Zukunftsräume Niedersachsen: Regionalministerin Honé übergibt Förderbescheid an Sehnde

Im Amtsbezirk Leine-Weser des Amtes für regionale Landesentwicklung Niedersachsen wurden am Montag, 25.01.2021, drei weitere Projekte zur Verbesserung der Innenstädte mit insgesamt über 466 000 Euro gefördert. Mit dabei war die Stadt Sehnde mit dem Projekt CoWorking.

Die Fördergelder wurden von der Ministerin (mi.) nur vortuell übergeben – Foto: ArL-LW

Die Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, Birgit Honé, hat den Städten Nienburg, Sehnde und Hameln am Montag, in einer Videokonferenz mit 23 Teilnehmern Förderbescheide aus der Richtlinie „Zukunftsräume Niedersachsen“ virtuell übergeben. Auch dabei waren die Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, Dinah Stollwerck-Bauer, und die jeweiligen Bürgermeister mit ihren Projektverantwortlichen.

Steigerung der Attraktiviträt

Mit innovativen und kreativen Ideen wollen die Projektträger die Attraktivität ihrer Innenstädte steigern. Das ist das Ziel der Richtlinie, mit der das Regionalministerium explizit zentrale Klein- und Mittelstädte in den ländlichen Räumen adressiert. „Mit der Richtlinie bieten wir ein flexibles Instrument an, das sie dabei unterstützt, ihre Ankerfunktion für die sie umgebenden ländlichen Räume wahrzunehmen“, sagte Honé im Rahmen der Bescheidübergabe. Im September 2020 hatte das Ministerium im Zuge der Corona-Pandemie eine weitere Förderrunde des Programms aufgelegt. „Gerade jetzt müssen wir die Kommunen besonders unterstützen, daher haben wir nun auch die vierte Antragsrunde vorgezogen. Stichtag für die Förderrunde ist der 20. Mai 2021“, so die Regionalministerin. Dann stehen nochmals drei Millionen Euro zur Vergabe bereit.

Der Bevölkerung ein Angebot machen

Zentrale Orte übernähmen gerade in einem Flächenland wie Niedersachsen eine wichtige Versorgungsfunktion für die Bevölkerung der Stadt sowie des Umlandes, so Honé. „Ich bin überzeugt, dass wir den Herausforderungen, vor denen die Kommunen dabei stehen, mit kreativen Lösungsansätzen besser begegnen können. Wir brauchen flexible Instrumente, um auch auf unerwartete Herausforderungen reagieren zu können.“ Die drei Projektträger sind die Städte Hameln, Nienburg und Sehnde. Sie bekamen insgesamt einen Förderbetrag von rund 467 000 Euro. So freuten sich an diesem Mittag

  • Die Stadt Nienburg über 105 000 Euro für das Projekt „Quartier Weserbogen – Durchführung eines Investoren- und Ideenwettbewerbs“, das Bürgermeister Henning Onkes vorstellte.
  • Die Stadt Hameln über 188 750 Euro für das Projekt „Das „Grüne Labor“ in der Stadtbücherei“, vorgestellt von Dr. Dorothee Esser-Link.
  • Die Stadt Sehnde über 172 980 Euro für das Projekt „Coworking in Sehnde“, dessen Vorstellung Kristina Haack übernahm.
CoWorking in Sehnde fördern

Haack zufolge geht es um Aktionen im Zusammenhang mit und im Klimazentrum Sehnde. Das Ziel ist es, in Sehnde attraktive und zeitlich flexibel nutzbare CoWorking Arbeitsplätze und Besprechungsräume bereitzustellen, die von Start-Ups, etablierten Firmen, Selbständigen oder Angestellten in Telearbeit tage- oder wochenweise genutzt werden können. Die sollen demzufolge im neuen Klimazentrum in Bolzum entstehen. Allerdings sind CoWorking Plätze im ländlichen Raum bisher jedoch nur punktuell zu finden.

Hier in Bolzum soll CoWorking gemacht werden – Foto: JPH

Dabei kann ein Arbeitsplatz durch die Möglichkeiten, die die Digitalisierung bietet, heute in vielen Fällen überall sein. Als Kommune profitiert Sehnde dadurch in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht davon, wenn die Menschen tagsüber nicht nach Hannover, Peine, Hildesheim oder Braunschweig pendeln müssen. Denn wer vor Ort arbeitet, kauft vor Ort ein. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur regionalen Wirtschaftsförderung.

Die Mittel aus dem Programm „Zukunftsräume Niedersachsen“ sollen dazu genutzt werden, die baulichen Maßnahmen umzusetzen, die zur Herstellung des CoWorking Space erforderlich sind. Die Sanierung und der Ausbau der Räume im Klimazentrum für den CoWorking Space stellen den ersten Schritt der Umsetzung dar. Außerdem will man sich aktiv an Netzwerkveranstaltungen bestehender CoWorking Initiativen beteiligen. Eine besonders enge Zusammenarbeit ist dabei mit den Partner-Gemeinden innerhalb der ILE-Börderegion geplant, also über die bestehenden Regionsgrenzen hinaus. Das soll zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Stadt Sehnde beitragen und Sehnde als Standort zum Wohnen und Arbeiten noch attraktiver machen. Zum anderen kann diese Infrastruktur auch für weitere Angebote und Veranstaltungen genutzt werden.

CoWorking schon mal „probieren“

Zudem wies Haack  in diesem Zusammenhang auf eine Initiative der Landfrauen hin, die mit ihrer Bewerbung um einen mobilen Pop-up CoWorking Space erfolgreich waren. Sie wollen Mitte Juni diesen Jahres schon mal vorab einen CoWorking-Container für vier Wochen in Bolzum Station machen lassen. Bürgermeister Olaf Kruse freute sich über die Unterstützung: „Natürlich freuen wir uns sehr über den Zuschuss. Das Geld ist ein wesentlicher Baustein, um das Klimazentrum mit dem CoWorking Projekt zu realisieren. Das Ganze wird dann ein herausstellendes Merkmal für Sehnde.“

Honé bewertete die Ausführungen von Haack als „besonders interessant, um junge Leute in Sehnde zu halten – das funktioniert, wenn man eine direkte Ansprache vornimmt und Netzwerke ermöglicht. Und dazu hohe Kreativität fördert und Schnittpunkte zu anderen großen Projekten schafft. Das Ganze dann unter Einschluss der Wirtschaft vor Ort, um Diskussionsräume und Entwicklungspotential zu schaffen. Fachkräftemangel für Betriebe in ländlichen Räumen ist ja gerade für Sehnde mit Hannover vor der Tür ein Problem. Es gilt, die jungen Leute zu halten oder später als  Familie zurückzugewinnen.“  Sie freute sich auch als Wehmingerin, sich die Fortschritte vor Ort ansehen zu können – gemeinsam mit Bürgermeister Olaf Kruse und der Landtagsabgeordneten Dr. Silke Lesemann. „Da kann ich dann mit dem Fahrrad kommen“, versprach sie.

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