Ein Roboter als Überraschungsgast beim Neujahrsempfang von Wahrendorff

Das Klinikum Wahrendorff hatte für Sonntag, 25.01.2026, zu seinem traditionellen Neujahrsempfang an den Matthias-Wilkening-Weg in Köthenwald eingeladen und rund 200 Gäste aus allen Lebensbereichen nahmen teil. Darunter waren der Sehnder Bürgermeister Olaf Kruse, MdB Tilman Kuban, MdL Thordies Hanisch, der Lehrter Bürgermeister Frank Prüße, die Sehnder Ortsbürgermeister Sandy Steve Choitz (Ilten) und Matthias Jäntsch (Rethmar), der Ehrenbürger Carl Jürgen Lehrke und viele Vertreter von Polizei, Feuerwehr, Wirtschaft und anderen Organisationen, die Geschäftsführer Holger Stürmann, Timo Rittgerodt und der Geschäftsführer der Dr. med. Ernst-August Wilkening Pflegeheime, Martin Leben, begrüßen konnten. Die Veranstaltung wurde erstmals musikalisch umrahmt vom Elmar-Braß-Trio.
Während draußen bereits die Gulaschkanone angeheizt wurde, begrüßte Stürmann auch drei besondere Gäste: Den Reinigungsroboter Elli, den Klinikführer Kalle – und neu in der Familie den Kommunikationsroboter Neo.
Rückblick 2025

Im Mittelpunkt des Rückblicks standen die aktuellen gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen und Neuerungen. Stürmann betonte den anhaltenden Fachkräftemangel und die ungebrochen hohe Nachfrage nach Angeboten für seelische Gesundheit. Auch 2025 stieg die Belegung von Plätzen und Betten erneut – ein deutliches Zeichen für die wachsende Bedeutung von psychiatrischer Versorgung, Eingliederungshilfe und Pflege.
Neue Angebote für seelische Gesundheit: direkt, digital, innovativ
Wahrendorff reagiert auf den wachsenden Bedarf und baut sein Angebot stetig aus. Der Fokus liegt auf leicht zugänglichen, ambulanten Strukturen. Im vergangenen, als erfolgreich bezeichnetem Jahr kamen neue Angebote hinzu:
- Das Behandlungsangebot EKT (SN berichtete)
- ADHS-Spezialambulanz für Erwachsene
- Ambulanz für Trauerbewältigung
- VR-gestützte Therapieambulanz bei spezifischen Ängsten
- Spätambulanz in Linden für Berufstätige mit psychischen Erkrankungen, geöffnet bis 20 Uhr
- Ein KI-Versuchslabor für Robotic 2.0 und NEO
Ausblick 2026
Über die Planungen und Veränderungen für das neue Jahr sprach anschließend Timo Rittgerodt. Die Tagesklinik am Welfenplatz in Hannover, eine der größten bundesweit, wird erneut erweitert. Neue ambulante Angebote sind in Planung, und Wahrendorff will sich aktiv an einem möglichen Gesundheitscampus in Lehrte beteiligen.
Das Klinikum gestaltete mit dem Werner-Haus eine weitere Immobilie in Köthenwald um, die nun nach der Kernsanierung eine Heimstatt für elf junge Menschen bietet, die dort im historischen Gebäude mit moderner Ausstattung leben.
Am größten Standort der Dr. med. Ernst-August Wilkening Pflegeheime in der Wolfstraße in Hannover entstand eine neue Erlebnis- und Bewegungswelt. Sie umfasst hochmoderne Fitnessgeräte, die Bewohnern und Mitarbeitern Bewegung und Lebensfreude ermöglichen. Rittgerodt betonte, dass dieses Projekt die Teilhabe und Lebensqualität weiter stärke.
Das Projekt „WLAN Wohnen“ verlangte Investitionen in Millionenhöhe und großen personellen Einsatz. Es schafft digitale Perspektiven und fördert die Teilhabe der Bewohner. Der flächendeckende WLAN-Ausbau stellte eine logistische Meisterleistung dar: 65 Gebäude wurden ausgestattet, 450.000 Quadratmeter Fläche ausgeleuchtet, 40 Kilometer Datenkabel verlegt, 560 DECT-Antennen und über 700 Access Points in 60 Gebäuden installiert. Zudem stellte man 600 Protectortelefone bereit und band täglich rund 2.300 Nutzer an, so Rittgerodt.
Neo erobert das Klinikum
Ein Höhepunkt des Neujahrsempfangs war NEO, der neue sozialer Roboter, der derzeit im Therapiebereich „Seelische Gesundheit im Alter“ sein KI-Trainee-Programm durchläuft. NEO ist Teil des neuen KI-Versuchslabors im Klinikum, zu dem auch Kalle und Elli gehören. Als „Socialbot“ – oder Gesprächspartner – soll NEO Gespräche erleichtern, den Zugang zu Angeboten vereinfachen und eine positive Atmosphäre schaffen. Er ist in der Lage, mit Menschen zu kommunizieren, ihre Fragen und Antworten auszuwerten und seinerseits Gespräche zu gestalten – wobei er stets mit einer Frage endet.
Ausbau, Gesundheitscampus und Dorffküche 2026
„Eingliederungshilfe dient keinem Selbstzweck“, betonte Rittgerodt. Das Ziel bestehe darin, mit klugen und passgenauen Angeboten ein Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen – ganz im Sinne des Wahrendorff-Modellprojekts „Leinen los, statt Anker setzen“, das derzeit auch über die Landesgrenzen hinaus Aufmerksamkeit erhält.
Für Sehnde ist dabei ein anderes Projekt von großer Bedeutung. Ab 2026 will Wahrendorff kräftig in die Neugestaltung der Dorffküche investieren. Dazu ist in der Kernstadt im Gewerbegebiet Sehnde-Ost ein Neubau für 60 bis 70 Mitarbeiter geplant, für den bereits das Grundstück angekauft wurde. Der Neubau soll demnächst an der Hedwig-Kohn-Straße im Bereich der Hochspannungsleitung entstehen. Denn, so Rittgerodt, die Ernährung ist ein zentraler Bestandteil der therapeutischen Arbeit. Dieses Bauvorhaben ist von Bürgermeister Kruse besonders begrüßt worden, konnte man doch die Dorffküche so in Sehnde behalten: „Ich freue mich sehr, dass Wahrendorff sich für eine Fläche in Sehnde entschieden hat und die Herstellung von Nahrungsmitteln weiter in unserer Stadt erfolgt.“
Gespräche
Nach dem Ausblick war es an der Zeit, die kulinarischen Köstlichkeiten der Dorffküche zu kosten, an einem Rundgang durchs Klinikum teilzunehmen oder sich in Gespräche zu vertiefen. Ein ganz besonderer Gesprächspartner war dabei sehr umlagert: Neo, der alle Fragen und Antworten geduldig verarbeitete und keine Müdigkeit zeigte.
Mehr Informationen gibt’s im Internet.
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