Höver und Ahlten bleiben bei der Buslinie hart

15. November 2019 @

Die Buslinie Höver Ahlten ist noch lange nicht vom Tisch. Vor kurzem hatte die Regionsversammlung bekanntermaßen den Vorstoß aus den beiden Orten dazu abgelehnt – mit alten Zahlen, wie die Initiatoren, Christoph Schemschat aus Höver und Timo Bönig aus Ahlten, meinen. Nun trafen sie sich erneut mit Dirk Holsten und Mike Hoppmann vom Ortsrat Ahlten, um das Thema wieder aufzugreifen. Denn jetzt hat die Regionsverwaltung in ihrem geplanten Regionalen Raumordnungsprogramm-Entwurf (RROP) 2020 eine Steilvorlage für einen erneuten gemeinsamen Vorstoß gegeben. Außerdem, so Holsten, habe gerade für solche Fälle nun das Land Niedersachsen finanzielle Mittel bereitgestellt.

Christoph Schemschat, Dirk Holsten, Timo Bönig und Mike Hoppmann (v.re.) beim Gespräch zur Buslinie – Foto: JPH

Neue Sachverhalte statt alter Zahlen

Neue Sachverhalte lassen die Wünsche der Höveraner und Ahltener jetzt in einem anderen Licht erscheinen. „Der RROP-Entwurf für 2020 stuft den Bereich Ahlten und Höver als einen Bereich ein“, so Holsten. Das war bei der Ablehnung des ersten Antrags der Orte noch verneint worden. „Außerdem hat die Region Hannover viel Geld vom Land erhalten, um neue Mobilität zu fördern“, fügt er hinzu. 2017 sei das niedersächsische Nahverkehrsgesetz geändert worden und das Land habe 11,4 Millionen Euro an die Region als Aufgabenträger des ÖPNV überwiesen. Zusätzlich seien aber auch 1,3 Millionen Euro für die Förderung neuer Verkehrsformen und zur Verbesserung der Mobilität gekommen, so Hoppmann.

RROP sieht Ahlten als Mitversorger

Immerhin wird Ahlten außerdem als „Mitversorger“ für Höver eingestuft – nur die zu Versorgenden kommen dort nicht hin. Im Rahmen des RROP 2020 „ist auch der Nahverkehrsplan neu aufzustellen bis Ende 2019“, fügt Holsten hinzu – und man bestehe ja nicht darauf, zwischen Ahlten und Höver „eine Buslinie“ einzurichten. Mit den 1,3 Millionen Euro dürften auch „neue Verkehrsformen“ getestet und gefördert werden. Und die genau will die Gruppe nutzen.

Die Verbindung muss kein Linienverkehr werden – Foto: JPH

Kein direkter Linienverkehr notwendig

„Mitfahrbänke sind keine echte Alternative“ so Schemschat. „Denn dabei geht es um freiwillige Leistungen und zeitlich nicht festlegbare Mobilität.“ Die ältere Generation aber, die in Ahlten mitversorgt werden soll – Arztbesuche, Einkäufe oder S-Bahnanschluss –  benötigt feste und planbare Zeiten. Gleiches gilt natürlich auch für die Arbeitnehmer, die von Ahlten aus in das Industriegebiet von Höver und zurück nach Hause wollen. „So wäre es beispielsweise möglich“, sagt die Gruppe, „einen Kleinbus vier Mal am Tag zwischen den Ortschaften einzusetzen und so auch den Bedarf preisgünstig zu erproben – ganz im Sinne des Landes und seiner Finanzmittel.“ Das Personenbeförderungsgesetz bietet heute andere Möglichkeiten ohne gleich einen Linienverkehr einzurichten. „So könnte man hier ein Pilotprojekt für ein Jahr auflegen, den Bedarf über das Jahr erproben und am Schluss eine Analyse machen, die weitere Entscheidungen unterfüttert“, meint Böning und schlägt zwei Früh- und Spätfahrten zur Arbeit vor, sowie ein bis zwei mittags zum Einkaufen. „Dazu etwa zwei Haltestellen pro Ort.“

Antrag über die Ortsräte

Gemeinsam wollen die vier SPD Lokalpolitiker in ihren Ortsräten nun erneut jeweils einen Antrag auf den Weg bringen, der sowohl Lehrte als auch Sehnde dazu bringen soll, sich mit den neuen Fakten an die Region zu wenden und eine „Art Nahverkehrsverbindung“ einzurichten und zu testen. Wie auch immer die dann aussieht.

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