Sehnde gedenkt der Opfer von Gewalt und Krieg

20. November 2017 @

Zur zentralen Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertages hatte die Stadt Sehnde die Bürger und Bürgerinnen erstmals am Sonntagvormittag zu einer Gedenkfeier in die Kapelle auf dem Friedhof Sehnde eingeladen. Nach der Feier wurde dann durch die Feuerwehr ein Kranz am Ehrenmal auf dem Friedhof niedergelegt.

Nele Fricke und Jakob Schwarzer sprachen für die Schüler der KGS – Foto: JPH

Die diesjährige zentrale Feier zum Volkstrauertag fand am Sonntagmorgen um 10 Uhr in der Kapelle auf dem Sehnder Friedhof statt. Dort hatten sich rund 65 Besucher eingefunden, um den Reden und dem Gottesdienst beizuwohnen und der Opfer von Gewalt und Krieg zu gedenken. Musiklisch wurde die Feierstunde von Esther Dultz umrahmt, den Gottesdienst hielt Pastorin Damaris Frehrking. Der Sehnder Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke begrüßte eine große Zahl von Besuchern sowie die Fahnenabordnungen des Kolpingwerks, der Schützen und der Feuerwehr Sehnde.

Die neuen Schülersprecher der KGS Sehnde, Nele Fricke und Jakob Schwarzer betonten den Sinn dieses Tages in der Bundesrepublik und  hoben hervor, dass man dabei nicht nur der Toten der beiden Weltkriege gedenke, sondern ebenfalls der Opfer der heutigen Bundeswehreinsätze, allen verfolgten und Terroropfern . Außerdem warnten sie vor Propaganda und Falschinformationen, wie sie in vielen Medien eingesetzt werden, um zu manipulieren: „Wir haben eine Verantwortung und müssen uns ihr bewusst sein“, so die Sprecher.

Pastorin Damaris Frehrking hielt den Gottesdienst – Foto: JPH

Ortsbürgermeister Helmut Süß freute sich zudem, dass das neue Konzept der Feierstunde in Verbindung mit dem Gottesdienst von den Bürgern gut angenommen wurde und der Besuch dieser Form Recht gibt. In seiner Gedenkrede wies er darauf hin, dass sich dieser Tag auch auf das Gedenken der Opfer des Kommunismus bezieht, das in der früheren Geschichte des anderen Teils  Deutschlands unter sowjetsicher Kontrolle weitgehend ignoriert wurde. „So ist der Volkstrauertag heute ein Gedenktag für alle Opfer von Gewalt und Unterdrückung geworden, der Zeit und Raum für die Trauer um alle Toten von Regimen gibt, ohne nach Schuld oder Unschuld, nach Recht oder Unrecht  von ihnen zu fragen.

Am Ehrenmal wurde der Kranz niedergelegt und die Nationalhymne gesungen – Foto: JPH

Im anschließenden Gottesdienst, ging Frehrking auf Thema Soldaten und Einsatz von Gewalt zur Verteidigung ein und sprach auch die Religion im Zusammenhang mit Gewaltausübung und daraus resultierenden Opfern an. Sie sagt5e: „Die Annahme, Religion ginge einher mit Gewalt und Krieg ist falsch. Sie wird  missbraucht, um Machtausübung und Unterdrückung zu rechtfertigen.“ Gebetet wurde dann gemeinsam für die, „die für uns tätig sind“ – damit sie „das richtige tun und wir eine starke Gemeinschaft werden“.

Dann zogen die Besucher, angeführt von den drei Fahnenabordnungen und den politischen Spitzen der Stadt, zum Ehrenmal, um dort den Kranz niederzulegen. Nach dem „Lied vom guten Kameraden“, gespielt von Indra Menzel aus der KGS, und einer kurzen Ansprache von Ortsbürgermeister Helmut Süß sang man gemeinsam zum Abschluss die Nationalhymne.

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