Bundesweit Mitglieder zur Frauenquote befragen – Junge Union setzt Antrag durch

Bundesweit Mitglieder zur Frauenquote befragen – Junge Union setzt Antrag durch
Die Initiatoren Jendrik Wüstenberg (27) und Jonas Schlossarek (26) stellten den Antrag auf dem Parteitag vor. Formell wurde er von weiteren Delegierten eingebracht, männlichen und weiblichen – Foto: CDU
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Der Kreisparteitag der CDU Hannover-Land ist am Freitag, 10.Juni, in Barsinghausen abgehalten worden. Die junge Union stellte in Anbetracht der bundesweiten Debatte um eine Mitgliederbefragung zur Frauenquote einen entsprechenden Eilantrag. Dieser fand mit mehr als 75 Present eine breite Unterstützung unter den Delegierten.

Hintergrund der Diskussion ist die seit zwei Jahren unbeantwortete Frage, ob auf dem im Herbst in Hannover stattfindenden Bundesparteitag eine Frauenquote beschlossen werden soll, die für die CDU und all ihre Vereinigungen  gelten soll. Kritiker  des Vorschlags wenden ein, dass die Regelung in der Breite der Partei schlicht nicht umsetzbar sei. Deshalb möchte bereits in der kommenden Woche der CDU-Bundesvorstand darüber beraten, ob die Mitglieder zu einer solch grundsätzlichen Änderung der Parteiarbeit gehört werden sollen.

Der Kreisverband Hannover Land unterstützt dieses Ansinnen nun. Ihr Vorsitzender Dr. Hendrik Hoppenstedt und weitere Vertreter in den höheren Parteigremien sind nun dazu aufgefordert, sich für eine Mitgliederbefragungstark zu machen. „Wer den Mitgliedern eine Entscheidung bei der Frage des Parteivorsitzes zutraut, der muss sie auch beteiligen,wenn einschneidende Satzungsänderungen vorgesehen sind“, so der JU-Geschäftsführer Jendrik Wüstenberg. Ein allzu großer Aufwand wäre eine solche Befragung aus seiner Sicht nicht: „Digitale Parteitage haben gezeigt, dass die CDU in der Lage ist, eine digitale  Abstimmung zuverlässig und rechtssicher zu organisieren.“

Der CDU-Kreisverband sei vor Ort auch direkt  betroffen. Der stellvertretende JU-Kreisvorsitzende Jonas Schlossarek gibt zu bedenken: „Auch für unsere Vereinigungen wie JU, CDA oder MIT gilt ein solcher Beschluss. Nicht  überall ist die Mitgliedschaft so aufgestellt, dass die Hälfte der Vorstände mit Frauen besetzt werden kann. Gerade in Zeiten von Populismus und Politikverdrossenheit sollte es nicht passieren, dass deshalb Verbände aufgelöst werden müssen. Vor einer Entscheidung müssen wir die Auswirkungen deshalb mit unseren Mitgliedern diskutieren.“

Die CDU Hannover  Land ist mit  knapp 4.000 Mitgliedern einer der deutschlandweit größten Kreisverbände. Jedes hundertste  CDU-Mitglied kommt  aus dem Hannoveraner  Umland. Der auf dem Parteitag ebenfalls neu gewählte Vorstand wurde übrigens mehrheitlich mit Frauen besetzt – ganz ohne verbindliche Quote.

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