Stadtrat beschließt Bau des Fahrradparkhauses in Sehnde – mit Auflage

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Der Bau des Fahrradhauses am Bahnhof in Sehnde ist am Donnerstag, 19.03.2026, erneut Thema bei der Beratung gewesen. Dem Bau waren insgesamt drei Beschlüsse des Rates vorausgegangen, von denen der dritte – eine Baukostenaufstockung um 400.000 Euro – von der Mehrheit des Rates abgelehnt worden war. Damit aber war nicht gleich das gesamte Projekt eingestellt worden, sondern Beschluss 1 hatte weiterhin Bestand: Die Verwaltung plant ein Fahrradparkhaus am Bahnhof für die Neue Mitte.

Dies hatte die Stadtverwaltung getan und eine neue Finanzierung für den Entwurf vorgelegt. Der stand am Donnerstag zur Beratung an. Und bekam die erforderliche Mehrheit von 18: 15 Stimmen.

Hohe Besucherzahl, keine Demo

Im Vorfeld der erneuten Beratung gingen die Wogen in Sehnde hoch – eine Petition gegen den Bau erzielte lediglich 217 Unterstützerstimmen, der Aufruf zu einer Demo vor dem Rathaus wurde nicht befolgt. Bevor die Sitzung des Rates beginnt, haben die Bürger die Möglichkeit, Fragen an Rat und Verwaltung zu stellen. Das wurde am Donnerstag rund eine halbe Stunde genutzt. Dieses Mal kamen dabei sowohl Stimmen gegen als auch für das Projekt zu Wort – auch ein Ahltener Radfahrer sprach sich für das Projekt aus. Das wurde auch vom anwesenden Vertreter des ADFC unterstützt.

Die Entscheidungsvorschläge

Dabei hatte der Rat zwischen zwei Möglichkeiten zu entscheiden.

Aufgrund der in der Ratssitzung am 12.02.2026 geführten Diskussion wird/werden
1. das Projekt „Fahrradparkhaus“ (aktuelle Planung) gestoppt und der Ratsbeschluss vom 28.09.2023 (BV 2023/0319) aufgehoben    und
2. die zugesicherte Zuwendung des „Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM)“ im Umfang von rund 1,275 Millionen Euro zu den kalkulierten Kosten von rund 1,451 Millionen Euro nicht in Anspruch genommen und die bereits zur Verfügung gestellten Fördermittel zuzüglich angefallener Zinsen zurückgezahlt   und
3. der vom Rat mit der Umsetzung des Projekts beauftragten Infra Sehnde GmbH für die bisherigen Planungen bzw. Aktivitäten im Umfang von 235.000 Euro entstandenen Aufwendungen erstattet.

Oder

Aufgrund der neuen Erkenntnislage (Mitteilung des BALM zur Aufstockung der Bundesmittel und die grundsätzliche Bereitschaft der Region Hannover zur Unterstützung) zum jetzigen Zeitpunkt wird das Projekt unter folgender Bedingung fortgesetzt:

„Der Rat der Stadt Sehnde beauftragt die Verwaltung zur Umsetzung der aktuellen Planungen zum Bau eines Fahrradparkhauses unter Berücksichtigung der hierzu vorgelegten Kosten und der im Sachverhalt zu dieser Beschlussvorlage angegebenen Zuwendungen – bis zur Höhe eines für die Stadt Sehnde verbleibenden Eigenanteils von bis zu 235.000 Euro.“

Im Verwaltungsausschuss wurde dieser Eigenanteil dann auf 176.000 Euro gedeckelt – ungefähr dem Betrag, den die Stadt als Zahlungen beim Planungsstopp aufbringen müsste.

Auf die Frage von Bernd Ostermeyer (CDU) am Donnerstag nach den jährlichen Unterhaltungskosten gab es die Auskunft, dass sich die jährlich laufenden Kosten zwischen 1.000 und 2.000 Euro bewegen würden – geschätzt.

Debatte über den Vorschlag

So soll das Fahrradparkhaus nun entstehen, wenn der gedeckelte Betrag eingehalten wird – Foto: Architekten

In der folgenden Debatte sprachen sich die Vertreter der CDU, Fraktionsvorsitzender Sepher Amiri und Dr. Marco Schinze-Gerber, für den vollständigen Stopp des Projektes und damit für die Lösung 1 aus. Als wesentlichen Grund führten sie an, dass die Kosten aus dem Ruder laufen können, trotz der erweiterten Zusage von BALM und Region. Zudem können die Folgekosten nur geschätzt werden, womit ein weiter monetärer Unsicherheitsfaktor im Projekt – und damit im Haushalt – eingebaut sei. Damit könne man sich Kosten in den Haushalt holen, die derzeit noch nicht abschätzbar seien.

Die SPD trug mit dem Fraktionsvorsitzenden Max Digwa und Wolfgang Toboldt ihre Position noch einmal vor und betonte den Mehrgewinn für die Stadt gegenüber einer bloßen „Rückzahlung“ und stand auch hinter dem Kompromiss der Deckelung. Günter Pöser von den Grünen drückte erneut sein Unverständnis darüber aus, dass der Stadtrat über dieses Projekt seine Einigkeit verloren habe, aber man es seitens der Grünen weiter unterstützen werde.

Die Abstimmung

Für die Abstimmung waren neben den drei Fraktionen von CDU, Grünen und SPD noch die FDP mit einem Vertreter und die AfD mit zwei Vertretern anwesend, wobei die AfD für diese Abstimmung den „Fraktionszwang“ aufgehoben hatte.

In der folgenden Schlussabstimmung ergab sich dann das Bild von 18 Ja- und 15 Nein-Stimmen, wobei eine Stimme von der AfD für das Fahrradparkhaus kam. Damit kann etwas Gutes für Sehnde entstehen und die Neue Mitte einen weiteren Schritt gehen.

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