Halbzeitbilanz für die interkommunale Veloroute Hannover – Laatzen

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Überwiegend Zustimmung hat die im letzten Sommer zwischen Hannover und Laatzen eingerichtete interkommunale Veloroute gefunden: Die Mehrheit der Radfahrer sieht sich zügiger ans Ziel kommen, empfindet die neue Wegeführung auf der Hildesheimer Straße als sicher und hat zudem noch mehr Spaß am Radeln – dieses Ergebnis verkündet die Regionsverwaltung am Donnerstag, 21.04.2022, über die Route.

Dies macht sich auch quantitativ bemerkbar: Rund 13 Prozent mehr Radler waren seit Juni 2021 in beiden Fahrtrichtungen unterwegs als vorher auf den Fahrradwegen im Seitenraum der Hauptverkehrsstraße zwischen den Nachbarstädten. Und trotz Wegfalls eines Fahrstreifens lässt sich aus den erhobenen Daten nur eine geringe Beeinträchtigung des Kfz-Verkehrs ableiten. Da passt also alles nach Maß. „Eine Beibehaltung beziehungsweise Weiterführung des Versuches ist möglich und sinnvoll“, zu diesem Schluss kommt deshalb ein Zwischenbericht, in dem die Vorher- und Nachher-Situation zwischen der Stadtgrenze Hannover und dem Endpunkt am Stadtbahnabzweig nach Rethen auf Laatzener Stadtgebiet untersucht wurde. 

„Die durch Zählungen, Befahren und Befragungen gewonnenen Erkenntnisse des beauftragten Gutachterteams belegen, dass das von der Region Hannover, der Stadt Laatzen, der Landeshauptstadt und der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr gemeinsam getragene ‚Stadtexperiment‘ gelingt“, so der Verkehrsdezernent der Region Hannover, Ulf-Birger Franz. Die regionsgesteuerte Evaluation weist auch auf Schwachstellen – wie Rückstaus im Autoverkehr oder Fehlverhalten von Radfahrern hin – und empfiehlt eine Optimierung vor der zweiten im Mai/Juni 2022 stattfindenden Evaluationsphase, „um eine für alle Verkehrsteilnehmenden befriedigendere Situation zu erreichen“.

Das zunächst bis zum Herbst 2022 laufenden Stadtexperiment diene auch dazu Schwachstellen klar zu identifizieren und die erforderlichen baulichen Maßnahmen auf Laatzener Stadtgebiet abzuleiten. Auf dem hannoverschen Stadtgebiet ist die Veloroute 8 beschlossen und die baulichen Veränderungen folgen entsprechend.

Veloroute auf dem Stadtgebiet Laatzen

„Wo es nötig ist, werden wir weitere Mängel beheben, um einen für alle Verkehrsteilnehmer verbesserten Verkehrsraum zu schaffen“, kündigte Laatzens Bürgermeister Kai Eggert an: „Rückstau wie an der Münchner Straße müssen etwa durch veränderte Ampel-Phasen entschärft werden.“ Regelverstöße, wie die anhaltende Benutzung des nun als reinen Gehweg ausgewiesenen ehemaligen Radwege, sind ebenfalls problematisch. Hier soll die Markierung von Gehweg-Symbolen auf der alten Radwegtrasse helfen.

Online-Befragung in der Stadt Laatzen

Bestätigt sehen sich die Initiatoren durch eine von der Stadt Laatzen durchgeführten Online-Befragung mit fast 2.000 Teilnehmern – davon aber nur rund 460 Radfahrer. „Gut 60 Prozent der Alltagsradfahrer empfinden demnach die Veloroute als eine komfortable Alternative zur alten Radwegführung.“ Allerdings weicht die Wahrnehmung der verschiedenen Verkehrsteilnehmer stark ab. Die Akzeptanz der Route hängt mit der Raderfahrung zusammen. Wer seltener im Sattel sitzt, fühlt sich unsicherer und lehnt die Veloroute ab. Gewerbetreibende in Laatzen beurteilen ihre Situation mit der Einrichtung der Veloroute auch überwiegend negativ.

Velo-Route im Stadtgebiet Hannover

In den Befragungen des Gutachter-Büros zeigte sich besonders für das Gebiet der Landeshauptstadt eine deutliche Zustimmung in Bezug auf die „gefühlte Sicherheit“. Möglicher Grund: Stadtauswärts zwischen den Straßen Am Mittelfelde und Stiegelmeyerstraße sowie stadteinwärts zwischen Behnstraße und Am Eisenwerk wurden erstmals Leitschwellen als vertikales Trennelement zwischen Rad- und Kfz-Verkehr installiert.

„Eine nochmalige Steigerung des Radverkehrsaufkommens erwarten wir mit der Umsetzung der weiteren geplanten Maßnahmen zwischen der Hildesheimer Straße und der Schützenallee auf unserer Veloroute 8“, so Hannovers Baudezernent Thomas Vielhaber.

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