Equal Pay Day macht auch in Sehnde auf Einkommenslücke aufmerksam

Der Equal Pay Day ist in jedem Jahr der Tag, an dem Frauen anfangen, genauso viel zu verdienen, wie ihre männlichen Kollegen in der gleichen Arbeitsstelle. Dadurch ist der Tag natürlich jedes Jahr zu einem anderen Zeitpunkt und zeigt damit auch die Verbesserungen bei der gleichen Bezahlung – doch die Rentenlücke später im Alter lässt sich nicht so einfach schließen.
Gender Gaps
In Niedersachsen lag der Gender Gap „Arbeitsmarkt“ im Jahr 2025 bei 40% und stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt. Grundsätzlich gilt: Je höher der Wert ist, desto stärker ist die Verdienstungleichheit auf dem Arbeitsmarkt ausgeprägt. Im Vorjahr lag der Wert bei 39%, in den Jahren 2022 und 2023 bei jeweils 41%. Damit bleibt die Verdienstungleich in Niedersachsen auf hohem Niveau.
Der Gender „Pay“ Gap dagegen gilt als der zentrale Indikator zur Messung der Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern. Frauen verdienen im Monat durchschnittlich nicht nur weniger Geld, sondern arbeiten weniger Stunden und nehmen seltener am Erwerbsleben teil.
Equal Pay Day
Am 27. Februar 2026 war der Equal Pay Day 2026. Dieser Tag zeigt auf, bis zu welchem Tag Frauen in Deutschland im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen seit Jahresbeginn ohne Vergütung gearbeitet haben. Der Verdienstunterschied zwischen den Geschlechtern wird im Gender Pay Gap erfasst. Dabei liegt Niedersachsen bei einem bundesdurchschnitt von 14,1 Prozent mit 14,7 Prozent laut Spiegel auf dem 13. Platz in der Bundesskala.
Aktion in Sehnde

Mit einem Informationsstand hatte sich deshalb der Arbeitskreis (AK) Frauen für Sehnde am Freitag auf dem Marktplatz der Stadt aufgestellt, um auch dieses Jahr die Bürger für den Unterschied beim Gehalt zu sensibilisieren. Um 11 Uhr waren elf Personen des AK – darunter ein Mann – mit viel Informationsmaterial, den bekannten roten Taschen, PINs, Handzetteln und Schokogeld – Münzen für Männer, Scheine für Frauen – auf der Mittelstraße bei bestem Wetter präsent. Dieses Jahr war auch eine Reportagegruppe des Vereins „h1 – Fernsehen aus Hannover“ vor Ort, um über die Aktion zu berichten.
„Wir haben einen guten Zuspruch“, sagte Jennifer Glandorf, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Sehnde. „Aber viele Menschen hier in Sehnde kennen die Thematik bereits. Letztlich auch durch die überdimensionale rote Tasche hier am Stand.“ Reiner Luck, Mitakteur am Stand, erzählte von einer 90-Jährigen, die ihm berichtete, dass früher in Firmen sogar Gehaltstabellen ausgehängt waren, die die Gehälter der Männer und Frauen auflistete. „Auch als ich heiratete, musste die Erziehungsgewalt für meine 18-jährige Frau von deren Eltern formal auf mich übertragen werden“, erzählte Luck. Auch musste früher der Ehemann seiner Frau die „Erlaubnis zur Arbeit“ gegenüber dem Arbeitgeber erklären.
Zwar sind derartige Zustände endgültig Vergangenheit, aber die gleiche Bezahlung steht für gleiche Arbeit noch aus. Und deshalb steht ganz sicher der AK Frauen für Sehnde leider auch 2027 wieder mit einem Info-Stand in Sehnde und muss weiter auf den Missstand aufmerksam machen – allen Beteuerungen der Bundespolitik zum Trotz.
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