Grußwort des Lehrter Bürgermeisters zum Jahreswechsel

30. Dezember 2017 @

Liebe Lehrterinnen und Lehrter,

der Abreißkalender wird dünner und dünner. Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende zu und hinterlässt zahlreiche Eindrücke. Jedem von uns werden unterschiedliche Ereignisse im Gedächtnis bleiben, positive wie negative. In diesem Grußwort blicke ich auf das Lehrter Stadtgeschehen zurück. Ich skizziere die wichtigsten Ereignisse und wage eine Vorschau auf das kommende Jahr, in dem wir auch die Früchte der Anstrengungen der letzten Monate werden ernten können.

Für die Stadt Lehrte war das Jahr 2017 sehr vielfältig. Viele Lehrterinnen und Lehrter haben sich zu mehreren Themenbereichen eingebracht. Dazu zählt insbesondere die Schulentwicklung mit zwei Elternbefragungen, die unmittelbare Auswirkungen auf die Schullandschaft vor Ort haben werden. Der Rat der Stadt Lehrte hat beschlossen, die IGS Lehrte ab dem Schuljahr 2018/2019 beginnend mit den 5. Klassen in das Schulzentrum Lehrte-Süd zu verlegen, wo seit 2015 bereits die gymnasiale Oberstufe dieser Schule unterrichtet wird. Um auch in Hämelerwald weiterhin wohnortnah eine weiterführende Schulform anbieten zu können, hat der Rat der Stadt Lehrte den Beschluss gefasst, dort eine Oberschule zu gründen. Ich danke den Eltern, die sich bei den Befragungen zahlreich beteiligt haben und den Ratsmitgliedern für das sehr eindeutige Votum! Für eine konsequente Schulentwicklungsplanung ist eine gute Zusammenarbeit wichtig. In den nächsten Jahren wird es dabei insbesondere um den Erhalt bzw. die Schaffung von guten räumlichen Voraussetzungen gehen. Für die Schulen in unserer Stadt werden sehr hohe Investitionen getätigt werden müssen.

Bürgermeister Klaus Sidortschuk blickt auf das Jahr zurück – Foto: Stadt Lehrte

Einen großen Schritt weitergekommen sind wir im vergangenen Jahr auch im Bereich des verlässlichen Nachmittagsangebotes für Grundschulkinder. Eine Projektgruppe hat ein Konzept erarbeitet, wonach offene Ganztagsgrundschulen mit städtischem Fachpersonal und finanziellen Mitteln unterstützt werden können. Das Konzept wurde im März 2017 beschlossen und wird bereits von der Grundschule Lehrte-Süd und der Albert-Schweitzer-Schule erfolgreich umgesetzt. Ich freue mich sehr, dass offene Ganztagsgrundschulen und sonstige Betreuungseinrichtungen nicht mehr parallel geführt werden müssen, sondern alle Kinder gemeinsam lernen und spielen können. Für die Grundschulen in Arpke und Hämelerwald wurde der offene Ganztagsbetrieb nach dem Konzept ab kommendem Schuljahr bei der Landesschulbehörde beantragt.

Was vor wenigen Jahren längst nicht abzusehen war, ist die steigende Geburtenrate. Dieser Trend ist sehr erfreulich, wobei nach der in der politischen Diskussion befindlichen Tagespflege- und Kindertagesstättenbedarfsplanung ein sehr umfangreicher Ausbau von Betreuungseinrichtungen erforderlich sein wird. Durch die beabsichtigte Errichtung weiterer fünf Kindertagesstätten sollen insgesamt etwa 300 weitere Krippen- und Kindergartenplätze geschaffen werden. Ich bin stolz auf die gute Arbeit in den Kindertagesstätten in Lehrte, die sich auch in den Schuleingangstests 2017 wiedergespiegelt hat. Um das Niveau der frühkindlichen Bildung jedoch erhalten und durch Qualitätsprozesse wie „Wortstark in Lehrte“ weiter zu verbessern, bedarf es dringend einer finanziellen Entlastung des kommunalen Haushaltes. Eine entsprechende Resolution hat der Rat der Stadt Lehrte in diesem Jahr beschlossen.

Die hohe Anzahl an neuen Betreuungsplätzen für unsere kleinsten Einwohnerinnen und Einwohner sollen zum Großteil in Neubaugebieten eingerichtet werden. Während das Baugebiet Kirchlahe-Süd in Sievershausen bereits bezogen wurde, hat uns im vergangenen Jahr fast durchgehend die Schaffung neuer Flächen in Ahlten, Arpke und der Kernstadt beschäftigt. Der Wohnraumbedarf wurde bereits im gemeinsam mit Lehrter Bürgerinnen und Bürgern erfolgreich erarbeiteten Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) festgehalten und der Druck wird größer. Auch Mehrfamilienhäuser müssen dringend errichtet werden, was in jedem Neubaugebiet berücksichtigt werden wird. Eine besondere Herausforderung war es, für die Kleingartenanlage an der Manskestraße in der Kernstadt eine geeignete Ersatzfläche und gute Umzugsbedingungen zu finden oder zu schaffen. Dank der sehr konstruktiven und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Bezirksverband und dem Kleingärtnerverein ist dies vorbildlich gelungen, sodass auch der Wohnungsknappheit in der Kernstadt entgegengewirkt werden kann.

