Zauneidechsen gerettet, Pendler vergessen – CDU bemängelt Ausbau der P+R-Anlage in Ahlten

Zauneidechsen gerettet, Pendler vergessen – CDU bemängelt Ausbau der P+R-Anlage in Ahlten
Seit 2022 wird der Ausbau der Anlage in Ahlten geplant und immer wieder verschoben - wegen der Eidechsen, so die Region Hannover - Foto: JPH
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Die Park-and-Ride-Anlage am Ahltener Bahnhof ist seit Jahren völlig überlastet. Täglich suchen Pendler vergeblich nach einem freien Parkplatz. Eine dringend notwendige Erweiterung sollte ursprünglich im Herbst 2022 beginnen, wurde jedoch durch den Fund streng geschützter Zauneidechsen gestoppt. Zuletzt war ein Baustart nach der geplanten Umsiedlung der Tiere im Herbst 2026 vorgesehen – nach nur vier Jahren der Umsiedlungsbemühungen.

CDU kritisiert erneute Verschiebung

Diese Perspektive hat sich nun erneut verschoben, teilt die Regionsverwaltung auf eine Anfrage des Vorsitzenden der CDU-Regionsfraktion und Lehrter Regionsabgeordnete Bernward Schlossarek mit. Die Antwort bestätigt, was viele Bürger vor Ort längst geahnt haben: Das Ausbauprojekt verzögert sich weiter, ein verbindlicher Zeitplan liegt nicht – mehr – vor.

„Seit über einem Jahrzehnt wird über den Ausbau der Park-and-Ride-Anlage gesprochen und geplant. Trotz des offensichtlichen Bedarfs ist bis heute nichts passiert. Diese jahrelangen Verzögerungen sind den vielen Berufspendlern schlicht nicht mehr vermittelbar. Es ist ein Trauerspiel, dass die Regionsverwaltung inzwischen nicht einmal mehr einen verlässlichen Fertigstellungstermin nennen kann. Nur wenn alles optimal läuft, ist frühestens mit einem Baustart Ende 2027 oder sogar erst im Herbst 2028 zu rechnen“, erklärt Schlossarek. Das motiviert die Bürger und Pendler nicht gerade, auf den ÖPNV umzusteigen und das Verkehrskonzept der Region als „gelungen“ zu bezeichnen.

Schon wieder Artenschutz als Grund

Fraktionschef Bernward Schlossarek (CDU) ist verärgert über die erneute Verschiebung mit den alten Gründen – Foto: CDU

Als Gründe für die erneuten Verzögerungen nennt die Regionsverwaltung in ihrer Antwort einmal mehr artenschutzrechtliche Vorgaben sowie Probleme bei der Bereitstellung geeigneter Ausgleichsflächen. Aus Sicht von Schlossarek kommen jedoch organisatorische Defizite und mangelnde Koordination innerhalb der Verwaltung hinzu, die die Umsetzung eines vergleichsweise überschaubaren Infrastrukturprojekts unnötig in die Länge ziehen.

„Artenschutz ist wichtig und steht für uns außer Frage. Wenn bekannte rechtliche Anforderungen aber nicht frühzeitig berücksichtigt und Verfahren nicht so organisiert werden, dass Projekte vorankommen, dann läuft etwas grundlegend schief. Im Gegensatz zur Zauneidechse, scheint die Regionsverwaltung bei der Umsetzung der Baumaßnahme in einer ganzjährigen Winterstarre zu verharren“, so Schlossarek. Zudem kann die Umsiedlung von Eidechsen sicher nicht rund fünf Jahre dauern.

Verkehrswende nicht wirklich angestrebt?

Für Bernward Schlossarek ist der Fall Ahlten ein negatives Paradebeispiel für die Probleme der Verkehrswende in der Region Hannover: „Wer mehr Menschen für Bus und Bahn gewinnen will, muss auch für ausreichend dimensionierte und funktionierende Park-and-Ride-Anlagen sorgen. Der Bahnhof Ahlten steht stellvertretend für viele Standorte in der Region, an denen die Nachfrage seit Jahren deutlich höher ist als das Angebot. Der Ausbau der Park-and-Ride-Plätze muss endlich höchste Priorität der Regionsverwaltung werden. Nur so wird der öffentliche Nahverkehr attraktiver und nur so lassen sich Innenstädte und Wohngebiete spürbar vom Parkdruck entlasten.“

Dazu kommt noch die Planung der Stadt Hannover, die ihrerseits Parkraum verknappen und verteuern will, was aber in der Region nicht anderweitig aufgefangen wird. So laufen zwei Planungen direkt gegeneinander. Politik aus einem Guss sieht anders aus.

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