Bernhard „Bernie“ Reimann: Künstler – Maler – Beobachter seiner Zeit

Bernhard „Bernie“ Reimann: Künstler – Maler – Beobachter seiner Zeit
Bernies neues Werk mit dem Titel „Die Welt im Blick“ wird auch in Lehrte zu sehen sein – Foto: B. Reimann
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Früher hatte er jährlich eine mindestens Ausstellung in Sehnde, dann war ein längere Pause – nun, nach fast sechs Jahren, kehrt Reimann zurück auf die Kunstbühne im Ostkreis und ist bei der Straßengallerie in Lehrte mit dabei. Seine neuen Werke werden im Schaufenster des Sozialkaufhauses in der Burgdorfer Straße vom 26.09. bis 24.10.2026 zu sehen sein. Dabei zeigt er auch Werke seiner neueren Schaffenszeit, die er im Weserbergland erarbeitet hat.

Der Künstler

Bernhard Reimann, Künstlername „Bernie“, wurde 1964 in Hannover geboren. Seine künstlerischen Wurzeln liegen in der Region Hannover, insbesondere in Sehnde. Heute ist sein Leben und künstlerisches Schaffen ebenso mit dem Weserbergland verbunden.

Seinen Weg zur Malerei fand Bernie nicht über eine klassische akademische Künstlerausbildung, sondern aus eigener Leidenschaft und innerem Antrieb. Nach Schulabschluss, einer kaufmännischen Ausbildung sowie einem Studium und weiteren beruflichen Stationen entdeckte er im Jahr 2008 die Acrylmalerei für sich. Was zunächst als persönliche Auseinandersetzung mit Farbe, Form und Ausdruck begann, entwickelte sich zu einer nachhaltigen künstlerischen Tätigkeit.

Seitdem arbeitet Bernie weitgehend autodidaktisch und hat seine eigene Bildsprache kontinuierlich weiterentwickelt. Seine Malerei bewegt sich zwischen Abstraktion, Dynamik und emotionaler Verdichtung. Farbe ist für ihn dabei nicht lediglich Gestaltungsmittel, sondern Träger von Stimmung, Spannung und Aussage.

Kunst mit Haltung

Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht nicht ausschließlich die Ästhetik eines Bildes. Bernie möchte mit seiner Kunst Denkanstöße geben, Fragen aufwerfen und den Betrachter emotional erreichen. Seine Werke setzen sich immer wieder mit Themen auseinander, die den Menschen und seine Umwelt betreffen: Umweltverschmutzung, Klimawandel, Menschenrechte, Integration und gesellschaftliche Herausforderungen.

Ein wiederkehrendes Anliegen seiner Kunst ist es, Dinge sichtbar zu machen, über die häufig nicht oder zu wenig gesprochen wird. Seine Bilder sollen nicht zwangsläufig eindeutige Antworten liefern. Vielmehr möchte Bernie dem Betrachter Raum für eigene Gedanken, Gefühle und Interpretationen geben.

Bekannte Ausstellungen von Bernie

Diese Haltung zeigte sich beispielsweise in der Ausstellung „Meereszeit“, in der er die Verschmutzung der Weltmeere thematisierte. Die HAZ beschrieb seine abstrakten Arbeiten als eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Müll in den Meeren (HAZ – Hannoversche Allgemeine). Auch bei seinen späteren Ausstellungen blieb dieser gesellschaftliche Anspruch ein wesentlicher Bestandteil seines Schaffens. Bei seiner Ausstellung „Unter einem Himmel“ in Sehnde wurden unter anderem Depressionserkrankungen, Umweltverschmutzung, Klimakatastrophe, Menschenrechte und Integration als Themen seiner Kunst benannt (Sehnde News).

Zwischen Erde, Mensch und Kosmos

Viele seiner Arbeiten beschäftigen sich mit großen Zusammenhängen. Erde, Natur, Umwelt, Energie und Kosmos werden dabei zu Bildwelten, in denen sich Bewegung, Veränderung und Vergänglichkeit spiegeln. Werktitel wie „Die Erde im Fluss“, „Milchstraße“ und „Erdexplosion“ zeigen exemplarisch diese Auseinandersetzung mit unserem Planeten und dem Universum – ganz im Stil wie Pink Floyd es im musikalischen Bereich tat.

Dabei interessiert Bernie insbesondere der Moment der Veränderung: nichts bleibt, wie es ist. Materie bewegt sich, Strukturen lösen sich auf, Neues entsteht. Diese Dynamik findet ihre Entsprechung in seiner oftmals kraftvollen und vielschichtigen Acrylmalerei.

Der Mensch hinter dem Bild

In einer seiner Ausstellungen in Sehnde zeigte Reimann verschiedene Größen und Themen seiner Werke – Foto: JPH/Archiv

Bernie versteht sich nicht als Künstler, der dem Betrachter eine einzige Interpretation vorgibt. Seine Bilder dürfen unterschiedlich wahrgenommen, interpretiert und verstanden werden. Ein Werk kann für den einen Betrachter Hoffnung ausdrücken, für einen anderen Unruhe, Veränderung oder Bedrohung. Gerade diese Offenheit ist für Reimann ein wichtiger Bestandteil seiner Kunst. Seine Ausstellungen versteht er deshalb nicht ausschließlich als Präsentation von Bildern, sondern als Begegnung zwischen Kunst, Künstler und Publikum.

Mehrere Ausstellungen in Sehnde

Mehrfach hat Bernie seine Arbeiten öffentlich in der Region präsentiert. Neben vielen Ausstellungen in Sehnde und Lehrte wurden seine Werke auch im Weserbergland und im Ausland gezeigt. 2019 kehrte er beispielsweise mit neuen Arbeiten zu einer weiteren Ausstellung nach Sehnde zurück, nachdem er zuvor im Glasmuseum Boffzen ausgestellt hatte (Sehnde News).

Vom großen Format zur individuellen Arbeit

Während großformatige Arbeiten über viele Jahre einen wichtigen Bestandteil seines Schaffens bildeten, arbeitet Bernie inzwischen auch verstärkt mit kleineren Formaten. Seine künstlerische Arbeit ist dabei nicht auf eine bestimmte Größe festgelegt. Auf Wunsch entstehen auch individuelle Arbeiten in unterschiedlichen Formaten, die sich an den Vorstellungen und räumlichen Gegebenheiten des Auftraggebers orientieren. Damit verbindet Bernie seine freie künstlerische Arbeit mit der Möglichkeit, individuelle Kunstwerke für Menschen und besondere Orte zu schaffen.

Bernie „heute“

„Bernie“ Reimann steht heute für eine eigenständige, emotional geprägte Acrylmalerei, die Abstraktion mit gesellschaftlicher Aussage verbindet. Seine Kunst entsteht aus Beobachtung, persönlicher Erfahrung und der Auseinandersetzung mit einer sich ständig verändernden Welt. Zwischen Hannover, Sehnde und dem Weserbergland hat sich so über die Jahre eine unverwechselbare künstlerische Handschrift entwickelt – eine Malerei, die den Blick über das einzelne Bild hinaus auf den Menschen, seine Umwelt und die Welt richtet, in der wir leben.

Dabei ist ihm eines immer besonders wichtig:

Kunst soll nicht nur gefallen.
Kunst darf berühren.
Kunst darf irritieren.
Kunst darf Fragen stellen.

Genau so sieht Bernie seine Aufgabe als Künstler.

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