KGS eröffnet Ausstellung zum Auschwitz-Gedenktag

Die KGS in Sehnde hat auch dieses Jahr wieder ihre Ausstellung zum Auschwitz-Gedenktag aktualisiert und im W-Trakt im 2. Obergeschoss aufgebaut. Der Zugang ist seit 11.30 Uhr möglich.
Dort werden in fünf Räumen sehr viele Informationen rund um das Verbrechen der Nationalsozialisten vorgestellt und speziell auf die Menschen und ihre Schicksale im Lager Auschwitz eingegangen, aber auch das Leben der verfolgten Bevölkerungsgruppen in Nazi-Deutschland dargestellt.
Das Ausstellungskonzept
Die Ausstellung, einst von Fachbereichsleiter Geschichte und Sozialwissenschaften, Stefan Bahls, aufgebaut, wird jetzt betreut von Jens Wilczek und Inga Böhm sowie weiteren drei Kollegen. Die Arbeitsgruppe ist seit 2017 mit wechselnden Schülergruppen jedes Jahr aktiv, die die Ausstellung jeweils erweitern, umstellen und neu zusammensetzen. Dieses Jahr ist eine Gruppe von bis zu zehn ehemaligen Schülern mit der Ausstellung befasst gewesen, die das vorhandene Material gesichtet und zusammengestellt haben. Dabei wurden viele Exponate langfristig konserviert, die auch in den nächsten Jahren als Kernstücke erhalten bleiben sollen. Der Fokus wurde für das Jahr 2026 dabei auf die Weiterentwicklung des Themas „Lebensumstände der Menschen“ gelegt. Ziel ist es, dass die Schüler der 9. Klassen, die diese Ausstellung im Rahmen ihrer Schule besuchen, einen Einblick in den menschenverachtenden Nationalsozialismus bekommen, sich damit auseinandersetzen und die Erinnerung an die dunkle deutsche Vergangenheit wachhalten: „Nie wieder ist jetzt und immer!“, wie es auch beim Zweitligaspiel am Sonnabend in Hannover gezeigt wurde.
Zeitbezug ist leider real
Aktueller als noch vor zehn Jahren ist diese Information, da das Erstarken einer rechten Strömung in Hinsicht auf eine Wiederkehr der Strukturen und Maßnahmen des Nationalsozialismus nicht nur in Deutschland, sondern vor allem auch in Ländern wie den USA zu verfolgen ist.
„Wir haben dieses Jahr mit einigen Schülern die Gedenkstätte Ahlem besucht und waren in Sachsenhausen bei Berlin“, sagt Geschichtslehrerin Inga Böhm und die seit vier Jahren mitarbeitende Schüler Lina Minnermann (13. Klasse) aus Ilten bestätigt, dass sich die Sicht auf den Holocaust über die Zeit verändert hat. „Es ergeben sich neue Blickwinkel, je älter man wird“, berichtet sie. „Der Schwerpunkt heute ist das Gedenken als solches, aber man erkennt immer mehr Parallelen in der aktuellen Entwicklung.“
Die Ausstellung 2026
In seiner Eröffnungsrede nutzte Jens Wilczek das Zitat von Zeitzeugin Amelie Friedländer aus ihrer letzten Rede vor einiger Zeit vor dem Bundestag: „Seid wachsam gegenüber dem wiedererstarkenden Nationalsozialismus!“ Und genau darauf ist die Ausstellung abgestellt in ihren fünf Räumen. Der erste Raum zeigt den Nationalsozialismus mit seinen Strukturen, der zweite mit dem Schwerpunkt Ausschwitz „Täter, Opfer und Lebensgeschichten“ mit einem Multi-Media-Anteil, der dritte und vierte befassen sich mit den Geschichten der Opfer über die Zeit als Vorher-Nachher, dem Judentum in Deutschland und den weiteren Opfergruppen, die von den Nationalsozialisten im Anschluss an die Juden ausgegrenzt und deportiert wurden. Im fünften Raum stellt die Gruppe dann dar, wie Sehnde heute mit der Geschichte der Juden in der Stadt umgeht – mit den Stolpersteinen und dem Leben heute.
„Die Reihenfolge der Besichtigung ist dabei gleichgültig, da jeder Raum für sich spricht“, sagt Wilczek zum Schluss und regt nur an, sich die Fensterplakate nahe Raum 1 als letztes anzusehen und dann eigene Stichworte auf der Erinnerungstafel zu hinterlassen.
Nie wieder ist jetzt und immer

Bürgermeister Olaf Kruse, der gemeinsam mit der ersten Stadträtin Anne Günther zur Eröffnung gekommen war, hält es für sehr wichtig, dass die Erinnerung erhalten bleibt, da die Zeitzeugen immer weniger werden – so verstarb nun auch Gerda Wassermann aus Sehnde als Letzte der Betroffenen der Stadt: „Es ist mir wichtig, dass sich die jungen Menschen damit auseinandersetzen, dagegenhalten und sich für Demokratie einsetzen. Denn gibt es in aller Welt – und auch bei uns inzwischen wieder – viele Attacken darauf.“
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