Zehn Jahre nach dem Brand der Turnhalle Waldstraße – Rück- und Ausblick

Am 22.06.2016 war der letzte Schultag vor den Sommerferien in Niedersachsen. Nachdem die Schüler und die meisten Lehrkräfte das Gelände der KGS Sehnde verlassen hatten, wurde in der Mittagszeit die Feuerwehr alarmiert, da in der Turnhalle Waldstraße Rauchentwicklung festgestellt worden war.
Beim Eintreffen der Feuerwehr stand der Dachstuhl bereits in Flammen und eine schwarze Rauchwolke war das weithin sichtbare Zeichen über Sehnde hinaus, dass sich hier ein Großschaden ereignet hatte. Über 250 Einsatzkräfte konnten den Brand nicht löschen, sodass es letztendlich nur um Schadensbegrenzung für die umliegenden Gebäude ging – aber die Halle war verloren!
Wie sich später herausstellte, war voraussichtlich ein technischer Defekt in der elektrischen Anlage der Halle der Auslöser des Brandes.
Schul- und Vereinssport eingeschränkt
Der Verlust der Halle wog schwer, da sie von der KGS Sehnde täglich im Schulsport und nach Schulschluss und an den Wochenenden von den örtlichen Sportvereinen genutzt wurde.
Innerhalb weniger Wochen musste nun ein Konzept her, wie die Zeit ohne die Halle überbrückt werden sollte. Außerdem war zu entscheiden, ob die Halle am gleichen Ort wiederaufgebaut werden solle oder stattdessen eine bereits im Juli 2015 beschlossene Erweiterung der KGS dort errichtet werde. In der Folge wurden mehrere mögliche Varianten diskutiert. Am 09.02.2017 hat der Rat die Grundsatzentscheidung getroffen, den Neubau einer Halle am Standort „Chausseestraße“ zu verfolgen und die Erweiterung der KGS auf dem Gelände der abgebrannten Halle vorzunehemn – als heutiger W-Trakt.
Das Sportzentrum Sehnde
Parallellaufende Grundstücksverhandlungen führten zu dem jetzigen Standort des Sportzentrums, das aus zwei unterschiedlich großen Sporthallen, die aus sechs separaten Hallenteilen und einem Gymnastikraum sowie einem Sporttheorieraum besteht. Die Inbetriebnahme war im Januar 2022, knapp sechs Jahre nach dem Brand – Kostenpunkt rund 18,3 Millionen Euro. Etwas früher, zum Schuljahr 2020/2021, wurde der Erweiterungsbau der KGS mit 14 allgemeinen Unterrichtsräumen und drei Fachunterrichtsräumen Musik in Betrieb genommen. Die Kosten hierfür betrugen rund sechs Millionen Euro.
Abschluss steht bevor – Tafelumzug

Den Abschluss dieser koordinierten Bauvorhaben wird der Abriss der Turnhalle Feldstraße I Ende dieses Jahres sein. 2017 wurde mit beschlossen, diesen Hallenteil nicht zu sanieren, sondern zusätzlich neu zu bauen und die Halle zu einem späteren Zeitpunkt abzureißen.
Der geplante Abriss hatte sich jedoch noch einmal verzögert, da die Halle dem TSV Haimar/Dolgen nach dem Abriss der dortigen Halle bis zu deren Neubau noch als Übergangslösung angeboten wurde. Hieran schloss sich die Unterbringung der Tafel an, die aus dem ehemaligen Avacon–Gelände ausziehen musste, um den Neubau der Feuerwehr zu ermöglichen.
Da die Tafel nun ab dem Sommer in ein adäquates Mietobjekt an der Peiner Straße im Bereich der Plate Sanierungsunion umziehen wird, soll mit dem Abriss der Turnhalle Feldstraße I der letzte Schritt des gesamten Bauvorhabens vollzogen werden – das mit einem Feuer am 22.06.2016 begann.
Bauzeit gemeinsam überbrückt
Bürgermeister Olaf Kruse, der damals als Mitglied der Feuerwehr selbst an der Brandstelle beim Waldbad in der Wasserförderung aktiv war, fügt hinzu: „Das Ereignis ist ein Beweis dafür, dass sich aus einem Verlust etwas Gutes entwickeln kann. Dank der gemeinsamen Arbeit mit den Sportvereinen in Sehnde und der geteilten Einschränkungen haben wir gemeinsam eine Zwischenlösung gefunden, die alle mitgetragen haben und die die Sechs Jahre überbrücken half. Dafür haben wir nun ein Sportzentrum, das in der Region einzigartig ist.“
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