Lautlos und faszinierend – Eulen und wie ihnen geholfen werden kann

Seit Jahrtausenden ist der Mensch von ihnen fasziniert – Eulen. Ihre nächtliche Jagd, ihre Lautlosigkeit im Anflug dank von der Evolution genial konstruierter Flügel und Federn, ihre Wehrhaftigkeit, ihr unglaubliches Hörvermögen, überhaupt, ihre Sinne – sie halten Menschen ehrfurchtsvoll in Atem und lassen ihnen einen Begriff zuwachsen: Weisheit.

Heimische Eulenarten unterstützen

Der Waldkauz liebt Höhlen – Foto: NABU/Peter Kühn

Hierzulande lohnt es sich, den Fokus auf die heimischen Eulenarten zu richten – sogar, was den Garten betrifft, meint der NABU Niedersachsen. „Allerdings geht es dabei vornehmlich um größere bis ganz große Gärten, die noch nicht einmal unbedingt am Ortsrand liegen müssen“, sagt NABU-Mitarbeiter Rüdiger Wohlers. „Auch Gärten, die an Parks und Grünanlagen oder Friedhöfe angrenzen, können für Eulen interessant sein!“

Die häufigste Eulenart hierzulande ist der Waldkauz. Selbst in den Großstädten ist er anzutreffen. Der Waldkauz hat ein besonders breites Nahrungsspektrum: Auf seinem Speisezettel stehen vor allem Kleinsäuger wie Mäuse, aber auch kleine und mittlere Vögel, Insekten, Würmer und Amphibien. Er ist ein Höhlenbrüter, der gern in ausreichend großen Baumhöhlen brütet und, wenn diese nicht vorhanden sind, mitunter sogar in Gebäudenischen ausweicht. Deshalb kann dem Waldkauz auch mit einem – großvolumigen – Nistkasten geholfen werden. Es sollte dabei aber beachtet werden, dass er im Hinblick zur Verteidigung seines Reviers auch Angriffe unter Einsatz seiner scharfen Krallen fliegen kann. Daher sollten solche Waldkauzkästen nie in der Nähe von Bereichen angebracht werden, denen Menschen nahe kommen könnten.

Schleiereulen folgen dem Menschen

Ebenfalls in Gärten anzutreffen ist die für die meisten Menschen besonders dem „Eulenklischee“ entsprechende Waldohreule – ihre „Ohren“ ähnelnden Federbüschel tragen dazu bei. Waldohreulen brüten gern in alten Nestern von Krähen oder Eichelhähern. Daher können für die Waldohreule auch Brutkörbe angebracht werden, die es im Fachhandel gibt.  Eine Eulenart, die sich dem Menschen angeschlossen hat und bereits bis an die Ortsränder vorgerückt ist, ist die Schleiereule: Diese große Eule mit ihren gut 90 Zentimeter Flügelspannweite liebt Nischen in Kirchen, Scheunen, Türmen und Hallen – vor allem dann, wenn sich darin auch ein großvolumiger Spezial-Nistkasten befindet. Sie profitiert stark von mäusereichen Jahren. Gerade in den letzten beiden Jahren konnten sich die Bestände der Schleiereule allenthalben gut erholen. Feldmäuse, Spitzmäuse und andere Kleinsäuger stehen auf ihrem Speiseplan. Viele NABU-Ehrenamtliche betreuen seit Jahrzehnten die Schleiereulenkästen, die auch immer wieder gereinigt werden müssen.

„Aber nicht nur Nisthilfen sind entscheidend, ob diesen heimischen Eulenarten geholfen werden kann“, betont NABU-Mitarbeiter Wohlers. „Entscheidend ist der Lebensraum, und ebenso das Nahrungsangebot. Es sollten also ausreichend große Bäume und Sträucher vorhanden sein, hiesige, keine Exoten.“

Info-Paket und Bauanleitungen

Für alle Eulenfans hat der NABU Niedersachsen ein kleines Info-Paket zusammengestellt. Dies besteht aus der umfangreichen Bauplansammlung für Nisthilfen aller Art und der Farbbroschüre „Eulen und Käuze“ des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern (LBV). Es kann angefordert werden gegen Einsendung von 5 Euro beim NABU Niedersachsen, Stichwort „Eulen“, in der Alleestraße 36 in 30167 Hannover.

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