Spielbericht Hannover 96 gegen Preußen Münster – es geht um die Wurst des Aufstiegs

Hannover 96 kann sich mit drei Punkten auf den drei vorderen Tabellenplätzen festsetzen – oder andernfalls tief fallen. Dabei ist Münster als Tabellenletzter ein unangenehmer Gegner, denn gegen Mannschaften aus dem Keller hat Hannover 96 immer schlecht ausgesehen.
19 Spiele haben beide Teams gegeneinander absolviert, nur sechs Siege sprangen dabei für Hannover heraus. Dem standen fünf Niederlagen und acht Remis gegenüber. Damit aber wäre keiner Mannschaft geholfen, schon gar nicht Hannover.
Erste Spielhälfte
Anspiel hatten die Gäste, Hannover hatte zunächst mit den Fans im Rücken. Nach wenigen Anfangsminuten gab es für die Roten bereits einen Freistoß am Strafraum, den Torwart Schenk aber wegfaustete. Der Nachschuss von rechts ging knapp an der langen Ecke vorbei. Erste Zeichen waren gesetzt. Doch ne skam anders.
Die Gäste liefen hoch an, setzten Hannover unter Druck und erzielten die erste Ecke, die aber zu lang kam und neben das Tor ging. Münster wollte sich nicht verstecken, sondern das Spiel mit gestalten – nach dem Motto: Du hast keine Chance, nutze sie gut. Schiri Lechner musste in dieser Startphase viele kleine Fouls pfeifen, denn die Partie lief zunächst sehr unruhig. In der 13. Minute zeigte er dann die erste gelbe Karte für Koulis, der in einer rüden Art den schnellen Yokota an der Seitenlinie „abräumte“.
17. Minute erste Rettungstat von Schenk, als Hannover von rechts kam und er knapp vor Yokota im Fünfmeterraum den Ball sicherte. Gleiches in der 19. Minute noch einmal. Hannover bekam die Gäste nun besser in den Griff und befand sich meistens im Vorwärtsgang. Nach einem tollen Zusammenspiel von Aseko und Bundu setzte dann Källman jedoch den Ball neben das Tor – das hätte das erste Tor sein müssen. Stattdessen gab es im Gegenzug eine Ecke von links für Münster. Die kam auf den ersten Pfosten und von dort schob Rondic den Ball ins lange Eck des hannoverschen Tores: 0:1. Wieder einmal lag Hannover gegen ein Team vom Tabellenende zurück – was viele vorher prognostiziert hatten.
In der 28. Minute gab es Gelb für Yamada, weil er nach einem Pfiff von Lechner meinte, er müsse sich vor dem Ball zunächst den Schuh zubinden, statt den Freistoß ausführen zu lassen. 30. Minute Aufschrei im der Heinz von Heiden Arena, als ein Münsteraner im eigenen Strafraum mit der Hand auf den Ball fiel, aber Lechner schüttelte nur den Kopf.
Dann ein Gästeangriff nach einem Einwurf (39.) rechts, schnell an den Strafraum, von da ein Pass auf Yamada – und es hieß 2:0 für Münster (39.). Hannover fand auf der anderen Seite kein Rezept gegen die kompakte Abwehr der Gäste, erspielte sich Möglichkeiten über Möglichkeiten, aber scheiterte entweder an der eigenen Ballverliebtheit oder an Torwart Schenk. Symptomatisch ein Freistoß von Leopold zentral aus 20 Metern, der neben das Tor ging. Stattdessen musste Noll einen direkten Schuss in die untere rechte Ecke ins Toraus befördern. Münster spielte nahezu über seinen Möglichkeiten, setzte damit aber die Hausherren immer wieder unter Druck.
Vier Minuten gab’s drauf – und da legten Yokota und Bundu ein gemeinsames Solo aus der linken Seite hin. Yokota passte vorm Strafraum zurück auf Bundu – und der Schoß unhaltbar in den rechten oberen Winkel von Schenks Gehäuse. Der Anschluss war noch vor der Halbzeit da. Doch es ging weiter: In der dritten Minute der Nachspielzeit stellte Hannover das Ergebnis auf „Null“, als Bundu auf links angespielt wurde, einen Schritt auf Schenk zu machte und den Ball dann nahezu an gleicher Stelle zum 2:2 einschlagen ließ. Damit ging es in die Kabinen.
Wechsel zur Halbzeit
Hannover kam aus dern Kabine zurück mit Thordarson für Tomiak, Münster brachte Lokotsch für Yamada.
Und Hannover hatte offensichtlich einen neuen Auftrag erhalten, denn das Team legte gleich richtig los mit einer – erfolglosen – Ecke. Nur eine Minute später gleich die zweite. In der 50. Spielminute fummelte sich Källman vor dem Tor fest, fiel und forderte einen Elfer – vergebens. Im Gegenzug aber musste Noll dann auch sein Können zeigen und einen Schuss der Gäste abwehren.
