Lehrter und Sehnder Gewerkschafter demonstrieren in Hannover

Unter dem Motto „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“ haben am Sonnabend, 26.09.2026, in Hannover rund 13.000 Menschen für einen starken Sozialstaat, gute Arbeit, sichere Arbeitsplätze und eine verlässliche Rente demonstriert. Die Zahl wurde von der Polizei mitgeteilt.
Auch mehr als 100 Menschen aus Lehrte und Sehnde beteiligten sich an der Demonstration. Mit dabei waren Mitglieder des DGB-Ortsverbandes Lehrte, des ver.di-Ortsvereins Lehrte/Sehnde, Beschäftigte der Stadtverwaltung Lehrte, Kolleginnen und Kollegen der IG Metall aus dem Miele-Werk Lehrte sowie Mitglieder der Basisorganisation Lehrte/Sehnde der Partei Die Linke.
Der Vorsitzende des DGB-Ortsverbandes Lehrte und des ver.di-Ortsvereins Lehrte/Sehnde, Reinhard Nold, wertete die große Beteiligung als deutliches Signal an die Politik: „Das ist ein starkes Signal an die Politik. Die Beschäftigten dürfen nicht zum Daueradressaten für Einschnitte und Verschlechterungen werden – sie sind es, die dieses Land jeden Tag am Laufen halten.“
Sozialabbau nicht hinnehmen
Nold kritisierte insbesondere die aktuellen Diskussionen über Arbeitszeit, Gesundheit und Rente. „Längere Arbeitszeiten, die Diskussion über eine Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag und mögliche Einschnitte bei der Rente nach 45 Versicherungsjahren – die Liste der Zumutungen wird immer länger“, so Nold. „Die Politik muss wieder stärker die Lebensrealität der Menschen in den Mittelpunkt stellen. Wer jahrzehntelang gearbeitet und Beiträge gezahlt hat, darf nicht zum Problem erklärt werden. Die Bundesregierung muss ihren Kurs korrigieren.“
Gewerkschaftliche Stimmen auf dem Georgsplatz
Nach dem Demonstrationszug vom Waterlooplatz zum Georgsplatz fand dort die zentrale Kundgebung statt. Zu den Rednern gehörten Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IGBCE, Daniela Cavallo, Vorsitzende des VW-Konzernbetriebsrates, und Andrea Wemheuer, Landesbezirksleiterin von ver.di Niedersachsen-Bremen.
Vassiliadis kritisierte die aus Gewerkschaftssicht falsche Schwerpunktsetzung der aktuellen Reformdebatte. Einschränkungen bei Rente, Krankschreibung oder Arbeitszeit belasteten vor allem die Beschäftigten. Gleichzeitig brauche die Industrie dringend Investitionen und eine Perspektive für sichere Arbeitsplätze.
Daniela Cavallo berichtete über die Situation der Beschäftigten in der Automobilindustrie und kritisierte Angriffe auf Beschäftigte und Mitbestimmung. Ihre Botschaft: „Wir abhängig Beschäftigten halten das Land am Laufen!“
Andrea Wemheuer machte auf die Folgen von Einsparungen im öffentlichen Dienst aufmerksam. Digitalisierung könne Beschäftigte unterstützen, aber nicht den Menschen ersetzen. „Der öffentliche Dienst ist nicht das Problem, sondern Teil der Lösung“, betonte sie.
Kostensteigerungen im Blick
Die Reden stießen bei den Demonstrierenden auf große Resonanz. „Die Stimmung auf dem Georgsplatz war kämpferisch und solidarisch. Viele Menschen fühlen sich durch steigende Lebenshaltungskosten, die Sorge um den Arbeitsplatz und die Diskussionen über Rente und Gesundheit unmittelbar betroffen“, berichtet Nold.
Für die Lehrter Gewerkschafter war die Demonstration ein wichtiges Zeichen der Solidarität über Branchen hinweg. Nold: „Gute Arbeit, soziale Sicherheit und eine verlässliche Rente sind keine Selbstverständlichkeit. Dafür müssen wir gemeinsam eintreten.“
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