Freie Wähler Niedersachsen kritisieren Umstellung von iServ auf Microsoft Office

Die Stadt Hannover beabsichtigt, ihre Schulplattform von iServ, einer rein deutschen und seit Jahren bereits in den Schulen eingeführten Software, auf Microsoft Office Lösungen umzustellen. Diese Umstellung kostet Geld und koppelt in Zeiten der Bemühungen Europas um weniger Abhängigkeit von den USA einen weiteren großen Nutzerkreis an ein US-Unternehmen. Dagegen sprechen sich die „Freien Wähler Niedersachsen“ aus, die auf die weitere Unterstützung des deutschen Unternehmens aus Braunschweig in ihrer Pressemeldung drängen. Sie schreiben:
>>Die Freien Wähler Niedersachsen zeigen sich irritiert über die Entscheidung der Stadt Hannover, die landesweit eingesetzte Schulplattform iServ schrittweise durch Microsoft‑Office‑Lösungen zu ersetzen. Daran gibt es Kritik insbesondere aus Datenschutzgründen in Hannover. Regionspräsidentenkandidatin und Bildungsdezernentin Eva Bender (SPD) sagt zwar „Wir nehmen bestehende Verunsicherungen ernst“, aber das ist der übliche Politikersprech für „Wir beschwichtigen und machen dann gar nichts“.
Aus Sicht der Freien Wähler ist dieser Schritt weder pädagogisch noch wirtschaftlich nachvollziehbar – und vor allem ein Schlag ins Gesicht eines erfolgreichen niedersächsischen Unternehmens.
„iServ ist ein echtes Erfolgsprodukt aus Braunschweig – entwickelt, gewachsen und bewährt in Niedersachsen“, betont die Landesvorsitzende der Freien Wähler [Oliver Wempe – Red.]. „Statt regionale Innovationskraft zu stärken, setzt das Land auf einen amerikanischen Konzern. Das ist bildungspolitisch fragwürdig und wirtschaftspolitisch kurzsichtig.“
Die Freien Wähler verweisen darauf, dass iServ seit Jahren an hunderten Schulen mit zirka drei Millionen Nutzern zuverlässig im Einsatz ist, datenschutzkonform betrieben wird und speziell auf die Bedürfnisse deutscher Bildungseinrichtungen zugeschnitten ist. Die Plattform sei nicht nur technisch ausgereift, sondern auch ein Beispiel dafür, wie regionale Unternehmen digitale Infrastruktur erfolgreich bereitstellen können.
„Während überall über digitale Souveränität gesprochen wird, schafft die Stadt Hannover sie im eigenen Haus ab“, heißt es weiter. Die Entscheidung zugunsten von Microsoft führe zu neuen Abhängigkeiten, höheren laufenden Kosten und einer Schwächung der lokalen IT‑Wirtschaft.
Die Freien Wähler Niedersachsen fordern die Bildungsdezernentin Eva Bender (SPD) auf, die Entscheidung transparent zu begründen und Alternativen ernsthaft zu prüfen. Dazu gehört insbesondere eine Weiterentwicklung und Stärkung von iServ als niedersächsischer Lösung auch in Hannover.
„Wir brauchen keine teuren Prestigeprojekte, sondern funktionierende, datenschutzsichere und regionale Systeme. iServ erfüllt genau das – und verdient Unterstützung statt Verdrängung.“<<
Die Redaktion weist darauf hin, dass der Inhalt der Presseerklärung die Ansicht der Partei wiedergibt, die mit der Meinung der Redaktion nicht unbedingt übereinstimmen muss.
Anzeige
Anzeige



