Nächstenliebe trifft auf Winterkälte in Sehnde – Unterkunft gesucht

Nächstenliebe trifft auf Winterkälte in Sehnde – Unterkunft gesucht
Das Tafelteam im Wintermodus in der Sporthalle - Foto: Privat
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Schon der Weg zur alten Sporthalle in Sehnde, in der die Tafel Sehnde derzeit untergebracht ist, verlangt den ehrenamtlichen Mitarbeitern einiges ab. Schnee, Eis und Kälte machen den Gang zur Arbeit im Ehrenamt zum ersten Problem des Tages. Doch was sie an diesen Wintertagen in der Halle erwartet, ist kaum weniger extrem.

Die alte Sporthalle verfügt weder über eine Dämmung noch über eine funktionierende Heizung. Entsprechend sind die Temperaturen im Inneren fast so eisig wie draußen, nur Wind und Schnee fehlen. Ursprünglich war die Nutzung der Halle nur als Übergangslösung gedacht, doch bislang gibt es noch keine geeignete Alternative für die Einrichtung. Und dass ausgerechnet dieser Winter sich so hartnäckig und frostig zeigen würde, konnte niemand vorhersehen.

Suche intensiviert

„Die Stadt tut wirklich alles, was in ihrer Macht steht, um ein passendes Objekt für die Tafel zu finden und unterstützt uns, wo es nur geht. Und im Gegensatz zu vielen anderen Tafeln in Deutschland, übernimmt die Stadt die laufenden Kosten“, betont Tafelleiter Hans-Jürgen Grethe.

Tafelleiter Hans-Jürgen Grethe, Tafelfahrer Dominik und Mario Ramb (v.li.) vor dem Start zur Abholung der Lebensmittelspenden  – Foto: Privat

Die Ehrenamtlichen selbst sind auf die extremen Bedingungen eingestellt: Handschuhe, lange Unterhosen, dicke Schuhe, Schals und Wollmützen gehören zur Grundausstattung. Ironischerweise zählt derzeit ausgerechnet das Kühlhaus zu den beliebtesten Aufenthaltsorten – immerhin herrschen dort „wohlige“ sechs Grad plus.

Zwischendurch wärmt man sich kurz an einem Heizlüfter, doch auch das hilft nur für den Moment. Also bleibt man in Bewegung und greift so oft wie möglich zu einem heißen Kaffee oder Tee – wobei Schnelligkeit gefragt ist, damit das Heißgetränk nicht gleich wieder zum Kaltgetränk wird.

Stimmung gut

Trotz aller Widrigkeiten sorgen die Mitarbeiter mit guter Laune und Zusammenhalt für eine warme, herzliche Atmosphäre. Und wenn einmal etwas nicht wie geplant funktioniert, weiß man sich zu helfen. So war der Parkplatz an einem Ausgabetag kaum nutzbar, da der Schnee sehr hoch lag. Die Lösung kam unbürokratisch: Ein Mitarbeiter rief einen Nachbarn an, der einen Trecker mit Schneepflug besitzt. Der hilfsbereite Nachbar kam, sah – und räumte.

Was die ausschließlich ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel Sehnde an solchen Tagen leisten, ist außergewöhnlich, so Grethe. Es ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Nächstenliebe selbst unter extremen Bedingungen überwiegt. Allen ist bewusst, wie wichtig ihre Arbeit gerade jetzt ist – und die Menschen, die zur Tafel kommen, zeigen ihre Dankbarkeit offen.

Wie so viele Ehrenamtliche in den unterschiedlichsten Bereichen, verdienen auch die Mitarbeiter der Tafel Sehnde immer wieder unseren Respekt, unsere Anerkennung und unseren herzlichen Dank. Denn sie beweisen Tag für Tag: Menschlichkeit kennt keine Minusgrade.

Suche nach Dauerquartier geht weiter

Das Gebäude bei BHS hätte zunächst aufwendig saniert werden müssen und fällt daher aus – Foto: JPH/Archiv

Nach Angaben der Stadt Sehnde musste der Mietvertrag für das geplante Gebäude an der Peiner Straße bei BHS annulliert werden, weil das Gebäude für die Unterbringung der Tafel zunächst hätte aufwendig saniert werden müssen.

„Wir werden die Tafel als wichtige Einrichtung für unsere Stadt nicht auf die Straße setzen“, verspricht Bürgermeister Olaf Kruse im Gespräch mit SN. Doch die Planungen der Stadt für die Halle laufen auf einen Abrissbeginn Ende des Jahres hin. „Wir sind derzeit auf der Suche nach einer zentral gelegenen Örtlichkeit und prüfen verschiedene Lösungsansätze.“ Dabei kommt das vor einiger Zeit einmal ins Auge gefasste ehemalige Bundessortenamt aus verschiedenen Aspekten nicht mehr in Betracht, die große Halle soll vielmehr an einen Investor verkauft werden. Nach einer Bestandsaufnahme durch den Fachdienst Liegenschaften der Stadt Sehnde wird jetzt intensiv nach Angeboten für die Unterbringung gesucht. Da an der Peiner Straße in absehbarer Zeit eine Liegenschaft von einem Mieter aufgegeben wird, könnte sich vielleicht dort eine Lösung ergeben.

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