Elektrokonvulsionstherapie im Wahrendorff Klinikum: 900 x Neustart fürs Gehirn und fürs Leben

Seit einem Jahr bietet das Wahrendorff Klinikum Köthenwald Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen die Möglichkeit einer Elektrokonvulsionstherapie (EKT) an. Rund 900 Behandlungen wurden seit Oktober 2024 vorgenommen – damit zählt das Klinikum bundesweit zu den führenden Anbietern dieser modernen, hochwirksamen Therapieform.
Hilfe bei schwersten Depressionen und Schizophrenien
Die EKT kommt vor allem bei Patienten mit schweren Depressionen und lebensbedrohlichen Formen der Schizophrenie zum Einsatz, die trotz intensiver Behandlung nicht ausreichend auf Medikamente oder Psychotherapie ansprechen. Auch Menschen, die so schwer erkrankt sind, dass sie nicht mehr essen oder trinken können oder wiederholt Suizidversuche unternehmen, profitieren von der Behandlung. Weil das Verfahren besonders verträglich ist, kann es zudem bei depressiven Schwangeren und Frauen mit Wochenbettdepression angewendet werden.
„Viele unserer Patientinnen und Patienten erfahren durch die EKT eine deutliche, teils vollständige Rückbildung ihrer Beschwerden – und das oft schon nach wenigen Sitzungen“, erklärt Professor Dr. Marc Ziegenbein, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Wahrendorff Klinikums. „Die Methode hilft Menschen, die oft schon lange keinen Ausweg mehr gesehen haben. Für sie bedeutet die Behandlung häufig einen echten Neustart fürs Leben.“
Nachgewiesene Wirksamkeit und moderne Verfahren
Bei 50 bis 90 Prozent der Patienten führt die Therapie zu einer spürbaren Besserung der Symptome, in vielen Fällen sogar zu einer vollständigen Remission. Das Verfahren ist wissenschaftlich anerkannt, sicher und gut verträglich. Unter kurzer Vollnarkose werden über zwei Elektroden am Kopf schwache elektrische Impulse gegeben, die einen kontrollierten Krampfanfall im Gehirn auslösen. Dieser stimuliert die Bildung von Botenstoffen und fördert das neuronale Gleichgewicht – ähnlich einem Prozess des Neustarts. Bereits nach wenigen Behandlungen berichten viele Patienten über eine deutliche Verbesserung ihres Befindens und ihrer Lebensqualität.
Trotz der nachgewiesenen Wirksamkeit löst die Vorstellung elektrischer Impulse im Gehirn bei vielen Menschen zunächst Angst aus. „Viele denken da an furchteinflößende Darstellungen aus alten Büchern oder Filmen. Auch frühere Begriffe wie Elektroschock oder Elektrokrampftherapie führen zu falschen Vorstellungen. Mit der heutigen EKT hat all das nichts zu tun“, betont Professor Ziegenbein. Um Vorbehalte abzubauen, setzt das Wahrendorff Klinikum auf Transparenz und Aufklärung: „Wir zeigen den Patientinnen und Patienten vorab den Behandlungsraum, erklären den Ablauf mit Bildern und Grafiken, und fördern den Austausch mit Menschen, die bereits gute Erfahrungen gemacht haben“, ergänzt er.
Sicher, schonend und in vertrauensvoller Atmosphäre
„Dank moderner Technik und schonender Narkoseverfahren ist die EKT heute sicher, gut steuerbar und für die Patientinnen und Patienten kaum belastend“, sagt Olena Savenko, Fachärztin für Anästhesie am Klinikum. Nebenwirkungen wie leichte Kopfschmerzen oder Müdigkeit treten nur selten und vorübergehend auf.
Auch das Umfeld trägt zu einer positiven Behandlungserfahrung bei. Im neu gestalteten Funktionsbereich sorgen helle, freundliche Räume mit viel Tageslicht und beruhigenden Motiven für eine Atmosphäre, die Ängste reduziert und Vertrauen schafft. Mit dem Ausbau der EKT stärkt das Wahrendorff Klinikum seine Position als eines der führenden psychiatrischen Fachkrankenhäuser in Deutschland. Ziel bleibt, Betroffenen auch bei schwersten psychischen Erkrankungen Wege zu nachhaltiger Besserung und Lebensqualität zu eröffnen.
Anzeige
Anzeige




