Feuerwehr – Tradition und Gegenwart: Delegiertenversammlung des Feuerwehrverbandes der Region

7. Mai 2018 @

„Feuerwehr – Tradition und Gegenwart“, so lautet das Jahresmotto des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen für 2018. Der Verbandsvorsitzende Karl-Heinz Mensing richtete den Blick in seinem Bericht von der Gegenwart weiter in die Zukunft und stellte vor den rund 200 Delegierten und Gästen im Haus der Region in Hannover klare Forderungen auf. Dabei ging es um die Novellierung des Niedersächsischen Brandschutzgesetzes, die Ausbildung an der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz NABK, die Behinderung durch Gaffer und Bildung von Rettungsgassen, die Freistellung von Bundes- und Landesbeamten für die Aus- und Fortbildung und Sorgen um den Katastrophenschutz. Wahlen zum Vorstand und die Verleihung von Ehrungen waren weitere Höhepunkte der Delegiertenversammlung 2018 des Feuerwehrverbandes Region Hannover. Das Blasorchester des Feuerwehrverbandes Region Hannover unter der Leitung von Hauptstabführer Pieter Sikkema umrahmte die Veranstaltung.

Bürgermeister von Hannover, Thomas Hermann, mit der 1. Regionsrätin Cora Hermenau, dem Vorsitzender Karl-Heinz Mensing und dem Vizepräsident des LFV Klaus-Peter Grote (v.li.) – Foto: A. Jeschonnek

Die Delegierten und Gäste wurden im Haus der Region von der 1. Regionsrätin Cora Hermenau und dem Bürgermeister und Ratsvorsitzenden der Landeshauptstadt Hannover Thomas Hermann begrüßt. Cora Hermenau ging dabei auch auf die Herausforderungen der digitalen Zukunft ein, bei der die Region Hannover die Feuerwehren tatkräftig unterstützen wird. Thomas Hermann sprach über das Phänomen der zunehmenden Gewalt gegen Einsatzkräfte und appellierte an die Delegierten, sich dadurch nicht entmutigen zu lassen.

Der Verbandsvorsitzende Karl-Heinz Mensing forderte im Zusammenhang mit der anstehenden Novellierung des Niedersächsischen Brandschutzgesetzes, dass bei den Leistungen für Hinterbliebene von bei Feuerwehreinsätzen ums Leben gekommenen Einsatzkräften der neuen Lebenswirklichkeit Rechnung getragen wird und auch Zahlungen an unverheiratete Partner und deren Kinder geleistet werden. Zudem wäre es richtig, wenn Feuerwehrbedarfspläne nicht nur aufgestellt werden „können“, sondern aufgestellt werden „müssen“. Nur so kann eine bedarfsgerechte Ausstattung der Feuerwehren in jedem Fall sichergestellt werden. Weiter lobte Mensing die steigende Zuteilungsquote für Lehrgänge an der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK), forderte aber auch, dass die Mittel dauerhaft um 5 bis 7 Millionen Euro pro Jahr erhöht werden, um die Quantität und Qualität des Ausbildungsangebotes zu verbessern. Zusätzlich zu den feuerwehrspezifischen Lehrgängen verlangte er ein Angebot von Seminaren zur Entwicklung der Führungskompetenz.

Die Delegierten im Regionshaus hatten ein kompaktes Programm – Foto: A. Jeschonnek

Mensing ging auch sehr deutlich die Probleme der Feuerwehr bei Einsätzen mit Gaffern und nicht gebildeten Rettungsgassen ein. Weiter forderte der Verbandsvorsitzende ein stärkeres finanzielles Engagement des Bundes beim Katastrophenschutz ein. Durch den Klimawandel kommt es immer häufiger zu Unwettereinsätzen und eine Verdoppelung der Mittel für den Bevölkerungsschutz ist unumgänglich, so Mensing.

Weiter hörten die Delegierten die Berichte zu den Kinder- und Jugendfeuerwehren durch Regionsjugendfeuerwehrwart Michael Homann (Neustadt a. Rbg.), zur Feuerwehrmusik durch Regionsstabführer Rüdiger Finze (Springe) und zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit durch Regionspressewart Armin Jeschonnek (Gehrden). Der weitere Aufwärtstrend bei den Kinderfeuerwehren sorgt für den Nachwuchs bei den Jungendfeuerwehren und diese sichern den Fortbestand der Freiwilligen Feuerwehren. Insgesamt sind 4972 Kinder und Jugendliche in 330 Kinder- und Jugendfeuerwehren aktiv. Die 46 musizierenden Gruppen mit 1490 Musikerinnen und Musiker in der Region unterstreichen bei ihren zahlreichen Konzerten und Auftritten ihre Präsenz und Qualität. Damit tragen sie in erheblichem Maße zum kulturellen Leben in den Dörfern und Städten der Region bei. Der Feuerwehrverband unterstützt die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Pressesprecher in den Städten und Gemeinden der Region durch verschiedenste Erfahrungsaustausche und Seminare.

K-H.Mensing mit Klaus-Peter Grote, Kai Krömer, Horst Holderith, Lothar König, Arne Boy, Norbert Zilz, Jens Kahlmeyer, Hans-Jürgen Reichert, Jörg Pardey, Jörg Tadje und Beisitzer Eberhard Schmidt (Brandschutzabschnittsleiter II) (v.li.) – Foto: A. Jeschonnek

Bei den anstehenden Wahlen zum Vorstand wurde unter anderem der stellvertretende Vorsitzende für die Sparte Berufsfeuerwehr Claus Lange, Direktor der Feuerwehr Hannover, wiedergewählt. Neuer stellvertretender Vorsitzender der Sparte der Freiwilligen Feuerwehren wurde der Stadtbrandmeister von Hannover, Michal Wilke.

Zum Abschluss der Versammlung nahmen der Vize-Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen, Klaus-Peter Grote, und Karl-Heinz Mensing Ehrungen vor. Mit der Ehrennadel in Silber des Landesfeuerwehrverbandes wurden der Geschäftsführer des Verbandes Kai Krömer (Barsinghausen-Langreder) und Brandmeister Lothar König (Isernhagen) ausgezeichnet. Das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber erhielten der Abschnittsleiter V Horst Holderith (Isernhagen), der Stadtbrandmeister von Langenhagen Arne Boy, der stellvertretende Stadtbrandmeister von Lehrte Norbert Zilz, der stellvertretende Gemeindebrandmeister der Wedemark Jens Kahlmeyer, der Ausbilder Hans-Jürgen Reichert aus Hämelerwald und der Oberbrandmeister Jörg Padey aus Bissendorf. Die höchste Auszeichnung im Feuerwehrwesen mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold erhielt der Lehrter Stadtbrandmeister Jörg Posenauer. Neues Ehrenmitglied des Feuerwehrverbandes Region Hannover ist nun der ehemalige Stadtbrandmeister von Ronnenberg, Jörg Tadje.

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