„Nur noch Notlösung“: CDU kritisiert Abhängigkeit bei Notfallversorgung in Lehrte

Die aktuellen Zahlen zur Notfallversorgung in Lehrte zeigen aus Sicht der CDU-Fraktion deutlich: Nach der Schließung des Klinikums ist die Stadt heute strukturell auf umliegende Landkreise angewiesen. Für den CDU-Regionsabgeordneten Bernward Schlossarek ist klar: „SPD und Grüne haben hier sehenden Auges eine funktionierende Versorgungsstruktur zerschlagen – mit spürbaren Folgen für die Sicherheit der Menschen vor Ort.“
Die Daten belegen laut Schlossarek eine massive Verschiebung der Patientenströme. Wurden im Jahr 2022 noch 1.476 Notfallpatienten in das Klinikum Lehrte gebracht, ist diese Zahl inzwischen vollständig entfallen. Stattdessen werden Betroffene heute überwiegend in weiter entfernte Kliniken transportiert – insbesondere nach Hannover sowie in umliegende Städte wie Peine, Hildesheim und Braunschweig. Besonders deutlich wird die Entwicklung am Beispiel Peine: Die Zahl der dorthin transportierten Patienten hat sich seit 2022 mehr als verfünffacht – von 159 auf 841 Fälle. Insgesamt wird mittlerweile ein erheblicher Anteil der Notfälle in Höhe von 18,1 Prozent außerhalb der Region Hannover versorgt.
Rettungsdienst hat längere Fahrten
Auch die Rahmenbedingungen im Rettungsdienst haben sich spürbar verschlechtert. Während das Klinikum Lehrte früher in wenigen Minuten erreichbar war, liegen die Transportzeiten heute häufig zwischen 15 und 25 Minuten – teils deutlich darüber. Gleichzeitig haben sich die zurückgelegten Entfernungen erheblich verlängert.
„Diese Zahlen zeigen schwarz auf weiß, was viele Bürgerinnen und Bürger längst spüren: Die Notfallversorgung in Lehrte ist nicht mehr eigenständig tragfähig“, erklärt Schlossarek. „Wir sind heute darauf angewiesen, dass Nachbarregionen die Versorgung mit übernehmen. Das ist kein stabiles System – das ist eine Notlösung.“
Die längeren Transportwege führen zudem dazu, dass Rettungsfahrzeuge deutlich länger gebunden sind. Bereits heute müssen in einzelnen Fällen Rettungsmittel aus benachbarten Regionen einspringen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Einsätze weiter an.
Keine durchdachte Planung
Die CDU kritisiert, dass auf diese Entwicklung bislang keine ausreichenden strukturellen Antworten gegeben wurden. Weder seien zusätzliche Kapazitäten im Rettungsdienst geschaffen noch neue Versorgungsangebote aufgebaut worden, um die weggefallene Klinik zu kompensieren – auch das versprochene RVZ kommt nicht voran.
„Die Region redet sich die Lage schön, wenn sie von einer ‚ausreichenden Versorgung‘ spricht“, so Schlossarek weiter. „Ausreichend heißt hier offenbar: Es funktioniert gerade noch – aber nur, weil andere Regionen mithelfen und die Einsatzkräfte am Limit arbeiten.“ Die CDU fordert daher ein Umdenken in der Gesundheitspolitik der Region Hannover. Ziel müsse es sein, die Notfallversorgung in Lehrte wieder robuster und verlässlicher aufzustellen und den Rettungsdienst spürbar zu entlasten. „Die Menschen in Lehrte haben ein Recht auf eine wohnortnahe und funktionierende Notfallversorgung“, betont Schlossarek. „Von diesem Anspruch sind wir derzeit ein gutes Stück entfernt.“
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