Hannover 96 gegen den KSC – wieder ein unnötiger Punktverlust

In der Heinz von Heiden Arena trafen am Freitagabend, 04.09.2026, im Flutlichtspiel ab 18.30 Uhr die Teams von Hannover 96 und dem Karlsruher Sportclub aufeinander. Beide Teams haben eine lange Reihe von Matches gegeneinander ausgetragen, wobei es bei 49 Spielen gut für Hannover aussah: 27 Siege – inklusive Pokalspiel – stehen sieben Unentschieden und 15 Niederlagen gegenüber. Seit 38 Jahren hatte der KSC in Hannover nicht mehr gewonnen. Immerhin 39.600 Zuschauer wollten das Spiel sehen.
Allerdings hat sich Hannover in der neuen Saison noch nicht endgültig gefunden, denn die ersten zwei Spiele gingen verloren und das dritte Punktspiel wurde gegen zehn Darmstädter nicht mit spielerischer Qualität, sondern nur durch einen Elfmeter gewonnen. Da war der heutige Gegner vom Tabellenstand her mit Platz 8 gegenüber Darmstadt vom Papier her ein anderes Kaliber.
Die erste Halbzeit
Überraschend war die Aufstellung, denn von den Stürmern Källman oder Pichler war nur auf der Bank etwas zu sehen.
Der KSC startete mit einem sehr hohen Pressing und griff sogar Torwart Weinkauf beim Rückpass an. In der 5. Minute bereits zeigte Tom Bauer Stefan Thordarson die gelbe Karte – wobei das vorausgegangene Foul so gravierend gar nicht aussah. Inkonsequent war er aber dann, als zweimal die Hausherren rüde von den Beinen geholt wurden.
In der 10. Spielminute kam dann der erste wirklich gefährliche Pass von Bundu vors blaue Tor und Bernat musste sich ganz lang machen, damit kein Roter mehr an den Ball kam. Dann (11.) bleibt Bundu im Strafraum nach einem Angriff liegen und muss behandelt werden; Zeichen kam schnell: Auswechseln – er wird länger ausfallen wegen Muskel und Sehnenschaden! Chakroun kam für ihn.
In der 21. Minute lief Gindorf allein auf Torwart Bernat zu, schoss ihn aber an und die Chance war – wieder einmal – vertan. Bezeichnend: die erste Ecke für Hannover gab es in der 25. Minute. Die aber führte zum Erfolg: auf den langen Pfosten, dort zweimal kurz hin und her geschoben, dann drückte Gindorf den Ball über die Linie – 1:0. Aber nur zwei Minuten später, katastrophaler Fehler bei Rückpass von Tomiak und Fukuda konnte den Spielstand ausgleichen – 1:1.
Dann ein schöner Lauf von Hannover über links, Oudenne nimmt den Ball mit in den Strafraum, passte in die Mitte – und Marcel Hartel macht sein erstes Tor für Hannover 96 – es heißt 2:1.
Zweite Halbzeit
Gleiche Strategie: KSC versuchte, die Roten am Strafraum festzunageln und nicht aus der eigenen Hälfte kommen zu lassen. Der KSC versucht es nun auch mit Schüssen aus der zweiten Reihe, trifft aber noch nur grob die Torrichtung. Dann die unklaren Wechsel: Titz bringt in der 60. Minute Roggow und Pichler für Thordarson und Hartel – der wird später sagen, als Mittelmotor war er noch fit und kann sich den Wechsel nicht erklären. Trotzdem steht das Team von Titz weiterhin unter Karlsruher Druck und lässt sich hinten festnageln. Wenn sich Hannover mal befreit, sind vorn Chancen da, die aber nicht in Tore umgemünzt werden. Dafür stimmten jetzt bei Karlsruher Distanzschüssen Richtung und Höhe, wie in der 73. Minute, als Weinkauf eingreifen musste.
Dann schoss Gindorf von links ins Tor der Gäste, doch Schiri Bauer hatte zuvor ein Abseits gesehen. Mehrfachwechsel. KSC brachte Civeja, Ponente und Bergh für Wiethaupt, Ben Farhat und Ofli. Hannover ersetzt Ghita und Taibi durch Okon und Källman. Dann kam die 85. Minute, KSC griff über rechts an und Pinto Pedrosa schloss ihn mit dem 2:2 ab. KSC wollte den Sieg und wechselte erneut. Weinkauf musste nun öfter zugreifen, um wenigstens einen Punkt zu sichern. Vier Minuten gab’s drauf. Letzte Chance? Hannover bekam Freistoß direkt an der Startraumlinie mittig. Der Ball traf den Innenpfosten – und sprang raus.
Dann war Schluss, die Aufholjagd nach vorn wird in der Tabelle und muss nach diesem unnötigen Unentschieden auf weitere Spieltage verschoben werden, während vorn die Teams enteilen. Mission Aufstieg ist mindestens in Gefahr.
Die Lehren?

Mit vier Punkten in der Tabelle ist Hannover bereits deutlich im Hintertreffen in der Mission Aufstieg und zeigt auch keine Leistungssteigerung – weder gegenüber 2025/2026 noch gegenüber Spiel 1 der Saison. Verschiedene Trainerentscheidungen sind von außen nicht nachvollziehbar – so das Fehlen eines Stürmers beim Start und die Herausnahme von Hartel, das Fehlen des Neuzugangs Sahiti auf dem Platz.
Vier Punkte aus den ersten vier Spielen und Tabellenplatz 13 sind bei weitem nicht das, was man sich bei Hannover 96 vor der Saison erwartet hatte. Und auch, wenn das Spieljahr noch jung ist und mit etwas mehr Spielglück auch eine bessere Ausbeute möglich gewesen wäre, herrscht in der niedersächsischen Landeshauptstadt schon früh Unruhe, in deren Mittelpunkt Trainer Christian Titz steht. Im zweiten Jahr der Mission Aufstieg ist Titz mit seinem Team nicht mal annähernd an dem Leistungsstand dran, wie er in der Saison vorher war und die Abgänge sind nicht annähernd kompensiert worden.
Es steht zu vermuten, dass die Führung von Hannover 96 sich den Rückstand auf die Tabellenspitze vielleicht noch am Freitag in Nürnberg ansieht, aber bereits danach könnte es bei einer erneuten Niederlage für den Trainer sehr eng werden.
Mannschaftsaufstellungen
Die Gäste unter Trainer Maximilian Senft starten mit Hans-Christian Bernat, Deniz Ofli, Kevon Wiethaupt, Marvin Wanitzek, Noel Eichinger, Shio Fukuda, Louey Ben Farhat, Christoph Kobald, Danyal Zor, MarcelFranke und Rafael Pinto Pedrosa. Auf der Bank warten Himmelmann, Santeri Väänänen, Paul Scholl, Tim Civeja, Sandro Tremoulet, Lilian Egloff, John Meyer, Viktor Bergh und Jason Ponente Ramirez.
Christian Titz hält dagegen mit Leo Weinkauf, Boris Tomiak, Virgil Ghita, Mustapha Bundu, Waniss Taibi, Marcel Hartel, Bastian Allgeier, Stefan Thordarson, Lars Gindorf, Kolja Oudenne und Maurice Neubauer. Im Kader warten Pascal Loretz, Benjamin Källman, Benedikt Pichler, Franz Roggow, Husseyn Chakroun, Ime Okon, Yunus Ünal, Hayate Matsuda und Emir Sahiti.
Die Spielleitung hatte Tom Bauer, an der Linie standen Eduard Beitinger und Sebastian Hilsberg, der vierte Mann hieß Eric Müller und als VAR fungierte Pascal Müller.
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