Neue Sonderausstellung zum „Broyhan“ im Regionalmuseum Sehnde

3. März 2020 @

Mit seiner ersten Sonderausstellung dieses Jahres möchte das Regionalmuseum Sehnde (RMS) das Besucherergebnis des Jahres 2019 von rund 7000 Besuchern noch übertreffen. Deshalb hat der Verein am Sonntag, 01.03.2020, die Ausstellung „Broyhan – Biergeschichte im Raum Hannover“ eröffnet. Mit viel Akribie und Interesse am Sujet hat der Ausstellungsleiter Bernd Reitemeier die Exponate zusammengetragen und arrangiert.

Prüfen das „Broyhan“ aus Rethmar: Dr. Maria Flachsbarth, Konrad Haarstrich und Matthias Jäntsch (v.re.) – Foto: JPH

Eröffnung des Ausstellung mit gutem Besuch

Rund 100 Besucher begrüßte der 1. Vorsitzende des Vereins, Erhard Niemann, am Sonntagnachmittag im Museum zur Eröffnung der ersten von drei Sonderausstellungen 2020. Darunter waren die Bundestagsabgeordnete Dr. Maria Flachsbarth, der stellvertretende Bürgermeister von Sehnde, Ralf Marotzke, der Regionsabgeordnete Konrad Haarstrich und der Ortsbürgermeister Matthias Jäntsch. Auch Gerd Lindemann als ehemaliger niedersächsischer Landwirtschaftsminister war unter den Gästen. In seinem Grußwort sagte Ralf Marotzke, dass das Thema gut zur beginnenden Fastenzeit passe und der Verein sich damit etwas Gutes habe einfallen lassen. Dr. Flachsbarth betonte, dass Bier „immer zieht“ und sie deshalb nicht nur mit ihrem Mann, sondern auch mit Nachbarn zur Ausstellung gekommen sei. „Was die Bayern nicht gerne hören werden, aber sie haben das Brauen von den Niedersächsinnen gelernt“, sagte sie. Und sie wünschte dem Museum wieder so viele begeisterte Besucher wie im Vorjahr.

Ausstellungsleiter Bernd Reitemeier (mi.) mit den Leihgebern Michael Strecker (li.) und Lorenz Kurz (re.) – Foto: JPH

Broyhan war die Grundform des Bieres

Ausstellungsleiter Reitemeier, dessen zweite Ausstellung in vier Jahren dies ist, dankte allen Leihgebern für ihre Unterstützung. Das „Broyhan“ wurde 1526 erfunden und ist als Erbe noch in der Gilde Brauerei lebendig. Er sprach zudem über die lokale Brauerei Heinrich Scheele aus Anderten, die in den 50er Jahren keinen Nachfolger fand und daraufhin schloss. Auch der Gründer der Härke Brauerei in Peine habe einst bei Scheele gearbeitet.

Der Broyhan wurde nach einigen Übergängen zu „Bier“ und „Hellem“, das die entstehenden Konzerne mit ihrer „Erfindung“ des Deutschen Reinheitsgebotes damals als das Non-Plus-Ultra der Braukunst verkauften. Daraufhin verschwand das nicht mehr so schön aussehende Broyhan vom Markt, so der Brauereichef der Marke „Das Freie“, Christoph Digwa. Neben den vielen wiederentstehenden Craft-Bieren, hat sich seine auf dem Gutshof angesiedelte Brauerei der Wiedereinführung dieses „Broyhans“ verschrieben. Das sei die einzige Bierart, die noch nicht wieder auf dem Markt verfügbar sei. „Dazu haben wir lange nach Rezepturen gesucht und Quellen ausgewertet. Das Ergebnis ist ein Bier, dunkler als Pils, leicht säuerlich im Geschmack, mit Veilchenwurzeln hergestellt und im Holzfass gereift“, führte Digwa aus.

Jeder, der sich für die Geschichte des Bieres in Niedersachsen und im Großen Freien im besonderen interessiert – oder auch, wer nur die ehemaligen hannoverschen Brauereien noch einmal sehen möchte – sollte sich diese Ausstellung in den nächsten Wochen nicht entgehen lassen. Viele Erinnerungen dürften bei vielen Hannoveranern wiederkommen.

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