Storch für Wassel gesucht – Wohnung bezugsfertig

Storch für Wassel gesucht – Wohnung bezugsfertig
Reinhard Busche, Gerda Briese, Almuth Gellermann, Erika und Wolfgang Nowak und Russel Ayre (v.li.) mit dem neuen Storchennest und seinen Wächtern im Hintergrund - Foto: JPH

Viele Orte in der Ostregion Hannover haben bereits einen Vogel – oder besser einen Storch -, er ist beliebt und fast überall willkommen. Nun möchte auch Wassel einen Besucher der Gattung  „Ciconia ciconia“ begrüßen und deshalb haben die Wasseler dafür schon einmal die Wohnung vorbereitet. Vergangenes Wochenende wurde der Prachtbau – aus störchischer Sicht – offiziell ins Wohnungsangebot des Ortes übernommen.

Spende für den Bruder

Gute Position des Nestes für die neue Storchenfamilie – Foto: R. Busche

Die neue Heimstätte ist schon von Ferne gut zu erkennen, nicht nur für die Mieter von oben, auch für die Sehnder, die die B 443 entlang fahren. Das Nest erhebt sich links vor dem Ortseingang auf einer Wiese, die zu Meyers Hof gehört. Dort ist mit Hilfe der Spenderin Gerda Briese ein Angebot für die Weißstörche aufgebaut worden, der sich sehen  lassen kann. Mit rund 2000 Euro hat sie den Aufbau unterstützt, der eigentlich schon Anfang des Jahres bezugsfertig sein sollte. Doch mit dem Regen am Jahresanfang kam auch dieser Termin ins Rutschen und so rechnet der Kreis um Ortsbürgermeisterin Almuth Gellermann mit Erika Nowak, Gerda Briese und Birgit Meyer mit einem „Erstbezug“ im kommenden Jahr. „Mit viel Eigenleistung ist das Nest dann noch trotz der Spende errichtet worden“, erklärt Briese. „Mein verstorbener Bruder Klaus Walter war sehr an Störchen interessiert und hat jahrelang als Storchenberater ehrenamtlich gearbeitet. Auch auf seiner Bäckerei war ein Nest und er ist mit ihnen sogar bis nach Südafrika gereist.“ Nun ist das neue Nest ein Gedenken an den Bruder und sein Interessensgebiet.

Nest wird bewacht

Die Gedenktafel für das Nest mit Erinnerung an Klaus Walter – Foto: JPH

„Wichtig ist, dass die Störche dort ungestört von Randalierern brüten können“, sagt Almuth Gellermann. „Denn der Bereich steht erstens auf Privatbesitz von Birgit und Adolf-Wilhelm Meyer und wird zweitens bewacht.“ Das übernehmen die Longhorns der Familie, die sich um den Mast des Nestes kümmern und unbefugten Zugriff verhindern

Die Wasseler wollten gerne ein Storchennest haben, erinnert sich Erika Nowak vom Natur-Kultur-Pfad Wassel. Das war dann bei der Ortsbürgermeisterin angekommen, die ohne große Suche in Briese eine Spenderin und in Meyers die Gastgeber fand. Auch in den Naturpfad wird das Nest auf Station 6 eingebunden, wo man die Besucher nach Erstbezug darauf hinweisen und Informationen anbieten wird.

Kluge Konstruktion

Die Gedenktafel wird getauft von Gerda Briese (mi.), Erika Nowak (li.) und Almuth Gellerlmann (re.) als Notare überwachen die Ausführung – Foto: JPH

Der Aufbau des Nestes ist sehr solide und durchdacht geschehen. In das einen Meter tiefe Betonfundament wurde die Halterung eines Fahnenmastes eingesetzt, die so vor dem Verschrotten bewahrt wurde. Nun kann der sieben Meter hohe Mast mit seiner Betonplatte am Kopf zum Reinigen und zur Reparatur problemlos umgelegt werden. Das Reisig darauf ist mit weißer Farbe bekleckert worden, sagt Nowak, denn dann sieht das Nest für die Störche als benutzt und damit solide aus. Den Aufbau haben Reinhard Busche, Russel Ayre und Wolfgang Briese mit weiteren Helfern erledigt.

Symbolischer Einzug

Da durch die Bauverzögerung in diesem Jahr kein Storch mehr eingezogen ist, wurde ein symbolisches Holzmodell im Weißstorchen-Look von der Storchen-Gruppe willkommen geheißen. Eine Plakette für das Nest gibt es auch schon, nur einen Namen, den wollte man dem herbeigesehnten Neuankömmling noch nicht anbieten: „Der muss zum Tier passen. Den gibt es erst nach dem Einzug“, entschied die Ortsbürgermeisterin auf entsprechende Anfrage. „Hauptsache, es kommt erstmal einer mit seinem Storchen-Navi nach Wassel geflogen.“

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