Neues Verteilkontingent: Niedersachsen erwartet 6.000 Geflüchtete in den kommenden sechs Monaten

Das Niedersächsische Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung hat zum Stichtag 01.10.2026 ein neues Gesamtverteilkontingent für den Zeitraum von Oktober 2026 bis einschließlich März 2027 festgesetzt. Das Land geht dabei von einer Gesamtzahl von rund 6.000 Geflüchteten aus, die in den kommenden sechs Monaten in den niedersächsischen Kommunen untergebracht und versorgt werden müssen.
Insgesamt ist die Zahl der Asylsuchenden in den vergangenen Jahren weiterhin deutlich zurückgegangen: Im Jahr 2024 hatten noch rund 18.700 Menschen in Niedersachsen Schutz gesucht. 2025 waren es lediglich rund 9.800 Personen, die einen Asylantrag gestellt haben. Der europa- und bundesweite Trend rückläufiger Asylantragszahlen hat sich im laufenden Jahr 2026 fortgesetzt und ist somit auch in Niedersachsen deutlich erkennbar. So sind in diesem Jahr bisher erst 5.059 Schutzsuchende in Niedersachsen registriert worden (Stand 04.10.2026).
Zugangszahlen insgesamt weniger
Niedersachsens Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, erklärt: „Die Anstrengungen der Länder und des Bundes für eine Reduzierung der Zugangszahlen und einer stärkeren Steuerung der Migration machen sich deutlich bemerkbar: Die Zahl der Geflüchteten, die in Niedersachsen Schutz suchen, ist bis Oktober 2026 auf rund 5.000 Zugänge gesunken. Das sind noch einmal deutlich weniger als in den Vorjahren, womit sich bei der Zuwanderung der niedrigste Stand seit 15 Jahren abzeichnet.“ Diesen Trend spüren Behrens zufolge auch die Städte und Gemeinden in Niedersachsen, die in den vergangenen Jahren unter Hochdruck neue Unterkünfte für Geflüchtete organisieren und schaffen mussten.
Um die Kommunen auch zukünftig zu entlasten, setzt das Land den Ausbau der niedersächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen fort. „Die aktuelle Weltlage mit Kriegen und Krisen kann schnell zu weiteren Fluchtbewegungen führen“, warnt Behrens. „Deshalb arbeiten wir auf Bund- und Länderebene zudem an der Umsetzung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems, das unter anderem zu einer faireren Verteilung von Schutzsuchenden in der EU führen soll.“
Zuweisungen für die Region
Über die Neufestsetzung des Gesamtverteilkontingents sind die Kommunen mit Erlass vom 06.10.2026 informiert worden. Bei der Höhe des Gesamtverteilkontingents ist alleridngs zu beachten, dass es sich um eine Prognose handelt, die den jeweiligen Kommunen als Einschätzungshilfe für die kommenden sechs Monate dienen soll.
Demnach erhalten die Stadt Peine 15 Aufnahmesuchende, die Stadt Hildesheim 280 Personen und die Region Hannover insgesamt 1.429 Menschen, wovon 710 auf die Stadt Hannover entfallen. Die Regionsverwaltung wird die verbliebenen 719 Menschen auf die Regionskommunen verteilen.
Die Berechnung dieses Verteilkontingents erfolgt vorwiegend auf Grundlage der Bevölkerungszahl und unter Berücksichtigung bestehender Über- und Unterquoten bei der bisherigen Aufnahme.
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