Unglaublich, aber wahr: 96 verspielt erneut einen Sieg

2. November 2019 @

Am Ende wusste auch der Trainer nicht mehr, wie er die gefühlte Niederlage seines Teams gegen den SV Sandhausen erklären sollte. Da spielt eine Mannschaft mit eigentlich bundesligatauglichen Spielern und wahrscheinlich bundesligatauglichen Gehältern in einem sicher bundesligafähigen Stadion – und heraus kommt wieder nur ein mickriges Unentschieden. Und das, nachdem man relativ früh den Gegner mit einem 1:0 (7.) schockiert hatte.

Am Ende konnten weder Trainer Mirko Slomka noch die Spieler den Punktverlust erklären – Foto: JPH/Arciv

Nach dem 1:0 kam nichts mehr

Doch das „rien ne va plus“ folgte (fast) auf dem Fuße. Auf dem hatte nämlich Marvin Ducksch das 2:0. Er war allein und frei vor Torwart Martin Fraisl, der eigentlich keine Chance hatte. Ducksch konnte sich aussuchen: rechts vorbei, links vorbei, stoppen und den Torwart ins Leere laufen lassen oder ihn ausspielen. Ducksch wählte eine fünfte Variante – er schoss überhastet übers Tor. Danach lief nichts mehr. Im Gegenteil: man hatte den Gegner aufgebaut. Plötzlich machte der das Spiel und zeigte den Roten, wie man vor einem Tor agieren muss. Auch wenn sie entweder neben das Tor schossen oder Esser seinen Mann stand. 96 hatte sogar Glück, dass ein Treffer der Gäste wegen Abseits vom Schiedsrichter und dem Video-Prüfer nicht anerkannt wurde.

In der 2. Halbzeit kam Sandhausen stark auf

Die zweite Halbzeit begann dann wie die erste: Sandhausen machte das cleverere Spiel und 96 war nicht in der Lage, einen zweiten Ball im Tor unterzubringen. In der 60. Minute brachte Trainer Uwe Koschinat dann Aziz Bouhaddouz für Philip Türpitz und – mit Ansage – machte der in der 62. Minute den Ausgleich. „Wir haben halt geschlafen“, so Edgar Prib nach dem Spiel über die Konfusion, die dem Tor in der roten Abwehr vorausging. Und da war es wieder: das Heim-Déjà-vu von Hannover. Mirko Slomka versuchte zu retten, was in dieser Saison nicht mehr zu retten ist, und wechselte zusätzlich zu Marvin Bakalorz (58.)  dann ganz schnell hintereinander Emil Hansson (66.) und Genki Haraguchi (70.) für Cedric Teuchert und Marc Stendera ein. Doch das brachte alles nichts, denn die Gäste agierten einfach besser und zeigten den Hausherren, wie man ein Ergebnis über die Runden bringt. Wobei ein Verhältnis von 0:7 Ecken nach Abpfiff eine klare Aussage ist.

Drei Feuerwehren kamen zum Schluss noch ins Stadion – Foto: JPH

Die Fans „stellten“ die Trainerfrage

Das Ende des Spiels erlebte das Stadion dann wieder mit Pfiffen, eher aber resignierend, und erstmals Slomka-Raus-Rufen. Noch bevor die Mannschaft die Fankurve bei ihrem Rundkurs erreichte, war der Block schon halbleer. 24 100 Zuschauer sollen es offiziell heute gewesen sein, die am Freitagabend den Weg in die Sitzreihen gefunden hatten. Aber da waren alle nicht anwesenden Dauerkartenbesitzer sicher mitgezählt und gefühlt waren es nur rund 15 000 – der Sandhausenblock war auch fast leer.

Folgerichtig kam dann auch wieder die Frage nach der Geduld und dem Trainerstuhl auf, die in der Schlusspressekonferenz von Mirko Slomka so beantwortet wurde: „Das kann ich jetzt nicht sagen.“ Vielleicht kommt ja am nächsten Wochenende wieder ein Auswärtssieg beim 1. FC Heidenheim (Tabellensechster) dazwischen?

Am Schluss kam dann noch die Feuerwehr mit zwei Löschfahrzeugen und einer Drehleiter mit Blaulicht ins Stadion, weil möglicherweise ein Brandmelder ausgelöst hatte. „Garantiert aber nicht, weil es im Strafraum der Gäste gebrannt hätte“, witzelten die Besucher.

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