Wochen der Demenz in Lehrte: Informationen und Aktionen für alle, die mehr zu Demenz erfahren möchten

Wochen der Demenz in Lehrte: Informationen und Aktionen für alle, die mehr zu Demenz erfahren möchten
Wochen der Demenz in Lehrte vom 21. bis 25. September mit informativem Porgramm - Grafik. Stadt Lehrte
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Mal den Gesprächsfaden zu verlieren oder nach Worten zu ringen, ist vielen Menschen vertraut. Auch der obligatorische Knoten im Taschentuch oder der klassische Bindfaden am Finger, wenn ein wichtiges Ereignis nicht in Vergessenheit geraden darf. Ebenso kann im eigenen Haushalt etwas verloren gehen, das dann zufällig erst wiedergefunden wird.

Im Leben derjenigen, die von einer Demenzerkrankung betroffen sind, sind solche Situationen nicht mit einer normalen Altersvergesslichkeit oder Gedankenlosigkeit abzutun. Denn das Krankheitsbild ist unwiderruflich mit dem Verlust der geistigen Fähigkeiten und einer Wesensveränderung verbunden. Die Betroffenen selbst haben häufig keine Krankheitseinsicht. Denn die Gedächtnisstörung wird von ihnen oftmals nicht mehr wahrgenommen und sie betrachten ihr Handeln als selbstverständlich und sinnvoll. Daher sollte die Wahrnehmung der Mitmenschen geschärft werden. Wenn Sie zukünftig einen älteren Menschen in der Nachbarschaft beobachten, der unbeholfen wirkt, sprechen Sie ihn kurzerhand an und geben damit Orientierung und Halt.

Hilfen und Beratung

Zum fünften Mal schließt sich die Stadt Lehrte der Initiative der Region Hannover sowie der Alzheimer Gesellschaft Hannover an und rückt mit einem vielseitigen und kostenlosen Programm das Leben mit Demenz in die gesellschaftliche Mitte. Dieses Jahr lehnt sich das Lehrter Programm erstmalig an die niedersachsenweite „Woche der pflegenden Angehörigen“ an.

In der Versorgung und Begleitung von Demenzerkrankten sind An- und Zugehörige wegweisend. Sie vermitteln ein hohes Maß an Geborgenheit, Stabilität und Verbundenheit. Zugleich bilden sie oft die Brücke zu lang zurück liegenden Ereignissen, die häufig bei den Betroffenen gegenwärtig sind. Für die Sorgenden bringen die Alltagsbegleitung und die Unterstützung zur sozialen Teilhabe oftmals positive Erfahrungen mit sich. Jedoch kann ein solcher Einsatz auch anstrengend und gesundheitlich belastend sein. Daher ist es essentiell, dass An- und Zugehörige von ortsnahen Beratungs- und Unterstützungsangeboten Kenntnis haben und diese zur Entlastung und zum Ausgleich in Anspruch nehmen können. Das diesjährige Lehrter Programm ist so gestaltet, dass sich auch pflegende An- und Zugehörige angesprochen fühlen, die einen Menschen mit einer anderen Erkrankung begleiten.

Die Veranstalter der diesjährigen „Wochen der Demenz“ haben sich zur Aufgabe gemacht, über die flächendeckenden Angebote vor Ort zu informieren sowie Raum für Austausch und Begegnung zu schaffen.

Das Programm

Bereits bei der Auftaktveranstaltung am 21. September 2026 können Betroffene sowie ihre Angehörigen, Nachbarn und Freunde den Austausch zu Fachkundigen suchen. Mitarbeiter der Gedächtnisambulanz des Wahrendorff Klinikums, des Senioren- und Pflegestützpunktes Burgdorfer Land, der compass private Pflegeberatung sowie der örtlichen Hospizdienste sind zu Gast. Auch dient der Treffpunkt zum Austausch und zur Begegnung von Gleichgesinnten. Das Demenz- und Pflegecafé in den Räumen der Begegnungsstätte Goethestraße Hausnummer 12 in Lehrte ist von 15 bis 16.30 Uhr geöffnet.

Filminteressierte erleben am Mittwoch, 23. September, um 19 Uhr, im Anderen Kino Lehrte am Sedanplatz 26 die einfühlsame, humorvolle Erzählung „Romys Salon“. Die zehnjährige Romy verbringt viel Zeit im Friseursalon ihrer Großmutter Stine. Als diese zunehmend Anzeichen einer Demenzerkrankung zeigt, verändert sich ihr gemeinsamer Alltag. Auch Kurzentschlossene sind herzlich willkommen, denn eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Der Hintereingang des Kinos ist barrierefrei und über eine Rampe erreichbar. Einlass ist um 18.30 Uhr.

Am Donnerstag, 24. September, von 10 bis 12 Uhr, stellen die Lehrter Tagespflegeeinrichtungen in der Begegnungsstätte Goethestraße ihre Konzepte vor. Die Institutionen bieten pflegebedürftigen Menschen einen Ort zur sozialen Teilhabe. Auch vielfältige Aktivitäten werden geboten. Diese Betreuungsform trägt bei pflegenden Angehörigen deutlich zur Entlastung bei. Sie gewinnen verlässlich Freiräume, um ihren Alltag zu bewältigen und zur eigenen Erholung. Zu Beginn der Veranstaltung informiert eine Mitarbeiterin des Senioren- und Pflegestützpunktes Burgdorfer Land über den Zugang zu einer Tagespflegeeinrichtung.

Am Freitag, 25. September, von 11.30 bis 12.30 Uhr, lädt die zertifizierte Trainerin Christiane Warnecke vom Bundesverband Gedächtnistraining in die Begegnungsstätte Goethestraße zu einem Schnupperkurs ein. Sie zeigt Neugierigen abwechslungsreiche Gedächtnisübungen und bestärkt Menschen, das Gehirn fortlaufend zu trainieren, um geistig vital und fit zu bleiben. Anmeldungen werden unter der E-Mail info@christiane-warnecke.de oder der Telefonnummer 05132/504 509 entgegengenommen.

Die Aktionswoche im September schließt am Freitag, 25. September, von 17 bis 19 Uhr, mit einer Lesung mit Peggy Elfmann. Sie liest aus ihrem Buch „Meine Eltern werden alt. 50 Ideen für ein gutes Miteinander“. Die Journalistin gibt dabei persönliche sowie alltagsnahe Einblicke in das Leben mit ihren Eltern und teilt wertvolle Impulse mit pflegenden Angehörigen. Zugleich gibt sie wichtige Anregungen, Orientierung und emotionale Unterstützung. Auch ermutigt Elfmann die Generation X mit ihren Eltern über das Altwerden ins Gespräch zu kommen. Dabei legt sie großen Wert auf die vielfältigen Möglichkeiten, den alltäglichen Umgang mit den Eltern wertschätzend zu gestalten. Anlässlich der Lesung stellt die Buchhandlung Veenhuis ausgewählte Bücher zur Ansicht und zum Erwerb zur Verfügung. Für die persönliche Teilnahme in der Begegnungsstätte Goethestraße am 25. September von 17 bis 19 Uhr ist keine Anmeldung erforderlich. Wer digital zuschauen möchte, muss sich bitte unter der E-Mail 60plus@lehrte.de anmelden.

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