Gewalt ist kein Ausdruck von Liebe: Aktion des Arbeitskreises Häusliche Gewalt zum Valentinstag

Am 14. Februar ist Valentinstag. Dieser Tag gilt als Tag der Liebe und der Verliebten. Viel zu viele Menschen erleben in ihrer Beziehung jedoch das genaue Gegenteil: Gewalt statt Liebe und Romantik.
Gewalt gegen Frauen wird in Deutschland zu einem immer größeren Problem: Zu diesem Ergebnis kommt das Lagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“, des Bundesinnenministeriums. Der Bericht zieht eine ernüchternde Bilanz: In allen Gewaltbereichen, die sich gegen Frauen richten, steigen die Fallzahlen. Fast jeden Tag ereignet sich in Deutschland ein Femizid. Alle drei Minuten erlebt eine Frau oder ein Mädchen häusliche Gewalt. Jeden Tag werden mehr als 140 Frauen und Mädchen Opfer einer Sexualstraftat.
Aktionen in Sehnde
Um darauf aufmerksam zu machen und Betroffenen den Weg zu Unterstützung und Beratung zu ebnen, verteilt der Arbeitskreis Häusliche Gewalt des Präventionsrates der Stadt Sehnde am Tag vor dem Valentinstag, Freitag, 13.02.2026, ab 11 Uhr beim REWE Markt an der Peiner Straße 37 Postkarten mit kleinen Herzen und Blumen sowie Handschmeichler aus Holz. Die Handschmeichler sind in mühevoller Handarbeit im Rahmen eines Projekts des „Gemeinnützigen Engagements von Gefangenen – GEG“ in der JVA Sehnde entstanden. Ein QR-Code führt zu den Hinweisen auf die Beratungs- und Unterstützungsstellen bei Gewalt.
Häuslicher Gewalt ist kein „Kavaliersdelikt“
Häusliche Gewalt wird nach wie vor bagatellisiert oder ignoriert. Die Folge: Betroffene sprechen aus Scham und Angst nicht über das Erlebte. Zum Valentinstag ruft der Arbeitskreis dazu auf, nicht wegzuschauen, wenn Gewalt geschieht. „Betroffene sollen wissen, an wen sie sich wenden können, wenn sie Gewalt in ihrer Partnerschaft erleben.“, sagen die Mitglieder des Arbeitskreises. Und sie stellen auch klar, dass die häusliche Gewalt auch psychischer Art sein kann: kein Haus verlassen, Geld zuteilen, Kontaktverbot und ähnliches zählen auch dazu.
Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ berät unter der Rufnummer 116 016 und online zu allen Formen von Gewalt – rund um die Uhr und kostenfrei. Die Beratung erfolgt anonym, vertraulich, barrierefrei und in 18 Fremdsprachen. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort. Auch Bekannte, Angehörige und Fachkräfte können sich an das Hilfetelefon wenden. „Mit unserer Informationsarbeit wollen wir Opfer ermutigen, sich aus dem Dunkel herauszuwagen und die Gewalt anzuzeigen“, so der Arbeitskreis.
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