Martinsumzug mit Ross und Reiter in Sehnde

Die evangelisch-lutherische Gesamtkirchengemeinde Sehnde, Rethmar, Haimar lädt gemeinsam mit der katholischen Kirche für Mittwoch, 11.11., um 17 Uhr, zu ökumenischen Martinsumzug ein. Die Martinsandacht beginnt um 17 Uhr in der Kreuzkirche, gegen 17.20 Uhr beginnt der Laternenumzug von der Kreuzkirche aus. Er geht von dort über die Ladeholzstraße, Am Ladeholz, Fimbergstraße, Straße des Großen Freien, Marktplatz. Vom Marktplatz aus geht der Umzug zum Sehnder Gemeindehaus Mittelstraße 56 zurück und endet dort mit der Übergabe des Mantels an den Bettler.
Die Bläserschüler der KGS Sehnde begleiten den Umzug musikalisch, im Anschluss gibt es Martinshörnchen und – gegen eine Spende am Gemeindehaus – Abendbrot und Kakao.
Wer war Martin?
Der Heilige Martin von Tours war zunächst römischer Soldat und dann ein beliebter und fürsorglicher Bischof in der französischen Stadt Tours. Dort ist er im Jahr 397 gestorben und begraben worden. Eine große Kirche steht über seinem Grabschrein, der bis heute besucht und verehrt wird. Über 1.000 Jahre später wurde Martin Luther geboren. Man taufte ihn am 11.11.1483, also am Martinstag, auf den Namen Martin.
In Deutschland stirbt der Martinstag immer mehr aus. Kinder, die um die Häuser ziehen und Martinslieder singen, sucht man vergeblich, denn diese Tradition wurde vom kommerziellen amerikanischen Halloween-Brauch sozusagen gekapert. In vielen Teilen Deutschlands, war das Martinssingen jahrhundertelang Brauch, immer am 11.11., oder seit der Reformation in evangelischen Gebieten auch am 10.11., weil das der Geburtstag Martin Luthers war.
Besonders im nördlichen Niedersachsen war der Martinstag noch in den letzten Jahrzehnten weitläufig unter der plattdeutschen Bezeichnung „Matten Mehren“ bekannt. Der letzte Eintrag über eine große Matten-Mehren Aktion in Hannover datiert auf 2008. Die Zeiten und Sitten verändern sich. Schön, dass dem Sehnder Umzug immer noch viele Menschen gern folgen.
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