Dezentrales Impfen für Seniorinnen und Senioren ermöglichen

Noch ist der Impfgipfel bei der Kanzlerin nicht beendet, da kommen Verbesserungsvorschläge für die Impfungen in der Fläche. Zunächst hatte sich die Petra Wontorra, die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, gemeldet und eine schlüssige Planung für ihren Arbeitsbereich gefordert (SN berichtete). Dem schließt sich nun der CDU-Fraktionsvorsitzende der Regionsversammlung, Bernward Schlossarek, an. Er fordert, auch an die Senioren und Seniorrinnen zu denken, die besonders aus der Ostregion den Weg zum zentralen Punkt auf dem Messegelände nur unter Schwierigkeiten oder mit besonderen Kosten erreichen können.

Dezentrales Impfen anbieten
Nicht jeder kommt problemlos zum Impfzentrum auf der Messe – Foto: JPH

Es ist besser, wenn die Impfung zu den Menschen kommt und nicht die Menschen zur Impfung. Wir benötigen eine Idee, wie wir das Impfen insbesondere für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen im Regionsgebiet dezentral organisieren. Die Region ist zu groß, ein einziges zentrales Impfzentrum reicht nicht aus“, erklärt der Fraktionsvorsitzende. Die jetzige Strategie zum Impfen der Bevölkerung sollte nachgebessert werden. „Es ist falsch, dass sich alles auf das Impfzentrum auf dem Messegelände konzentriert. Wir müssen den Menschen direkt in den Städten und Gemeinden die Corona Impfung ermöglichen“, will Schlossarek.

In der Ostregion rund 5000 Menschen betroffen
Bernward Schlossarek will Senioren denzentral impfen – Foto: CDU

Laut Statistik leben in Lehrte über 2900 Menschen, in Burgdorf über 2100 Menschen, in Uetze über 3200 Menschen und in Sehnde über 1350 Menschen, die 80 Jahre oder älter sind. Diese müssten sich alle auf den Weg nach Hannover machen. Für einige Bürgerinnen und Bürger ist dies ein weiter Weg, verbunden mit einigen Strapazen und ohne Begleitung nicht möglich. Es wäre einfacher, einen Impftermin vor Ort zu organisieren. „Turnhallen, Schulen oder Rathäuser würden sich anbieten. Ähnlich wie beim Blutspenden, könnten die Impfteams Termine in den Gemeinden anbieten. Damit würde die Fahrt nach Hannover wegfallen und somit einigen Seniorinnen und Senioren eine große Hürde genommen“, führt Schlossarek weiter aus. Das es funktioniert, zeigen die Besuche der mobilen Teams in den Betreuungs- und Pflegheimen.

Lange Wege vermeiden

Das Impfen hat in der Pandemiebekämpfung eine zentrale Bedeutung, deshalb sind Organisationstalent und kreative Lösungen gefragt. Dazu gehört auch, dass die Wege zum Impfen, gerade für die ältere Bevölkerung, kurzgehalten werden. Versuche, aus dem Ostbereich mit dem ÖPNV auf das Messegelände zu kommen, erfordert durchaus einen halben Tag. „Ziel muss es sein, dass viele Leute sich immunisieren lassen. Darum muss die Verwaltung möglichst umfangreiche Angebote zum Impfen machen. Der lange Weg nach Hannover kann den Menschen jenseits des 80. Lebensalters erspart bleiben, wenn man dezentrale Lösungen anbietet“, fordert Schlossarek.

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