Sehnde gedenkt der Opfer von Gewalt und Krieg

18. November 2019 @

Zur zentralen Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertages hatte die Stadt Sehnde die Bürger und Bürgerinnen erneut zum Sonntagvormittag in die Kapelle auf dem Friedhof Sehnde eingeladen. Nach der Feier erfolgte dann durch die Feuerwehr die Kranzniederlegung am Ehrenmal auf dem Friedhof.

Massi Husen und Taylor Hoare (v.re.) sprachen für die Schüler der KGS – Foto: JPH

Feier in der Friedhofskapelle

Die diesjährige Feier zum Volkstrauertag fand am Sonntagmorgen um 11 Uhr in der Kapelle auf dem Sehnder Friedhof statt. Dort hatten sich mit rund 50 Besuchern weniger Teilnehmer als im Vorjahr eingefunden, um den Gedenkreden und -gottesdienst beizuwohnen. Musikalisch wurde die Feierstunde von Inken Kinder und dem Chor der Liedertafel umrahmt. Den Gottesdienst hielt für die erkrankte Pastorin Ricarda Schnelle Hartmut Völksen. Der Sehnder Bürgermeister Olaf Kruse begrüßte neben den Besuchern die Fahnenabordnungen der Schützen, des TVE Sehnde und der Feuerwehr.

Schülersprecher der KGS halten Gedenkrede

Die wiedergewählten Schülersprecher der KGS Sehnde, Massi Husen und Taylor Hoare, begannen ihre Gedenkrede mit einem Zitat Mahatma Gandhis: „Die Geschichte lehrt den Menschen, dass die Geschichte den Menschen nichts lehrt“. So führte man trotz der Weltkriege I und II auch weitere: Korea, Vietnam, Naher Osten, Terrorismus und Vertreibungen – und aktuell das NATO-Mitglied Türkei in Syrien. Sie betonten auch die Erkenntnis, dass „die Menschen einen Krieg noch nie wirklich gewonnen haben“. Sie schlossen ihren Vortrag mit dem Appell: „Wir müssen unser Denken und Handeln auf den Frieden richten – und Gandhis Zitat überwinden.“

Bürgermeister Olaf Kruse sprach die Gedenkrede – Foto: JPH

Bürgermeister ruft zum Frieden auf

Bürgermeister Kruse  dankte allen, die den Weg zur Gedenkstunde gefunden hatten. Er hob hervor, dass der Tag nicht nur Tradition sei, sondern auch und vor allem Erinnerung an die Soldaten, Zivilisten, Opfer ihres Glaubens, ihrer politischen Ansichten oder ihrer Ausrichtung. Das nicht nur für die Opfer in der Vergangenheit, sondern auch für diejenigen, die aktuell für die Bundesrepublik im Einsatz sind, die von Terroristen heimgesucht wurden und die von Despoten unterdrückt werden. Damit ist der Tag nicht nur ein Gedenken, sondern auch eine Zukunftsmahnung.

„Frieden ist noch lange nicht, aber nur das Vergessen der Opfer führt zum Krieg als Normalität“, so Kruse. „Wir dürfen nicht wegschauen, zumal Deutschland seit 20 Jahren in internationalen Einsätzen ist. Und damit länger, als beide Weltkriege zusammen gedauert haben.“ Denn Frieden ist ein extrem hohes Gut. „Frieden und Demokratie entstehen jedoch nicht von allein, wir brauchen überall Menschen, die sie schützen und bewahren“, schloss Kruse.

Zum Schluss erfolgte die Kranzniederlegung am Mahnmal – Foto: JPH

Hartmut Völksen vertat dann die erkrankte Pastorin Ricarda Schnelle und las die umfangreichen Fürbitten für den Frieden und sprach mit den Anwesenden das Vaterunser.

Kranzniederlegung und Nationalhymne zum Abschluss

Nach der folgenden Kranzniederlegung am Mahnmal auf dem Friedhof durch den Ortsbeauftragten der Kriegsgräberfürsorge, Ortsbürgermeister Helmut Süß, und Bürgermeister Kruse spielte Indra Menzel das Lied vom guten Kameraden. Dann sprach Süß am Mahnmal die Gedenkformel für alle Opfer aus den verschiedenen sinnlosen Auseinandersetzungen und widmete den Kranz den Opfern der Kriege, der politischen Verfolgungen, der Bürgerkriege und des Terrorismus sowie von Hass und Gewalt. Mit dem anschließenden singen der Nationalhymne endete die Feierstunde.

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