Statt Vorstellungen in den Lockdown: Circus Salino strandet in Sehnde

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Auf dem Schützenplatz der Stadt Sehnde steht seit Wochen ein Zirkuszelt mit Manege und zahlreiche dazugehörige Fahrzeuge und Wohnwagen. Sie gehören zum Circus Salino, der eigentlich in Sehnde spielen wollte. Doch dann schlug der Corona-Lockdown plötzlich zu. Keine Vorstellungen  für die Sehnder, dafür Stillstand und Probleme.

Größte Sorge, den Futterbedarf zu decken
Dustin (li.) und Franjo Urban mit den sibirischen Kamelen im Quartier in Sehnde – Foto: JPH

Der Circus Salino unter der Leitung von Direktorin Carola Urban aus Norden war auf dem Weg, in Sehnde zu spielen. Doch statt fröhlicher Vorstellungen musste der Familienbetrieb mit seinen 13 Familienangehörigen und 30 Tieren in den Lockdown. Nun steht er in Sehnde auf dem Schützenplatz und weiß nicht, wie es weitergeht – weder mit den Vorstellungen noch mit dem Futter für die Tiere.  „Derzeit sammeln wir für unsere Tiere überall Spenden, damit wir Heu Hafer und Möhren und für unsere Hundetruppe das Futter kaufen können“, so Urban. „Denn  auch wenn nicht gespielt wird, müssen die Tiere versorgt werden.“ Und das sind Naturalien für Ponys, Araber- und Friesenpferde, Kamele, Lamas und Zirkushunde. „Wir sind dankbar für jede Futterspende – egal ob groß oder klein. Wir brauchen Heu, Hafer und Hundefutter, das holen wir gerne ab oder es kann vorbeigebracht werden.“ Auch Geld für den Kauf hilft, denn rund 300 Euro müssen wöchentlich zusammenkommen, damit die Tiere ernährt werden können. Und das, ohne dass dabei die Familien mit berücksichtigt sind. Wer Futter oder Geld spenden kann und möchte, kann Carola Urban unter der Telefonnummer 01578/392 77 64 anrufen und Details absprechen.

Ein Problem hat Carola Urban dabei nicht: „Die Tiere stehen auch im Winter warm, denn wir haben Thermozelte für sie. Und die Kamele sind sibirische Kamele, denen ist es eher noch nicht kalt genug.“

Zweiter Lockdown auf der Tournee

Die Spielzeit 2020 begann für den Circus Salino in Göttingen und ging bis Duderstadt. „Dort traf uns der erste Lockdown bis August“, erinnert sich Urban. „Dann schafften wir es über drei bis vier Stationen bis Sehnde – aber ohne hier Vorstellungen geben zu können.“ Sie ist froh, dass sich die Stadt Sehnde großzügig zeigt und für den Platz keine Miete verlangt, sonst müsste man überlegen, wie man das auch noch stemmen könnte. Die Situation ist für die Zirkustruppe insgesamt  unbefriedigend, denn „wir sind ja nicht zum Betteln hier“, betont die Chefin.

Vor Abreise noch Vorstellungen

Mit den Anwohnern besteht auch ein gutes Verhältnis, freut sich die Direktorin, die eigentlich mit ihrer Familie vor Weihnachten in Hildesheim sein wollte. „Dort spielen wir jedes Jahr als ‚Winterzirkus‘ – aber das fiel ja dann auch aus.“ Eine Erinnerung an Sehnde wird der Zirkusfamilie dauerhaft bleiben: Das jüngste Familienmitglied, William Cash Urban, ist vor drei Wochen in Hannover zur Welt gekommen – mitten im Lockdown. „Das war natürlich unser schönstes Weihnachtsgeschenk“, freut sich die Direktorin als Familienoberhaupt.

Der Circus wartet nun in Sehnde auf die Genehmigung zur Weiterfahrt. „Dann würden wir aber noch einige Vorstellungen in Sehnde anbieten“, verspricht Urban. „Damit wollen wir uns gerne bedanken für das Quartier und die gute Aufnahme.“

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