Falsche Polizeibeamte bekamen Besuch von den Richtigen: Ermittler decken falsche Polizeibeamte auf

Falsche Polizeibeamte bekamen Besuch von den Richtigen: Ermittler decken falsche Polizeibeamte auf
Sechs Durchsuchungen in Hannover - Foto: JPH

Die Zentrale Ermittlungsgruppe Trick des Zentralen Kriminaldienstes Hannover ist am Donnerstag, 01.12.2022, im Rahmen eines Verfahrens gegen sogenannte falsche Polizeibeamten mit Durchsuchungsbeschlüsse der Staatsanwaltschaft Hannover zu Besuch bei den falschen Beamten gewesen. In fünf Wohnungen der mutmaßlichen Täterinnen und Täter sowie in einer Gartenkolonie im hannoverschen Stadtgebiet wurden nicht nur verfahrensrelevante Beweismittel, sondern auch eine nicht geringe Menge Betäubungsmittel gefunden.

Trickbetrug per Telefon

„Bei Ihnen in der Umgebung ist ein Raubüberfall gewesen, bitte legen Sie zur Sicherung Ihre Wertgegenstände vor die Tür“ – mit diesem Spruch meldeten sich vermeintliche Polizeibeamten bei den Betroffenen und fragten sie gezielt nach Wertgegenständen, darunter Bargeld, Schmuck und Münzen, aber auch nach EC-Karten mit der PIN-Nummer.

Das Verfahren wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betruges unter dem Titel „Falscher Polizeibeamter“ richtete sich gegen acht mutmaßliche Täterinnen und Täter. Teile der Täterschaft agierten dabei aus dem Ausland. Im Rahmen der umfangreichen operativen Maßnahmen der Polizei konnten ihnen bisher 18 Fälle im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Hannover nachgewiesen werden. Die Verdächtigen erbeuteten eine Summe im hohen fünfstelligen Bereich.

Beweismittel aufgefunden

Um Beweismittel zu sichern, vollstreckte die Polizei am Donnerstag Durchsuchungsbeschlüsse der Staatsanwaltschaft Hannover. In allen Objekten, darunter in Wohnungen in den Stadtteilen Sahlkamp und Vahrenheide sowie in einer Gartenkolonie in der List wurden verfahrensrelevante Beweismittel aufgefunden und sichergestellt. Außerdem beschlagnahmten die Ermittler mehr als 1.000 Gramm Marihuana sowie diverses Verpackungsmaterial. Die mutmaßlichen Täter – vier Jugendliche im Alter von 15, 16, 17 und 18 Jahren sowie eine 21-jährige Frau – wurden vorläufig festgenommen. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden sie wieder entlassen.

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