Sommerzeitwechsel behalten – oder lieber eine „dauerhafte“ Zeit?

10. August 2018 @

Die Sommerzeitregelung in der EU schreibt vor, dass die Uhren zweimal pro Jahr umgestellt werden, um der „Tageslichtphase“ Rechnung zu tragen und das verfügbare Tageslicht in einem bestimmten Zeitraum besser zu nutzen.

Soll das ständige Umschalten bleiben oder eine feste Zeit eingeführt werden? – Foto: JPH

„In vielen EU-Mitgliedstaaten besteht eine lange Tradition von Sommerzeitregelungen, die größtenteils bis in die Zeit des Ersten und des Zweiten Weltkriegs oder bis zur Ölkrise in den 1970er Jahren zurückreichen. Damals sollte durch die Sommerzeitregelung in erster Linie Energie gespart werden. Es spielten aber auch andere Gründe eine Rolle, zum Beispiel die Sicherheit im Straßenverkehr, mehr Freizeitaktivitäten durch längere Tageslichtphasen am Abend, oder einfach die Anpassung der nationalen Gepflogenheiten an die der Nachbarn oder der wichtigsten Handelspartner“, so schreibt die Europäische Kommission zum Thema der noch laufenden Umfrage der Bürger zur Beibehaltung der Sommerzeit.

Die Sommerzeitregelungen auf EU-Ebene bestehen seit den 1980er Jahren. Danach stellen die Mitgliedstaaten am letzten Sonntag im März auf Sommerzeit um und am letzten Sonntag im Oktober wieder zur Winterzeit zurück.  Dabei gibt es inzwischen viele Argumente, die gegen eine ständige Hin- und Herschaltung der Tageszeiten sprechen, das führt auch die Kommission ins Feld. Zudem „sei auch darauf hingewiesen, dass die Verfügbarkeit von Tageslicht auch von der geografischen Lage der EU-Mitgliedstaaten abhängt“, so heißt es seitens der Kommission zur Umfrage.

„Einige Mitgliedstaaten haben die Frage der Zeitumstellung kürzlich in Schreiben an die Kommission angesprochen. So hat Finnland die Abschaffung der halbjährlichen Zeitumstellung gefordert, während Litauen eine Überprüfung der derzeitigen Regelung verlangte, um regionalen und geografischen Unterschieden Rechnung zu tragen“, führt die Kommission aus.

Nicht zuletzt deshalb verabschiedete das Europäische Parlament im Februar dieses Jahres eine Entschließung, in der die Kommission aufgefordert wurde, eine gründliche Bewertung der Sommerzeit-Richtlinie vorzunehmen und gegebenenfalls einen Vorschlag zur Überarbeitung vorzulegen. Gleichzeitig wurde in der Entschließung bekräftigt, „dass auch nach der Abschaffung der halbjährlichen Zeitumstellung unbedingt eine einheitliche EU-Zeitregelung beibehalten werden muss“.

Daraufhin startete die Kommission im Internet im Juli eine Umfrage zum Thema, in der die Bürger ihre Position und Meinung zur Sommerzeit und der generellen Zeitumstellung Ausdruck verleihen und ihren Wunsch zur Beibehaltung oder Abschaffung des Wechsels bekunden können. In den ersten Tagen brach daraufhin der Server zusammen. Bei der noch bis zum 16. August laufenden Umfrage können EU-Bürger sich für die Beibehaltung der Sommerzeit oder ihre „Abschaffung in der gesamten Europäischen Union“ aussprechen. Sie können ihre persönlichen Gründe für die Entscheidung angeben und dafür votieren, ob man die Sommer- oder die Winterzeit als „ständige Zeit“ haben möchte.

Falls Sie bisher noch nicht abgestimmt haben, können Sie das jetzt hier im Internet tun.

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