Erwähnenswert ist, dass die Stadt Lehrte mit fast 45 000 Einwohnerinnen und Einwohnern 2017 zur viertgrößten Stadt in der Region Hannover aufgestiegen ist. Eine gute Infrastruktur ist ein wichtiger Standortfaktor von Kommunen, den es zu erhalten gilt. In diesem Jahr wurden in Lehrte eine Reihe von Baumaßnahmen in allen Ortsteilen abgeschlossen. So nenne ich beispielhaft die Grundsanierung der Straße Zum Gosekamp im Immensen und den Abschluss des über fünf Jahre andauernden Ausbaus der Manskestraße. Für die Geduld der Anliegerinnen und Anlieger bedanke ich mich ganz besonders! Ebenfalls umgesetzt werden konnte die Verbindung des alten und der neuen Teils des Hohnhorst-Parks durch den Umbau der Straße Am Pfingstanger.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Sicherheit der Lehrterinnen und Lehrter, was uns allen gleich zu Beginn des Jahres vor Augen geführt wurde. In der Nacht nach dem Neujahrsempfang 2017 gab es einen verheerenden Brand. Die kleine Sporthalle im Schulzentrum Lehrte-Süd wurde komplett zerstört. Glücklicherweise wurden die benachbarten Schulgebäude nicht beschädigt. Durch diesen Großbrand, die Brände bei einer Recycling-Firma und einer Fleischerei sowie den Einsätzen auf der Autobahn wird deutlich, wie häufig unsere Lehrter Feuerwehren ausrücken müssen und welch eine wichtige Aufgabe unsere ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner für uns alle erfüllen. Es bestärkt die Entscheidung eines Neubaus einer zukunftssicheren Feuerwache und der Werkstätten des Fachdienstes Baubetrieb. Der erste Spatenstich konnte im September erfolgen.

Wir stehen vor großen Herausforderungen, um unsere Stadt für die Zukunft gut aufzustellen. Neben den genannten Bereichen Schule, Kindertagesstätten und Feuerwehr wurden in diesem Monat mit dem einstimmigen Beschluss über einen Doppelhaushaltsplan für die Jahre 2018 und 2019 weitere große Sanierungsmaßnahmen und Investitionen festgelegt. Das Investitionsprogramm ist von dem Volumen und der Anzahl der Vorhaben her umfangreicher denn je. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass für das Haushaltsjahr 2017 ein Überschuss in Höhe von 9,6 Millionen Euro prognostiziert wird und alle Investitionen ohne Kreditaufnahme in diesem Jahr erfolgen konnten. Bei wichtigen Entscheidungen werden grundsätzlich öffentliche Informationsveranstaltungen organisiert. Ich setze mich seit jeher für mehr Bürgerbeteiligung ein. Alleine in diesem Jahr gab es Veranstaltungen zur Schulentwicklung, zu Bebauungsplanverfahren, zur möglichen Wochenmarktverlegung und zur geplanten Ansiedlung eines Aldi-Logistikzentrums. Ich bitte Sie, sich auch künftig einzubringen und die Entwicklungen in unserer Stadt sachlich und konstruktiv zu begleiten.

Zum Schluss möchte ich drei positive Beispiele des Bürgerengagements im vergangenen Jahr nennen. Ich freue mich sehr, dass während der Modernisierung des Penny-Marktes in Sievershausen ein Einkaufsnetzwerk gegründet und dass in Steinwedel zum „Tischlein-Deck-Dich“ für einen guten Zweck eingeladen worden ist. Für die Lebensqualität in einer Stadt, insbesondere in dörflichen Strukturen, ist der Zusammenhalt unabdingbar. Seit 2014 sind mehrere hundert Flüchtlinge zu uns gekommen, deren Unterbringung uns vor große Herausforderungen gestellt hat. Eine große Gemeinschaftsunterkunft in der Everner Straße konnte bereits geschlossen werden und die Menschen sind in kleinere Wohneinheiten umgezogen. Ich danke allen, die sich für die Integration unserer neuen Bürgerinnen und Bürger einsetzen!

In diesem kurzen Grußwort kann ich nur wenige Geschehen des vergangenen Jahres umreißen. Doch vielleicht können Sie sich auch die Zeit nehmen, in Erinnerungen zu schwelgen und eine ganz persönliche Bilanz zu ziehen.

Zum Abschluss liegt es mir sehr am Herzen, Ihnen schöne Feiertage im Kreise Ihrer Familien und Freunde zu wünschen. Seien Sie dankbar für Geschenke, um die man keine Schleifen machen kann! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesundes und glückliches neues Jahr! Wir können mit Zuversicht ins Jahr 2018 blicken, auch wenn noch eine Reihe von Herausforderungen auf uns warten.

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