Lehrter Wasserballer zurück im Schwimmbecken

18. Juni 2020 @

Es war im wahrsten Sinne des Wortes das Ende einer Durststrecke: Nach 13-wöchiger Pause sind am vergangenen Freitag, 12.06.2020, die Bezirksoberliga-Wasserballer des Lehrter SV erstmals seit dem Beginn des bundesweiten Lockdowns wieder ins Schwimmbecken gestiegen. Bei Sonnenschein und einer paradiesischen Wassertemperatur von 25 Grad wurden im Arpker Waldbad die ersten Bahnen gezogen. Und auch der erste Ball flog zum Ende der Trainingseinheit ins Becken.

Wasserball hat geringe Ansteckungsgefahr

Simon Roßmann konnte im Arpker Waldbad zum Trainingsstart der LSV-Wasserballer auch den Ball wieder in die Hand nehmen – Foto: Verein/Cassandra Röbber

Bereits im April hatte eine Studie der Technischen Universität Turin/Italien Wasserball neben Beachvolleyball in Sachen Corona-Verbreitung als die am wenigsten gefährliche Ball- und Mannschaftssportart eingestuft. Doch profitieren konnten die Vereine davon bisher nicht. Zwar hatten Niedersachsen und andere Bundesländer bereits im Mai eine Wiedereröffnung der Freibäder erlaubt, doch ließen vielerorts rechtliche Vorgaben und deren Umsetzung vor Ort auf sich warten. In Lehrte können die Aktiven des Vereins zusammen mit den ersten Schwimmgruppen des Lehrter SV jetzt zumindest einmal wöchentlich wieder in dem idyllischen Arpker Waldbad ins Wasser.

Geschwommen wird bei einem ausgefeilten Hygienekonzept bis auf Weiteres gemäß den Richtlinien des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV). Dabei gibt es kein Überholen auf den Doppelbahnen mit einer Gesamtbreite von fünf Metern, sodass stets für ausreichend Abstand gesorgt ist. Dass auch bei sämtlichen Ballübungen eine Mindestdistanz von mindestens drei Metern gewahrt werden muss, ließ sich nach 13 Wochen komplett ohne Wasser verschmerzen: „Das ist immer noch besser als Joggen oder jedes Workout im Wohnzimmer“, sagt Pressesprecher Wolfgang Philipps.

Jugendliche auch wieder aktiv

Bereits zwei Tage zuvor hatten auch die Jugendspieler des Vereins an gleicher Stelle ihre ersten Bahnen gezogen. „Bis auf unsere südafrikanische Austauschülerin sind anscheinend alle Kinder weiter dabei“, freut sich Philipps. Zwar gelten bis weiteres auch im Wasser noch die Abstandsregeln, doch hoffen die Verantwortlichen in absehbarer Zeit auf eine weitere Normalisierung des öffentlichen Lebens. So soll es für die LSV-Mannschaften nach einer weiteren Woche in Arpke ab dem 22. Juni dann auch in das ebenfalls vor der Wiedereröffnung stehende Lehrter Freibad gehen.

Ob nach den Sommerferien vielleicht sogar noch eine Fortsetzung der seit März unterbrochenen Punktspielrunde, und sei es nur in abgespeckter Form, folgt, wird vermutlich in den kommenden Tagen entschieden werden: „An den Ligaspielen hängt nicht viel“, sehen die LSV-Verantwortlichen diese Thematik relativ entspannt. Beobachter rechnen bei einem weiteren Anhalten der Einschränkungen. Daraus könnten existenzielle Probleme für Schwimmsport treibende Vereine, entstehen, denen finanzielle Verluste oder Mitgliedsaustritte drohen: „Das würde dann auch der Sportart längerfristig auf die Füße fallen“, sagt Philipps, der in Personalunion auch Pressesprecher des Landesschwimmverbandes Niedersachsen für den Bereich Wasserball ist.

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