Gewerbeflächen in der Region gesucht, aber bitte kostengünstig

Gewerbeflächen in der Region gesucht, aber bitte kostengünstig
Ein mögliches Angebot als Mischgebiet hat Sehnde im Gewerbegebiet Südtorfeld West - Foto: JPH
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Ein bekanntes und kontroverses Thema nicht nur im Sehnder Wahlkampf ist die Diskussion um die noch verfügbaren, notwendigen oder verzichtbaren Gewerbeflächen. Sehnde-Ost, Höver-Nord, Südtorfeld West und Keramische Hütte sind dabei die Schlagworte in Sehnde. Jetzt hat die Region Hannover ihr Gewerbemonitoring für die Region veröffentlicht. Demnach bleibt die Lage weiterhin angespannt, aber das Angebot ist auch leicht gestiegen.

Das Gewerbeflächenmonitoring der Region Hannover erfolgt jährlich und analysiert das Angebot, die Nachfrage und die Preisentwicklung von Gewerbeflächen in der Region.

Der aktuelle Sachstand

Das Gewerbeflächenangebot in der Region Hannover ist im zweiten Jahr in Folge gestiegen – von 651 Hektar (ha) im Jahr 2024 auf 682 ha in 2025. In den letzten zehn Jahren ist das Gesamtangebot jedoch um 20 Prozent gesunken. Das zeigt das aktuelle Gewerbeflächenmonitoring der Region Hannover.

Aktuelles Flächenangebot: Unterschiedliche Vermarktungsreife

Von den insgesamt 682 ha Gewerbeflächen sind

  • 75 ha sofort vermarktbar: erschlossene Flächen im kommunalen Eigentum mit rechtskräftigem Bebauungsplan (B-Plan).
  • 143 ha später vermarktbar: Flächen mit B-Plan, die jedoch noch nicht erschlossen sind oder sich in Privatbesitz befinden.
  • 463 ha F-Plan-Flächen: Flächen ohne rechtskräftigen B-Plan, die erst noch entwickelt werden müssen.


Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz bewertet die Entwicklung positiv: „Das Gesamtangebot an Gewerbeflächen ist in der Region Hannover bereits im zweiten Jahr in Folge gestiegen. Das ist eine besonders gute Nachricht, die zeigt, dass es auch in herausfordernden Zeiten gelingen kann, neue Flächenangebote zu schaffen und auf den Markt zu bringen. Dabei ist auch erfreulich, dass Gewerbeflächen im Bestand reaktiviert werden konnten und nicht nur auf der ‚grünen Wiese‘ gebaut wird.“ Diese Reaktivierung betrifft auch den Bereich Anderten-Misburg und die Neuentwicklung im hannoverschen Bereich kurz vor Höver.

Umsatz erholt sich – bleibt aber unter Durchschnitt

Der Gewerbeflächenumsatz in der Region insgesamt hat sich von 19,4 Hektar (2024) auf 29,6 Hektar (2025) erholt. Dennoch liegt dieser Wert deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 59,1 ha und ist damit der zweitniedrigste seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1992. Mit nur 41 Verkaufsfällen im Jahr 2025 wurde zudem die zweitgeringste Anzahl an Transaktionen verzeichnet. Trotz der Erholungstendenzen spiegelt die Entwicklung das knapper werdende Flächenangebot in der letzten Dekade und das weiterhin konjunkturell wie auch geopolitisch problematische Marktumfeld wider.

Preise sinken deutlich – in Hannover und der Region

Nach den Rekordpreisen des Vorjahres haben sich die Gewerbeflächenpreise in der Landeshauptstadt Hannover und der Region konsolidiert und sehen nun im Durchschnitt so aus

  • Landeshauptstadt Hannover: von 334 Euro/Quadratmeter (2024) auf 187 Euro/Quadratmeter (2025).
  • Region: von 200 Euro/Quadratmeter (2024) auf 100 Euro/Quadratmeter (2025). In der „äußeren“ Region blieben die Preise mit 81 Euro/Quadratmeter nahezu unverändert.

Angesichts dieser Kurse ist auch an die Diskussion im Sehnder Stadtrat zu erinnern, als es um die Preise für das Gewerbegebiet Südtorfeld ging.

Nachfrage nach Gewerbegrundstücken: Logistik und Industrie führen


Die meisten Anfragen nach Gewerbegrundstücken kommen aus folgenden Branchen:

  1. Logistik, Spedition und Fuhrunternehmen: 11 Prozent
  2. Industrie und verarbeitendes Gewerbe: 10 Prozent
  3. Hotels, Gastronomie und Vergnügungsstätten: 9 Prozent
  4. Unternehmensnahe Dienstleistungen: 9 Prozent
  5. Handwerk, (KFZ-)Werkstätten und Tankstellen: 8 Prozent

Alexander Skubowius, Fachbereichsleiter Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung Region Hannover, bewertet dies so: „Bei der Auswertung der Flächenanfragen nach Nutzungsgruppen sehen wir eine unverändert hohe Nachfrage von Seiten der Industrie, des verarbeitenden Gewerbes und des Handwerks. Das ist ein klares Zeichen dafür, wie wichtig die Schaffung von Flächenangeboten für diese Nachfragegruppen ist. Insbesondere für das verarbeitende Gewerbe und das Handwerk brauchen wir Erweiterungsmöglichkeiten am Standort und attraktive Flächenangebote innerhalb der Region.“

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