehrenamtlich in Niedersachsen und Bremen, darunter mehr als 2.200 Johanniter-Jugendliche. Ohne die Unterstützung von gut 111.000 Fördermitglieder wäre all dies nicht möglich.

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