Regionale Anbieter stärken: Grüne/Linke und SPD in Lehrte wollen Schul- und Kitaessen anders regeln

Die Ratsgruppen Grüne/Linke und ihr Koalitionspartner SPD im Rat der Stadt Lehrte setzen sich gemeinsam für mehr Wettbewerb, regionale Wertschöpfung und eine stärkere Beteiligung lokaler Unternehmen bei der Versorgung von Schulen und Kindertagesstätten mit Mittagessen ein. Hierzu wurde ein gemeinsamer Antrag im Rat der Stadt eingebracht, nach dem die Stadtverwaltung prüfen soll, ob künftige Ausschreibungen für Schul- und Kitaessen für Einrichtungen in städtischer Trägerschaft in eine größere Anzahl von Losen aufgeteilt werden können.
Hintergrund ist die derzeitige Ausschreibungspraxis, bei der aufgrund der vergleichsweisen geringen Anzahl von Losen vor allem große Catering-Unternehmen mit entsprechend hoher Produktionskapazität zum Zuge kommen können. Kleinere und regionale Anbieter haben häufig kaum eine realistische Chance, sich erfolgreich an den Vergabeverfahren zu beteiligen.
Auch Chancen für Kleinere
Die Ratsgruppen sehen in einer stärkeren Losaufteilung die Möglichkeit, den Wettbewerb zu öffnen und regionalen Betrieben bessere Beteiligungschancen einzuräumen. Eine stärkere Beteiligung solcher Betriebe könnte das bestehende Angebot sinnvoll ergänzen.
„Wir möchten prüfen lassen, ob wir durch eine andere Struktur der Ausschreibungen mehr regionalen Unternehmen die Möglichkeit geben können, sich an der Versorgung unserer Schulen und Kitas in städtischer Trägerschaft zu beteiligen. Das stärkt die lokale Wirtschaft, verkürzt Lieferwege und kann zugleich positive Auswirkungen auf Regionalität, Qualität und Frische der angebotenen Mahlzeiten haben“, erklärt Christian Gailus, Gruppenvorsitzender von Grüne/Linke im Rat der Stadt Lehrte.
Ergebnisoffen untersuchen
Der Antrag sieht keine Vorfestlegung vor. Vielmehr soll die Verwaltung die Vor- und Nachteile einer stärkeren Losaufteilung umfassend untersuchen. Dazu gehören insbesondere mögliche Auswirkungen auf den Verwaltungs- und Koordinationsaufwand, Preisstrukturen, Versorgungssicherheit, Qualität sowie die Wettbewerbssituation.
„Uns geht es um eine sachliche Prüfung und eine belastbare Entscheidungsgrundlage. Wenn wir regionale Wertschöpfung, Wirtschaftlichkeit und eine hochwertige Versorgung unserer Kinder besser miteinander verbinden können, sollten wir diese Chance nutzen“, so Maren Tomschke, Fraktionsvorsitzende SPD.
Die Ergebnisse der Prüfung sollen dem Rat der Stadt Lehrte anschließend als Vorlage zur weiteren Beratung vorgelegt werden. Ziel ist es, eine ausgewogene Lösung zu finden, die den Anforderungen an eine verlässliche Versorgung ebenso gerecht wird wie dem Wunsch, regionale Betriebe stärker einzubinden und den Wettbewerb zu fördern.
Der gemeinsame Antrag befindet sich jetzt auf dem Weg durch die zuständigen Ausschüsse.
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