53. Minuten Freistoß der Roten von der rechten Strafraumecke, Källman war mit dem Kopf da, aber ein Münsteraner rettete auf der Linie. Nun ging’s Schlag auf Schlag. 57. Källman bekam den Ball allein vor Schenk nicht unter Kontrolle und vergab am Ende das Ding mit der Hacke. 60. Minute Schuss von 96 aus dem Mittelfeld – Schenk pariert zur Ecke. Gelb für Makridis, der Aseko von hinten weggrätscht.
Freistoß 96 links von der Grundlinie, ging aber weit rechts neben das Tor ins Aus. 66. Minute Gelb für Schulz, der Leopold von hinten zu Fall brachte. Münster stand jetzt mit neun von zehn Spielern im eigenen Strafraum. Titz bringt Chakroun für den Doppeltorschützen Bundu. Trainer Schwartz wechselte zweifach: Jaekel und Raschi für Heuer und Schulz (71.). Die Chancenflut für Hannover ging weiter, aber Münster konnte sich durch die frischen Kräfte etwas mehr befreien. Titz ging all in und brachte Nielsen, Kokolo und Matsuda für Källman, Yokota und Oudenne.
Doch dann musste Hannover tatsächlich auf der Linie vor Münster retten. Drehte sich das Spiel nun (81.)? Nun standen plötzlich die Gäste im Strafraum der Hausherren, die im Spiel nach vorn erstaunlicherweise nicht mehr konzentriert wirkten. Doch in der 85. Minute kommt Hannover über rechts, der Ball wurde abgewehrt, landete in etwa 25 Metern Entfernung vor den Füßen von Thorvardson der ihn mit einem Strich
In den Winkel des Münsteraner Tores brachte. Es stand 3:2, die Arena jubelte – Hannover war auf Platz 2 in der Blitztabelle aufgerückt.
Jetzt schaute Münster auf die Uhr. Regulär zwei Minuten noch, Ecke Münster, Parade Noll. Hannover bemüht sich, Ruhe reinzubringen und das Ergebnis über die Zeit zu retten. Doch sieben Minuten gab’s drauf. Und die wurde dramatisch. Noll wurde zum Helden des Tages mit zahlreichen Glanzparaden direkt hintereinander, die Abwehr stand und Münster blieb in dieser Phase erfolglos im roten Strafraum:
Herzattacke-Finale
Und dann ein Glücksschuss aus etwa 25 Metern aus dem Mittelfeld durch Hendrix ins lange Eck der Hausherren – es hieß plötzlich 3:3 (90 + 3). Und Münster wollte nun mehr. Gelb für Trainer Schwartz (90.+3). Tempogegenstoß von Chakroun, gestoppt von Jaeckel. Hannover war nun noch einmal im Strafraum, aber der Ball wollte nicht rein – Abpfiff: Hannover verlor zwei Punkte, die vermutlich unersetzlich sein werden.
Wahre Worte

Gästetrainer Alois Schwartz sah sein Team nach dem 2:0 auf einem guten Weg, doch haderte dann mit den schnellen zwei Ausgleichstoren durch Bundu. Sein Team nutzte die gebotenen Möglichkeiten zum 3. Tor nicht und geriet dann nach einem Sonntagsschuss in Rückstand. Als dann das dritte Gästetor fiel, so fand er, wäre mehr drin gewesen für sein Team.
Christian Titz sagte auch, dass mehr für die Roten drin gewesen wäre und er die drei Punkte eigentlich gerne behalten hätte. Den plötzlichen Abbau seines Teams nach dem 3:2 konnte er ebenso wenig schlüssig erklären, wie die Schwierigkeiten seines Teams danach vor dem Gästetor. Will Hannover 96 überhaupt noch eine Chance auf den Aufstieg wahren – lange war man nicht so nah dran – müssen in Bochum und gegen Nürnberg Siege eingefahren werden.
Die Aufstellungen
Hannover 96 unter Christian Titz starte mit Noell, Tomiak, Bundu, Leopold, Källman, Aseko, Allgeier, Yokota, Okon, Taibi und Oudenne. Auf ihrezeit n Einsatz wartetenll – gelb. Noch eine Ecke fr 96. Weinkaauf, Ghita, Nawrocki, Chakroun, Nielsen, Kokolo, Thordarson, Matsuda und Neubauer.
Die Gäste unter Trainer Alois Schwartz liefen auf mit Schenk, Bouchama, Yamada, Schulz, Makridis, Paetow, Hendrix, Heuer, Koulis, Ter Horst und Rondic. Als Ersatz standen bereit Behrens, Jaeckel, Sertdemir, Vilheelmsson, Lokotsch, Batista Meier, Raschl und Varelmann.
Die Leitung der Partie lag in den Händen von Florian Lechner, der an den Linien unterstützt wurde von Julius Martenstein und Alexander Roppelt. Zwischen den Trainern stand Nico Fuchs. Den Kölner Keller besetzte Robert Hartmann.
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